Applied Materials Aktie: Citi warnt vor weiterem Abwärtspotenzial im Chipsektor
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Citi sieht trotz robuster KI-Nachfrage weitere Abwärtsrisiken für Applied Materials und andere Ausrüster.
- Das Basisszenario der Bank impliziert für Applied Materials rund zehn Prozent, das Negativszenario rund 30 Prozent Abwärtspotenzial.
- Applied Ventures investiert in Albert Invents KI-Plattform für Materialforschung; die Investitionssumme wurde nicht genannt.
- Am 23. Oktober notierte die Aktie bei Lang & Schwarz bei 340,50 Euro und lag seit Jahresbeginn 52,49 Prozent im Plus.
Marktanalyse & Details
KI-Boom trifft auf hohe Erwartungen
Applied Materials profitiert als Hersteller von Anlagen für die Chipproduktion von der Nachfrage nach Prozessoren und Speicher für KI-Rechenzentren. Gleichzeitig sorgen Zweifel daran, wie lange die hohen Investitionen in Rechenzentren anhalten, für Druck auf Chipausrüster. Die Aktie war zuletzt deutlich gefallen und notierte laut den vorliegenden Marktdaten unter ihren 50- und 200-Tage-Durchschnitten.
Citi-Analyst Atif Malik sieht weitere Risiken, falls die Nachfrage nach Anlagen zur Waferfertigung schwächer ausfällt oder Lieferengpässe das Marktwachstum bremsen. Das Basisszenario der Bank für den Markt im Jahr 2028 setzt für Applied Materials ein Kursziel von 335 US-Dollar an; im Negativszenario liegt es bei 259 US-Dollar. Daneben führt Citi ein reguläres Kursziel von 375 US-Dollar und hält an einer Kaufempfehlung fest.
Wettbewerb und Investition in Materialforschung
Im Vergleich mit Lam Research wird Applied Materials ebenfalls als Profiteur der KI-Investitionen gesehen. Lam Research könnte jedoch von stärkerem Speicherwachstum und einer verbesserten Kundenunterstützung profitieren. Das unterstreicht, dass der KI-Trend allein nicht ausreicht, um die relative Entwicklung der Ausrüster zu erklären: Auch Produktmix und Kundenbeziehungen zählen.
Separat beteiligt sich Applied Ventures, der Risikokapitalarm von Applied Materials, an Albert Invent. Das Unternehmen entwickelt eine KI-Plattform für Forschung und Entwicklung in der Chemie- und Materialbranche. Das Wachstumskapital soll den Ausbau der Plattform und ihre internationale Präsenz unterstützen. Finanzielle Einzelheiten der Beteiligung wurden nicht veröffentlicht.
Analysten-Einordnung: Die Szenarien zeigen, wie empfindlich die Bewertung von Anlagenbauern auf Erwartungen zur künftigen Rechenzentrumsnachfrage reagiert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass starke KI-Ausgaben kurzfristig nicht automatisch steigende Kurse garantieren: Entscheidend ist, ob daraus dauerhaft zusätzliche Bestellungen entstehen und mögliche Engpässe das Wachstum begrenzen. Die Beteiligung an Albert Invent passt strategisch zu Applied Materials’ Materialkompetenz, dürfte für den Aktienkurs kurzfristig aber weniger wichtig sein als die Auftrags- und Nachfrageperspektive.
Fazit & Ausblick
Im Fokus stehen nun die Investitionspläne der Betreiber von KI-Rechenzentren, die Entwicklung des Speichermarkts und mögliche Engpässe bei Waferfertigungsanlagen. Citi bleibt zwar bei einer Kaufempfehlung, sieht in seinen Szenarien aber relevantes Abwärtspotenzial. Für die weitere Einordnung sind kommende Unternehmenszahlen und Aussagen zum Auftragseingang wichtiger als die strategische Beteiligung allein.
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