Apple vor iPhone-Event: Falt-iPhone-Produktion stockt – Analysten sehen Kursrisiko
Kurzüberblick
- Apple präsentiert am 9. September neue iPhones und AirPods; erstmals steht dabei CEO John Ternus im Mittelpunkt.
- Die Anfangsproduktion des erwarteten faltbaren iPhones soll wegen strenger Qualitätskontrollen nur wenige hundert Geräte pro Tag erreichen.
- Ein Analyst sieht für die Apple-Aktie ein Kursrisiko und nennt ein Underweight-Rating mit einem Kursziel von 250 US-Dollar.
- Der App Store verzeichnete im August erstmals seit November 2022 einen Umsatzrückgang, während Apple seit Jahresbeginn dennoch 18,41 Prozent zulegte.
Marktanalyse & Details
iPhone-Event wird zur Bewährungsprobe für John Ternus
Apple lädt am 9. September am Unternehmenssitz in Cupertino zur Veranstaltung „Surprise and shine“. Erwartet werden die nächste iPhone-Generation, neue AirPods und möglicherweise das erste faltbare iPhone des Konzerns. Für John Ternus ist es der erste große Produktstart als CEO, nachdem er am 1. September die Nachfolge von Tim Cook angetreten hat.
Der Termin besitzt deshalb eine doppelte Bedeutung: Apple muss nicht nur neue Hardware präsentieren, sondern zugleich zeigen, dass der Führungswechsel ohne strategischen Bruch gelingt. Ein Falt-iPhone könnte dem Konzern dabei einen neuen Wachstumstreiber liefern, erhöht aber auch die Erwartungen an Preis, Design und Verfügbarkeit.
Falt-iPhone startet mit erheblicher Produktionshürde
Die anfängliche Fertigung des faltbaren iPhones soll derzeit auf wenige hundert Geräte täglich begrenzt sein. Als wesentlicher Grund gelten die besonders strengen Qualitätsanforderungen. Apple arbeitet demnach daran, die Produktion hochzufahren. Ein in Berichten genanntes Ziel von 10 Millionen Geräten gerät durch den langsamen Produktionsanlauf jedoch unter Druck.
- Eine knappe Verfügbarkeit könnte den Premiumcharakter des Produkts stärken, zugleich aber den Umsatzbeitrag im ersten Verkaufsjahr begrenzen.
- Bei einer neuen Gerätekategorie sind hohe Ausschussquoten und komplexe Scharniere wichtige operative Risiken.
- Entscheidend wird, ob Apple auf der Veranstaltung einen konkreten Verkaufsstart oder zunächst nur einen Ausblick liefert.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die zentrale Unsicherheit nicht allein in der Nachfrage, sondern in Apples Fähigkeit zur verlässlichen Massenproduktion liegt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass ein spektakuläres Produkt zwar die langfristige Fantasie erhöhen kann, kurzfristig aber auch Lieferengpässe, hohe Fertigungskosten und eine mögliche Preisüberraschung in den Vordergrund rücken. Ein hoher Preis könnte den Margendruck abfedern, zugleich jedoch die Stückzahlen belasten.
App-Store-Schwäche verschiebt den Blick auf Services
Zusätzlichen Druck erzeugen die jüngsten App-Store-Daten. Die Umsätze gingen im August um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Damit verlangsamte sich das Wachstum den sechsten Monat in Folge; zugleich war es der erste Jahresrückgang seit November 2022. Besonders das Gaming-Geschäft belastete die Entwicklung mit einem Minus von rund 10 Prozent.
Das Bild ist allerdings nicht durchgehend negativ. Ohne Gaming wären die App-Store-Umsätze im August um etwa 8 Prozent gestiegen. Produktivitäts-Apps legten um 40 Prozent zu, Musik um 18 Prozent und Foto- sowie Video-Apps um 9 Prozent. Regional sanken die US-Umsätze um 10 Prozent, während China um 8 Prozent zulegte.
Ein weiterer Analyst hält deshalb an einem Outperform-Rating und einem Kursziel von 365 US-Dollar fest. Die Begründung: Apple gleiche die schwächere App-Store-Entwicklung bislang durch schneller wachsende Bereiche innerhalb des Servicegeschäfts aus. Dies funktioniert jedoch nur, wenn Produktivität, Musik und andere Kategorien die anhaltende Schwäche bei Gaming und in den USA dauerhaft kompensieren.
Bewertung und makroökonomisches Kursumfeld
Der zuletzt vor dem Wochenende verfügbare Apple-Kurs lag am 4. September bei 274,95 Euro. Die Aktie bewegte sich an diesem Tag nicht, lag seit Jahresbeginn aber 18,41 Prozent im Plus. Damit ist ein Teil der positiven Produkterwartungen bereits im Kurs enthalten.
In der laufenden Woche konkurriert das Apple-Event mit wichtigen Konjunkturdaten. Am 10. September steht der US-Erzeugerpreisindex an, am 11. September folgt die Verbraucherpreisinflation. Volkswirte erwarten für die Gesamtinflation 3,4 Prozent und für die Kernrate 2,4 Prozent im Jahresvergleich. Die Daten können die Zinserwartungen vor der Sitzung der US-Notenbank am 15. und 16. September und damit auch die Bewertung großer Technologiewerte beeinflussen.
Fazit & Ausblick
Am 9. September kommt es auf drei Signale an: den tatsächlichen Preis der neuen iPhones, die Produktions- und Lieferperspektive des Faltmodells sowie die Fähigkeit von Apple, die Schwäche im App Store mit anderen Servicebereichen auszugleichen. Ein überzeugender Produktstart könnte die langfristige Wachstumsstory stärken. Bleiben Preis und Verfügbarkeit hinter den Erwartungen zurück, dürfte die Aktie trotz ihrer positiven Jahresbilanz kurzfristig anfällig für Gewinnmitnahmen sein.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.