Apple vor iPhone-18-Event: Faltbares iPhone setzt auf Preispremium und Lieferketten-Gewinner
Kurzüberblick
- Apple dürfte am 9. September erstmals ein faltbares iPhone Ultra mit einem Startpreis von mehr als 2.000 US-Dollar vorstellen.
- Analysten erwarten für 2026 insgesamt 246 Millionen iPhone-Auslieferungen, ein Plus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- Für das iPhone 18 Fold sind 7,5 Millionen Produktionseinheiten im zweiten Halbjahr 2026 und 4 Millionen im ersten Quartal 2027 geplant.
- Die Apple-Aktie notiert bei 271,80 Euro, liegt am 8. September 1,24 Prozent im Minus und seit Jahresbeginn 17,05 Prozent im Plus.
Marktanalyse & Details
Faltbares iPhone soll neuen Preisanker setzen
Apple steht unmittelbar vor dem Produkt-Event am Mittwoch, dem 9. September. Im Mittelpunkt dürfte neben dem iPhone 18 Pro und Pro Max erstmals ein faltbares iPhone stehen, das voraussichtlich den Namen iPhone Ultra tragen könnte. Der erwartete Einstiegspreis von mehr als 2.000 US-Dollar würde Apple in ein deutlich höheres Premiumsegment führen. Für die Pro-Modelle werden zudem Preise rund 200 US-Dollar über den Vorgängern erwartet.
Als mögliche technische Neuerungen gelten A20-Chips, eine variable Blende für die Hauptkamera der Pro-Modelle und ein von Apple entwickeltes Modem. Auch die überarbeitete Siri und weitere Funktionen von Apple Intelligence könnten für die Kaufentscheidung wichtig werden. Die günstigeren iPhone-18-Modelle dürften dagegen zunächst nicht im Mittelpunkt stehen und möglicherweise erst Anfang 2027 erscheinen.
Wachstum kommt eher aus dem Produktmix als aus Stückzahlen
Die vorliegenden Analystenschätzungen taxieren die iPhone-18-Auslieferungen im zweiten Halbjahr 2026 auf 61,8 Millionen Geräte. Für das Gesamtjahr werden 246 Millionen iPhones erwartet, lediglich 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Das spricht gegen einen klassischen Volumenzyklus und rückt den durchschnittlichen Verkaufspreis stärker in den Fokus.
Zum Vergleich: Der im August genannte Aufbauplan der Lieferkette lag bei 81 Millionen Geräten für das zweite Halbjahr und 264 Millionen für das Gesamtjahr. Die Differenz von 19,2 beziehungsweise 18 Millionen Einheiten kann auf vorsichtigere Erwartungen oder Produktionsengpässe hindeuten, ist aber nicht automatisch mit einem entsprechenden Nachfragerückgang gleichzusetzen. Beim Fold-Modell selbst wird mit 7,5 Millionen Produktionseinheiten in der zweiten Jahreshälfte 2026 und weiteren 4 Millionen im ersten Quartal 2027 gerechnet.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Apple mit dem iPhone-18-Zyklus vor allem Umsatz und Marge über einen höherwertigen Produktmix steigern will. Ein begrenztes Angebot des Faltmodells könnte den Premiumpreis stützen, zugleich erhöht die geringe erwartete Stückzahl das Ausführungsrisiko. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Reaktion der Aktie stärker von Preisen, Lieferzeiten und der Nachfrage nach Pro- und Fold-Modellen abhängen dürfte als von einem kräftigen Wachstum der Gesamtstückzahlen.
Diese Unternehmen gelten als mögliche Lieferketten-Profiteure
- TSMC: Der Chiphersteller soll als alleiniger Lieferant des A20-Prozessors eine zentrale Position einnehmen.
- Foxconn und Luxshare: Foxconn soll 61 Prozent der Fertigungszuweisungen für Fold, Pro und Pro Max erhalten, nach 67 Prozent im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Luxshare könnte seinen Anteil bei Pro und Pro Max von 27 auf 33 Prozent erhöhen.
- Kioxia: Das Unternehmen dürfte eine vergleichsweise große NAND-Speicherzuteilung erhalten.
- LG Innotek, Sunny Optical und weitere Kamera-Zulieferer: Eine verbesserte Hauptkamera sowie neue Aktuatoren könnten den Komponentenbedarf erhöhen.
- Amphenol, Lingyi, AAC und Lens Tech: Beim Faltmodell stehen Scharniermodule, Strukturteile, Wärmeableitung sowie UTG-Schutzglas und Laminierfolien im Mittelpunkt.
- Samsung Display und TDK: Samsung Display soll bei hochwertigen und faltbaren Panels führend bleiben. TDK könnte ab dem ersten Halbjahr 2027 von Metall-Batteriegehäusen auch für Standardmodelle profitieren.
Auf der Verliererseite der erwarteten Verschiebungen stehen Qualcomm beim Modem-Anteil und JCET bei System-in-Package-Komponenten. Die genannten Unternehmen sind jedoch lediglich potenzielle Lieferketten-Profiteure und keine automatische Kaufempfehlung: Entscheidend bleiben die tatsächlich vergebenen Volumina, die Preise und die Margenentwicklung.
Aktie hat Erwartungen bereits teilweise eingepreist
Die Apple-Aktie steht am Vorabend des Events bei 271,80 Euro. Trotz des Tagesverlusts von 1,24 Prozent liegt sie seit Jahresbeginn 17,05 Prozent im Plus. Das starke Jahresplus erhöht die Gefahr, dass ein Teil der positiven Erwartungen bereits im Kurs berücksichtigt ist. Gleichzeitig könnte ein überzeugender Ausblick auf die Nachfrage nach dem Fold-Modell neue Impulse liefern.
Vor dem Start dürfte die Lieferkette zunächst von Vorbestellungen und knappen Kapazitäten profitieren. Nach der Präsentation ist jedoch auch Gewinnmitnahme möglich, insbesondere wenn Apple den Preis erhöht, die Verfügbarkeit begrenzt bleibt oder die Gesamtstückzahlen hinter den bisherigen Aufbauplänen zurückbleiben.
Fazit & Ausblick
Das iPhone-18-Event am 9. September wird für Apple zum Test, ob ein faltbares Premiumgerät den nächsten Wachstumsschub auslösen kann. Anleger sollten weniger auf die reine Produktvorstellung als auf den konkreten Preis, die Vorbestellungszahlen, Lieferzeiten und Aussagen zu Produktionskapazitäten achten. Bestätigt Apple den erwarteten Preisaufschlag und bleibt die Nachfrage robust, könnte der höherwertige Produktmix die Umsatzentwicklung stützen. Enttäuschen dagegen Stückzahlen oder Margenausblick, dürfte der bereits starke Jahresanstieg der Aktie die Reaktion verstärken.
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