Apple Aktie: Speicherchip-Kosten drücken Margenausblick trotz Umsatzwachstum
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Apple steigerte die Fertigungsverpflichtungen im Geschäftsjahr auf 89,7 Milliarden US-Dollar, auch um sich gegen knappe Speicherchips abzusichern.
- Für das Weihnachtsquartal erwartet der Konzern 7 bis 10 Prozent Umsatzwachstum, aber nur 45 bis 46 Prozent Bruttomarge.
- Der Quartalsumsatz von 114,5 Milliarden US-Dollar und das Ergebnis je Aktie von 2,10 US-Dollar übertrafen die Markterwartungen.
- Die Apple-Aktie notierte am 3. November bei 295,55 Euro und lag damit 2,27 Prozent im Minus.
Marktanalyse & Details
Apple bindet mehr Kapital in der Beschaffung
Der starke Anstieg der Speicherchippreise verändert Apples Einkaufsstrategie. Im jüngsten Geschäftsjahr erhöhte der Konzern seine Fertigungsverpflichtungen um 33 Milliarden US-Dollar auf insgesamt 89,7 Milliarden US-Dollar. In den drei vorherigen Geschäftsjahren hatte dieser Wert jeweils etwas über 50 Milliarden US-Dollar gelegen.
Gemessen an den geschätzten Herstellungskosten des kommenden Jahres entspricht der Betrag laut den vorliegenden Angaben rund 132 Produktionstagen. Seit 2016 lag der Durchschnitt bei etwa 100 Tagen; der Höchstwert von 137 Tagen wurde im September 2022 erreicht. Apple beschreibt diese Verpflichtungen inzwischen nicht mehr als überwiegend nicht kündbar. Das könnte dem Konzern Spielraum lassen, auch wenn Umfang und Bedingungen möglicher Ausstiegsmöglichkeiten nicht näher genannt wurden.
Umsatz wächst, Margen geraten unter Druck
Im vierten Geschäftsquartal erzielte Apple 114,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und 2,10 US-Dollar Gewinn je Aktie – beide Kennzahlen lagen über den Erwartungen. Die Bruttomarge betrug 47,9 Prozent. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen jedoch nur noch 45 bis 46 Prozent in Aussicht; die Markterwartung lag bei etwa 47 Prozent. Neben den höheren Speicherpreisen belasten laut den vorliegenden Angaben auch Aufwendungen für den Ausbau von Siri AI.
Für das wichtige Weihnachtsgeschäft rechnet Apple mit einem Umsatzplus von 7 bis 10 Prozent. Auch das Wachstum im Dienstleistungsgeschäft könnte sich abschwächen: Apple erzielte dort zuletzt einen Rekordumsatz von 31,57 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 9,8 Prozent. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen ein Wachstum von 8 bis 9 Prozent, während Analysten mit rund 12 Prozent gerechnet hatten.
Analysten-Einordnung: Die höheren Einkaufsverpflichtungen deuten darauf hin, dass Apple Versorgungssicherheit bei Speicherchips derzeit höher gewichtet als maximale Flexibilität. Das kann Engpässe abfedern, bindet aber mehr Beschaffungskapazität und löst das Margenproblem nicht, solange die Chippreise hoch bleiben. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Das Umsatzwachstum allein dürfte kurzfristig weniger entscheidend sein als die Frage, wann sich die Bruttomarge stabilisiert und ob sich die Investitionen in Siri AI später wirtschaftlich auszahlen. Die Einschätzungen fallen unterschiedlich aus: UBS hob das Kursziel auf 340 US-Dollar an und bestätigte Neutral, während DZ Bank die Aktie auf Verkaufen herabstufte und den fairen Wert auf 300 US-Dollar senkte.
Die Kursreaktion spiegelt den Margendruck wider: Der in Euro notierte Kurs lag am 3. November um 21:15 Uhr bei 295,55 Euro, mit einem Tagesminus von 2,27 Prozent. Seit Jahresbeginn stand die Aktie dennoch 27,28 Prozent im Plus.
Fazit & Ausblick
Im Fokus stehen nun die Entwicklung der Speicherchippreise und Apples tatsächliche Margen im laufenden Weihnachtsquartal. Die Umsatzprognose signalisiert weiterhin Wachstum, doch eine Erholung der Aktie dürfte auch davon abhängen, ob Apple die höheren Beschaffungskosten auffangen und für seine KI-Funktionen zusätzliche Nachfrage oder Erlöse schaffen kann.
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