Analysten setzen auf Nokia: Buy-Start und 15-Dollar-Kursziel wegen KI-Infrastruktur

Analysten setzen auf Nokia: Buy-Start und 15-Dollar-Kursziel wegen KI-Infrastruktur AI Generated

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Ein Analysehaus startete am 17. September die Nokia-Bewertung mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 15 US-Dollar.
  2. Nokia verzeichnete im zweiten Quartal einen Auftragseingang von 2,8 Milliarden Euro in den Bereichen KI und Cloud und sieht daraus Sichtbarkeit bis 2027.
  3. Eine US-Investmentbank stufte am 22. September den Wettbewerber Ericsson ab und bevorzugt Nokia wegen der direkten KI- und Rechenzentrumschancen.
  4. Die Nokia-Aktie notierte am 22. September um 10:46 Uhr bei 9,35 Euro und lag damit 1,06 Prozent im Tagesminus, aber 66,96 Prozent über dem Jahresanfang.

Marktanalyse & Details

Buy-Einstufung setzt auf den Wandel zur KI-Infrastruktur

Die jüngste Kaufempfehlung für Nokia basiert auf der Einschätzung, dass der Konzern vom klassischen Telekom-Ausrüster zum wichtigen Anbieter physischer KI-Infrastruktur aufsteigen kann. Im Mittelpunkt stehen optische Netzwerke, IP-Routing und Lösungen für Rechenzentren. Das Analysehaus sieht bei Optical Networks ein Wachstum von 20 Prozent im Vorjahresvergleich und bei IP Routing von 16 Prozent.

Als zentralen Beleg nennt die Analyse einen Auftragseingang von 2,8 Milliarden Euro im zweiten Quartal für KI- und Cloud-Lösungen. Daraus leitet sie eine hohe Umsatzsichtbarkeit bis 2027 ab. Das Kursziel von 15 US-Dollar ist allerdings nicht direkt mit dem aktuellen Euro-Kurs vergleichbar, weil dafür zusätzlich der Wechselkurs berücksichtigt werden müsste.

Nokia profitiert im Vergleich zu Ericsson

Am 22. September stufte eine US-Investmentbank Ericsson von Equal Weight auf Underweight herab und senkte das Kursziel von 11 auf 9 US-Dollar. Als Gründe wurden rückläufige Umsätze in Nordamerika und Margen genannt, die sich von ihren Höchstständen entfernen. Obwohl die Ericsson-Aktie seit Jahresbeginn rund 15 Prozent zulegte, wird die Rally als teilweise durch die Neubewertung von Nokia mitgetragen bewertet.

Der entscheidende Unterschied aus Sicht der Analysten: Ericsson verfügt demnach über ein weniger direktes Engagement in künstlicher Intelligenz und Rechenzentren. Nokia wird innerhalb des europäischen Telekom-Ausrüstersektors deshalb bevorzugt. Die Einschätzung stärkt die These, dass nicht allein der Mobilfunkausbau, sondern zunehmend die Dateninfrastruktur den Anlagefall bestimmt.

Partnerschaften und Aufträge liefern operative Anhaltspunkte

Nokia hat seine Zusammenarbeit mit Microsoft erweitert. Die Nokia Data Suite soll mit Microsoft Fabric zu einer einheitlichen Datenbasis für automatisierte Telekom-Netze verbunden werden. Betreiber sollen dadurch vertrauenswürdige Netzdaten in Minuten statt in Wochen nutzen können. Erste Anwendungen zielen auf die Optimierung von Funknetzen, unter anderem bei der automatisierten Absicherung von VoNR-Diensten.

Auch bei AI-RAN bewegt sich Nokia nach eigenen Angaben von frühen Tests hin zu Labor- und Feldeinsätzen bei Netzbetreibern in Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik und dem Nahen Osten. Zusätzlich arbeitet Nokia mit Telxius an der Einführung von 800G-Optiken in internationalen Transportnetzen. Diese Projekte sind noch kein Ersatz für ausgewiesenes Umsatzwachstum, zeigen aber, dass Nokia an mehreren Stellen der künftigen Netzarchitektur positioniert ist.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt Nokia zunehmend nach dem Wachstumspotenzial im KI- und Rechenzentrumsgeschäft bewertet und weniger nach der schwächeren Dynamik im traditionellen Mobilfunk. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht, dass der Auftragseingang automatisch in gleicher Höhe als Umsatz und Gewinn ankommt. Entscheidend sind die Umsetzung der Aufträge, die Entwicklung der Bruttomargen und die Umwandlung des Wachstums in freien Cashflow.

Das Hauptrisiko bleibt die zyklische Schwäche im Mobilfunkgeschäft, insbesondere bei gedämpften Investitionen der Netzbetreiber. Patentlizenzen aus dem Technologiestandbein können die Profitabilität stabilisieren, ersetzen aber keine nachhaltige operative Verbesserung. Zudem hängt die KI-Infrastrukturstory von den Investitionsbudgets großer Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber ab.

Fazit & Ausblick

Nokia erhält durch die neue Kaufempfehlung und den Vergleich mit dem abgestuften Ericsson zusätzlichen Rückenwind. Nach dem Kursanstieg seit Jahresbeginn ist die entscheidende Frage nun, ob Nokia den hohen KI- und Cloud-Auftragseingang in steigende Umsätze, Margen und Cashflows überführen kann. Beim nächsten Quartalsbericht sollten Anleger daher besonders auf die Auftragsumsetzung, das Wachstum von Optical Networks und IP Routing sowie die Entwicklung des Mobilfunkgeschäfts achten.

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