Amgen meldet Phase-3-Erfolg: Imdelltra plus Imfinzi verbessert Überleben bei kleinzelligem Lungenkrebs
Kurzüberblick
- Amgen und AstraZeneca melden am 8. September 2026 positive Phase-3-Daten für Imdelltra plus Imfinzi.
- Die Kombination verlängerte bei fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs das Gesamtüberleben gegenüber Imfinzi allein.
- Auch progressionsfreies Überleben und objektive Ansprechrate verbesserten sich statistisch signifikant.
- Die Amgen-Aktie notiert trotz der Studiendaten bei 354,15 Euro und liegt damit 1,32 Prozent im Tagesminus.
Marktanalyse & Details
Studie erreicht primären Endpunkt
Amgen hat zusammen mit AstraZeneca die Ergebnisse der Phase-3-Studie DeLLphi-305 bekannt gegeben. Eine vorab geplante Zwischenanalyse zeigte einen statistisch signifikanten und klinisch relevanten Vorteil beim Gesamtüberleben für Imdelltra, den Wirkstoff Tarlatamab, in Kombination mit Imfinzi, dem Wirkstoff Durvalumab.
Untersucht wurden Patienten mit extensiv metastasiertem kleinzelligem Lungenkrebs, deren Erkrankung nach einer initialen Behandlung mit Imfinzi, einer Platin-Chemotherapie und Etoposid nicht fortgeschritten war. Die Kombination wurde als Erhaltungstherapie in der ersten Behandlungslinie gegen Imfinzi allein geprüft.
Zusätzliche Wirksamkeitssignale und Sicherheit
Neben dem primären Endpunkt erreichte die Kombination auch bei den sekundären Zielen einen statistisch signifikanten und klinisch relevanten Vorteil. Das betrifft sowohl das progressionsfreie Überleben als auch die objektive Ansprechrate. Nach Unternehmensangaben entsprach das Sicherheitsprofil der Kombination den bekannten Profilen der Einzelmedikamente; neue oder unerwartete Sicherheitssignale wurden nicht festgestellt.
- Imdelltra wird bereits bei fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs nach vorheriger Behandlung eingesetzt.
- DeLLphi-305 prüft den Einsatz früher im Therapieverlauf als Erhaltungstherapie nach der Induktion.
- Nach Angaben von Amgen ist dies die erste Phase-3-Studie mit einem bispezifischen T-Zell-Engager, die in diesem Setting einen Vorteil beim Gesamtüberleben gezeigt hat.
- Nach der ersten und zweiten Infusion ist eine Überwachung im medizinischen Umfeld vorgesehen; in Europa kann sie sechs bis acht Stunden dauern.
Aktienreaktion bleibt von mehreren Faktoren geprägt
Die Amgen-Aktie notiert an der Lang & Schwarz Exchange bei 354,15 Euro. Damit liegt sie am 8. September 2026 um 1,32 Prozent im Minus, während die Jahresbilanz weiterhin ein Plus von 27,14 Prozent ausweist. Die Kursentwicklung lässt sich daher nicht allein aus der neuen Studiemeldung ableiten.
Parallel stufte ein US-Analysehaus Amgen von Outperform auf Market Perform ab und beließ das Kursziel bei 450 US-Dollar. Als Gründe wurden die bereits weitgehend eingepreiste operative Entwicklung, der Anstieg der Aktie um rund 34 Prozent seit Jahresbeginn sowie der anhaltende Druck durch auslaufende Exklusivitätsrechte genannt. Zudem fehle noch Klarheit über das Wettbewerbsprofil von MariTide und dessen langfristiges Umsatzpotenzial.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die DeLLphi-305-Daten die klinische Wachstumsstory von Amgen deutlich stärken, aber nicht automatisch zu einer Neubewertung der Aktie führen. Der Nachweis eines Gesamtüberlebensvorteils in einer früheren Therapielinie kann die Bedeutung von Imdelltra erheblich ausweiten und die Positionierung des Mittels im Behandlungsalgorithmus verbessern. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung zugleich, dass nun die Detaildaten, die regulatorische Bewertung, die praktische Umsetzung der Infusionsüberwachung und die kommerzielle Durchdringung entscheidend werden. Dem positiven Studiensignal stehen weiterhin Patentabläufe und die offene Frage gegenüber, wie stark MariTide im hart umkämpften Markt für Gewichtsreduktionsmittel wachsen kann.
Fazit & Ausblick
Der DeLLphi-305-Erfolg ist für Amgen ein wichtiger klinischer Fortschritt, weil Imdelltra damit möglicherweise früher in der Behandlung des kleinzelligen Lungenkrebses eingesetzt werden kann. Für die Aktie muss sich der Nutzen nun in belastbaren Detaildaten, regulatorischen Fortschritten und steigenden Umsatzerwartungen widerspiegeln. Bis dahin dürfte der Markt die neue Wirksamkeitsstory gegen Bewertungsrisiken, Patentabläufe und die Unsicherheit rund um MariTide abwägen.
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