Amgen-Aktie unter Druck: Pelacarsen-Flop belastet Hoffnungsträger Olpasiran
Kurzüberblick
- Pelacarsen verfehlte in der Phase-III-Studie Lp(a)Horizon den primären kardiovaskulären Endpunkt.
- Der Studienerfolg blieb trotz einer Senkung des Lipoprotein(a)-Spiegels aus.
- Die negative Signalwirkung belastete neben Novartis und Ionis auch die Amgen-Aktie wegen des ähnlichen Wirkstoffs Olpasiran.
- Amgen notierte zuletzt bei 358,10 Euro und lag damit seit Jahresbeginn noch 28,56 Prozent im Plus.
Marktanalyse & Details
Herzmedikament senkt Risikowert, schützt aber nicht nachweisbar
Pelacarsen konnte in der Phase-III-Studie Lp(a)Horizon den Lipoprotein(a)-Spiegel der Teilnehmer senken. Entscheidend war jedoch der primäre Endpunkt: Der Wirkstoff zeigte nicht den erwarteten Schutz vor Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulär bedingtem Tod.
Der Fehlschlag traf zunächst den Entwickler und den Lizenzpartner des Präparats. Amgen geriet ebenfalls unter Druck, weil Olpasiran auf einen ähnlichen medizinischen Ansatz zielt. Der Studienausgang stellt damit nicht automatisch die Wirksamkeit von Olpasiran infrage, erhöht aber die Unsicherheit über die gesamte Wirkstoffklasse.
Umsatzerwartungen für die Wirkstoffklasse sinken
Infolge des Studienergebnisses wurden risiko-adjustierte Umsatzannahmen für Pelacarsen von bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar aus Bewertungsmodellen gestrichen. Eine weitere Einschätzung hatte zuvor sogar ein Spitzenumsatzpotenzial von 2 Milliarden US-Dollar angesetzt. Gleichzeitig wurde die Umsatzprognose für das jüngst erfolgreiche Amgen-Medikament Remibrutinib auf 2 Milliarden US-Dollar verdoppelt.
Für Amgen ist die Entwicklung deshalb ambivalent: Der Rückschlag erhöht den Bewertungsdruck auf Olpasiran, während Remibrutinib einen Teil der entstandenen Unsicherheit im Produktportfolio abfedern könnte. Die Aktie war vor dem Rückschlag auf ein neues Allzeithoch gestiegen und weist trotz der aktuellen Belastung eine starke Jahresbilanz auf.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Anleger bei Olpasiran zunächst einen höheren Risikoabschlag einpreisen dürften. Der Pelacarsen-Flop ist ein Warnsignal für den Wirkmechanismus, aber kein Beweis für ein Scheitern von Olpasiran. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass künftige Studiendaten, insbesondere zu klinischen Herz-Kreislauf-Ereignissen, wichtiger sind als die reine Senkung des Lipoprotein(a)-Werts. Kurzfristig dürfte die Aktie daher stärker auf Nachrichten zum Entwicklungsprogramm reagieren; die langfristige Bewertung hängt zugleich von Remibrutinib und weiteren Wachstumsträgern ab.
Fazit & Ausblick
Der Rückschlag bei Pelacarsen beendet die Wachstumsstory von Amgen nicht, verschiebt aber den Fokus auf die klinische Validierung von Olpasiran und die Entwicklung der übrigen Pipeline. Anleger sollten vor allem auf neue Studiendaten, regulatorische Fortschritte und konkrete Aussagen zum Zeitplan von Olpasiran achten. Bis dahin bleibt die Aktie nach der starken Rallye anfällig für weitere Schwankungen.
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