AMD-Aktie: Raymond James stuft hoch – 641 Dollar Kursziel für KI-Server-CPUs
Kurzüberblick
- Raymond James hebt AMD von Outperform auf Strong Buy an und erhöht das Kursziel von 565 auf 641 US-Dollar.
- Der Analyst erwartet für den weltweiten Server-CPU-Markt ein jährliches Wachstum von 44 % auf rund 201 Mrd. US-Dollar bis 2030.
- AMD soll von steigender Nachfrage nach CPUs für Rechenzentren, KI-Inferenz und agentische Anwendungen profitieren.
- ARK Invest verkaufte 37.977 AMD-Aktien, hält über seinen größten ETF aber weiterhin eine bedeutende AMD-Position.
Marktanalyse & Details
Server-CPUs werden zum zweiten KI-Wachstumstreiber
Die Hochstufung von Raymond James rückt AMDs CPU-Geschäft stärker in den Mittelpunkt. Nach Einschätzung des Analysten Simon Leopold wächst der gesamte Server-CPU-Markt bis 2030 mit einer jährlichen Rate von 44 % auf etwa 201 Mrd. US-Dollar. Rund 33,5 Mrd. US-Dollar sollen dabei auf klassische Rechenzentren entfallen, während KI-bezogene Anwendungen rund 168 Mrd. US-Dollar beisteuern könnten.
AMD profitiert dabei nicht nur vom direkten Verkauf von Rechenchips. Server-CPUs übernehmen zunehmend die Steuerung von Beschleunigern und verarbeiten Aufgaben rund um KI-Modelle, darunter Datenbankzugriffe, Anwendungen, Sicherheit, isolierte Softwareumgebungen und externe Werkzeuge. AMD selbst beziffert den langfristig adressierbaren Markt für diese Chips auf rund 220 Mrd. US-Dollar.
AMD positioniert sich gegen Intel, Arm und Nvidia
- AMD verfügt laut Raymond James über eine starke Stellung im Rechenzentrumsgeschäft und gewinnt Marktanteile im x86-Servermarkt.
- Intel bleibt demnach dem Risiko weiterer Marktanteilsverluste ausgesetzt, während Arm über Lizenzmodelle und eigene Server-CPUs wächst.
- Nvidia baut mit eigenen CPUs ebenfalls ein strategisches Geschäft auf, erzielt den Großteil seiner Erlöse derzeit aber weiterhin mit KI-Beschleunigern.
Leopold erwartet, dass AMD Intel im Server-CPU-Markt bereits im kommenden Jahr überholen könnte. Gleichzeitig warnt die Analyse vor einer zu direkten Gleichsetzung von KI-Nachfrage und Chipabsatz: Höhere Auslastung, effizientere Software, kundenspezifische Chips und die Auslagerung einzelner Aufgaben können das Stückzahlwachstum begrenzen.
Aktie stark gelaufen, aber nicht ohne Gegenstimmen
Die AMD-Aktie notiert am 28. August 2026 an der Lang & Schwarz Exchange bei 405,20 Euro und liegt damit 0,49 % unter dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 120,46 % zu Buche. Das zeigt den hohen Vertrauensvorschuss des Marktes, erhöht aber zugleich die Anforderungen an die operative Umsetzung.
Für ein differenzierteres Bild sorgt die jüngste Umschichtung von ARK Invest. Der Fonds verkaufte 37.977 AMD-Aktien im Wert von rund 18,1 Mio. US-Dollar und stockte stattdessen Positionen in Broadcom und Cerebras auf. Der Schritt markiert jedoch keinen vollständigen Rückzug: Der größte ARK-Fonds hält weiterhin AMD-Aktien im Wert von etwa 193,3 Mio. US-Dollar. Damit bleibt AMD dort eine größere Position als die beiden hinzugekauften Wettbewerber.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass sich die AMD-Story von einer reinen GPU-Wette zu einer breiteren KI-Infrastrukturthese entwickelt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass nicht nur der Absatz von Beschleunigern, sondern auch AMDs Fähigkeit zur Gewinnung von Server-CPU-Marktanteilen entscheidend wird. Das Kursziel von 641 US-Dollar basiert auf einer Analystenprognose und ist keine Unternehmensprognose. Nach dem starken Kursanstieg bleiben Bewertung, Margenentwicklung und die tatsächliche Nachfrage nach KI-Rechenzentren zentrale Risiken.
Fazit & Ausblick
Raymond James sieht in AMDs Server-CPU-Geschäft einen unterschätzten Wachstumstreiber und erhöht deshalb die Einstufung auf Strong Buy. Für die weitere Kursentwicklung sind die kommenden Quartalszahlen, das Wachstum der Rechenzentrumssparte, AMDs Marktanteilsgewinne gegenüber Intel sowie die Entwicklung der operativen Margen besonders wichtig. Entscheidend wird sein, ob die hohe KI-Erwartung in nachhaltiges Umsatz- und Gewinnwachstum übersetzt werden kann.
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