Amazon-Aktie: Citi stuft den Titel trotz FTC-Risiken als Top-Pick ein

Amazon-Aktie: Citi stuft den Titel trotz FTC-Risiken als Top-Pick ein

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Citi stuft die Amazon-Aktie trotz des regulatorischen Überhangs aus dem FTC-Prime-Verfahren als Top-Pick ein.
  2. Amazon muss weitere Entschädigungen aus dem Prime-Vergleich automatisch an berechtigte Kunden auszahlen; die Obergrenze steigt auf 200 US-Dollar.
  3. Das vorläufige Projekt Mercury könnte Amazons Same-Day-Netz in den USA bis 2031 auf mehr als 1.000 Standorte erweitern.
  4. Die Amazon-Aktie notiert am 18. September 2026 bei 219,85 Euro und liegt seit Jahresbeginn 11,63 Prozent im Plus.

Marktanalyse & Details

Top-Pick trotz regulatorischem Überhang

Citi hält Amazon offenbar weiterhin für einen der attraktivsten Titel im eigenen Analyseuniversum. Die Einstufung als Top-Pick erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen wegen des Prime-Verfahrens mit erheblichen Rückzahlungen und einem anhaltenden Reputationsrisiko konfrontiert ist.

Im September 2025 hatte Amazon einem Vergleich über insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar zugestimmt. Davon entfallen bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar auf Entschädigungen für Verbraucher und 1 Milliarde US-Dollar auf eine zivilrechtliche Strafe. Bis September 2026 wurden bereits mehr als 845 Millionen US-Dollar an Kunden ausgezahlt.

Ein US-Bundesgericht genehmigte nun Änderungen, die den Auszahlungsprozess beschleunigen sollen. Mehr Verbraucher werden anspruchsberechtigt, die maximale Erstattung steigt von 51 auf insgesamt 200 US-Dollar, und künftige Zahlungen sollen automatisch ohne zusätzlichen Antrag erfolgen.

Same-Day-Lieferung als Angriff auf Walmart

Ein zentraler Wachstumstreiber ist Amazons geplante Verdichtung des Liefernetzes. Das vorläufige Projekt Mercury sieht Berichten zufolge mehr als 1.000 Same-Day-Fulfillment-Zentren bis 2031 vor. Heute betreibt Amazon rund 85 solcher Standorte. Die Einrichtungen sollen ein konzentriertes Sortiment häufig gekaufter Produkte wie Lebensmittel, Haushaltswaren und Medikamente besonders schnell verfügbar machen.

Den Planungen zufolge könnten die Zentren bis 2029 rund 28 Prozent des Paketvolumens und bis 2035 sogar die Hälfte ausmachen. Für den Ausbau der US-Kapazitäten bis 2027 steht demnach ein Budget von 6,8 Milliarden US-Dollar im Raum. Amazon betont jedoch, dass es sich um ein vorläufiges Planungsdokument handelt und die Angaben noch deutlich verändert werden können.

Hoher Infrastrukturbedarf stärkt AWS-These

Auch die Rechenzentrums-Infrastruktur liefert einen zusätzlichen Investitionsindikator. Ein langfristiger Liefervertrag für Notstromgeneratoren sieht nach ersten Angaben Lieferungen an Amazon-Rechenzentren im Wert von insgesamt 2,4 Milliarden US-Dollar für 2027 und 2028 vor. Der Betrag ist kein Amazon-Umsatz, verdeutlicht aber den wachsenden Bedarf an Kapazität und Versorgungssicherheit im Cloud- und KI-Geschäft.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die positive Amazon-Einschätzung weniger auf einer kurzfristigen Entlastung beim FTC-Verfahren als auf der langfristigen Monetarisierung von Logistik-, Cloud- und KI-Infrastruktur beruht. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein attraktives, aber kapitalintensives Wachstumsprofil: Schnellere Lieferungen können die Kundenbindung und den Umsatz mit Alltagsprodukten stärken, während hohe Investitionen, regulatorische Kosten und die unsichere Planung von Project Mercury die Margen belasten können.

Fazit & Ausblick

Die Amazon-Aktie bleibt trotz des Prime-Vergleichs und weiterer regulatorischer Risiken ein Top-Pick von Citi. Entscheidend wird sein, ob Amazon den Same-Day-Ausbau profitabel skalieren und gleichzeitig die Investitionen in Rechenzentren sowie die Verbraucherentschädigungen kontrollieren kann. Anleger sollten vor allem auf die endgültige Ausgestaltung von Project Mercury, die Entwicklung der Logistikkosten und die nächsten Quartalszahlen achten.

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