Micron-Aktie vor Quartalszahlen: Wall Street erwartet eine Gewinnverzehnfachung
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Micron soll am 30. September nach Börsenschluss die Ergebnisse des vierten Geschäftsquartals vorlegen.
- Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 31,16 US-Dollar nach 3,03 US-Dollar im Vorjahresquartal.
- Der Quartalsumsatz soll auf rund 50,4 Milliarden US-Dollar steigen; Micron selbst stellte zuletzt 50 Milliarden US-Dollar plus oder minus 1 Milliarde in Aussicht.
- Steigende DRAM-Preise und langfristige Kundenverträge stützen den Ausblick, während die Zyklik des Speichermarktes ein zentrales Risiko bleibt.
Marktanalyse & Details
Gewinnsprung trifft auf hohe Erwartungen
Micron Technology steht vor einem der stärksten Gewinnsprünge der laufenden Berichtssaison. Für das am 30. September erwartete Quartal rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 31,16 US-Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Micron 3,03 US-Dollar je Aktie erzielt. Das entspräche rechnerisch mehr als einer Verzehnfachung.
Beim Umsatz wird ein Anstieg von 11,32 Milliarden auf etwa 50,4 Milliarden US-Dollar erwartet. Microns eigene Prognose liegt bei 50 Milliarden US-Dollar mit einer Bandbreite von plus oder minus 1 Milliarde US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellte das Unternehmen zuletzt 31 US-Dollar mit einer Schwankungsbreite von plus oder minus 1 US-Dollar in Aussicht.
DRAM-Preise treiben die Margen
Der wichtigste Gewinnhebel bleibt der Speichermarkt. Micron produziert vor allem DRAM für den Arbeitsspeicher von Computern und Servern sowie NAND-Speicher für die dauerhafte Datenspeicherung. KI-Rechenzentren benötigen deutlich mehr DRAM je Server und setzen zusätzlich auf High-Bandwidth Memory, das Daten besonders schnell an Prozessoren liefert.
Das knappe Angebot hat die Preise für konventionelles DRAM deutlich steigen lassen. Nach einem Quartalsanstieg von 90 bis 95 Prozent im ersten Kalenderquartal 2026 folgte im zweiten Quartal ein weiterer Zuwachs von 58 bis 63 Prozent. Für das dritte Quartal wird zwar eine Verlangsamung auf 13 bis 18 Prozent erwartet, das Preisniveau bleibt damit jedoch außerordentlich hoch.
Microns Prognose deutet bereits auf eine nachlassende Dynamik hin: Der Umsatz soll gegenüber dem Vorquartal um 21 Prozent wachsen, nachdem er zuvor um 74 Prozent gestiegen war. Beim Gewinn je Aktie wird ein sequenzielles Plus von 23 Prozent erwartet, verglichen mit einem Anstieg von 106 Prozent im vorherigen Quartal.
Langfristverträge sollen die Zyklik abfedern
Ein wesentlicher Unterschied zu früheren Speicherbooms liegt in Microns Vertragsstrategie. Das Unternehmen hat 16 Vereinbarungen mit strategischen Kunden geschlossen. Die mehrjährigen Verträge enthalten feste Preise oder Preisgrenzen und sollen damit einen Teil der Nachfrage planbarer machen.
Die aus diesen Verträgen resultierenden verbleibenden Leistungsverpflichtungen beliefen sich im dritten Quartal auf rund 100 Milliarden US-Dollar. Diese Summe ist nicht mit sofort verbuchtem Umsatz gleichzusetzen, zeigt aber die Größenordnung der zugesagten Geschäftsbeziehungen.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Micron den aktuellen Preisschub im Speicherbereich zunehmend in längerfristige Umsatzsicherheit umwandeln kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht, dass die Zyklik verschwunden ist: Selbst bei anhaltend hoher KI-Nachfrage können zusätzliche Produktionskapazitäten, eine schwächere Nachfrage aus dem PC- und Smartphone-Geschäft oder fallende Speicherpreise die Gewinne schnell unter Druck setzen.
Die niedrige Bewertung von etwa dem Sechs- bis Achtfachen der erwarteten beziehungsweise annualisierten Gewinne signalisiert, dass der Markt einen großen Teil des aktuellen Gewinnniveaus als vorübergehend betrachtet. Der Abschlag kann daher sowohl eine Chance als auch eine Warnung sein. Eine Neubewertung der Aktie wäre vor allem dann plausibel, wenn Micron neben hohen Margen auch dauerhaft steigende Vertragsumsätze und eine disziplinierte Kapazitätsausweitung nachweisen kann.
Fazit & Ausblick
Der nächste zentrale Termin ist die Veröffentlichung der Quartalszahlen am 30. September nach US-Börsenschluss. Entscheidend werden neben dem Ergebnis je Aktie die Aussagen zu DRAM- und HBM-Preisen, zur Nachfrage der KI-Rechenzentren, zum Hochlauf neuer Kapazitäten und zur Nachhaltigkeit der langfristigen Kundenverträge. Ein Ergebnis über der Prognose könnte die Gewinnfantasie weiter stärken; ein vorsichtiger Ausblick würde dagegen die Risiken des Speicherzyklus erneut in den Vordergrund rücken.
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