Allianz beziffert Hitzeschäden: Europas Wirtschaftsleistung sinkt um 113 Milliarden Euro
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Sommerhitze dürfte Europas Wirtschaftsleistung 2026 laut Allianz um 113 Milliarden Euro mindern.
- Deutschland kommt auf geschätzte Einbußen von 25 Milliarden Euro und liegt damit hinter Italien.
- Naturkatastrophenschäden in Deutschland summierten sich in den vergangenen fünf Jahren auf 50 Milliarden Euro.
- Ein sehr warmes El-Niño-Jahr könnte 2027 weltweit wirtschaftliche Einbußen von 392 Milliarden Euro verursachen.
Marktanalyse & Details
Hitzewelle belastet Europas Produktion
Die Allianz schätzt, dass die Hitzewelle des Sommers die europäische Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 113 Milliarden Euro verringert. Das entspräche knapp einem halben Prozent der für 2026 erwarteten Wirtschaftsleistung. Für Deutschland beziffert der Konzern die Einbußen auf 25 Milliarden Euro. Höher fällt die Schätzung nur für Italien mit 28 Milliarden Euro aus; Frankreich folgt mit 20 Milliarden Euro.
In die Berechnung fließen unter anderem Produktivitätsverluste, längere Pausen und hitzebedingte Fehlzeiten ein. Der erstmals erstellte Climate Risk Tracker stützt sich auf Wetter- und Schadendaten sowie Modelle zu den wirtschaftlichen Folgen. Die Beträge sind daher Schätzungen und keine bereits abschließend gemessenen Verluste.
Naturkatastrophenschäden in Deutschland steigen
Zusätzlich zu den hitzebedingten Produktionsausfällen weist die Allianz auf Schäden durch Unwetter, Überschwemmungen und andere Naturereignisse hin. Für Deutschland beziffert sie diese in den vergangenen fünf Jahren auf insgesamt 50 Milliarden Euro. Die jährlichen Schäden seien damit im Durchschnitt doppelt so hoch gewesen wie im Vergleichszeitraum 2000 bis 2019. Weltweit stiegen die Naturkatastrophenschäden laut der Auswertung um 54 Prozent.
Die Höhe der Schäden hängt nicht allein von der Stärke der Naturereignisse ab: In dicht besiedelten und wirtschaftlich starken Regionen sind mehr Gebäude, Fahrzeuge und Produktionsanlagen gefährdet. Zugleich verweist die Allianz auf die überdurchschnittliche Erwärmung Europas. Deutschland und Frankreich lagen 2025 demnach gut zwei Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1950 bis 1970.
Analysten-Einordnung: Die Schätzungen machen deutlich, dass Klimarisiken sowohl die laufende Produktion als auch Sachwerte treffen können. Für Unternehmen und Versicherer bedeutet diese Entwicklung, dass neben der Häufigkeit von Extremwetter auch die regionale Konzentration von Vermögenswerten für die Risikobewertung entscheidend ist. Da die wirtschaftlichen Einbußen modelliert werden, sollten sie als Szenarioindikator und nicht als punktgenaue Messung des tatsächlichen BIP-Verlusts gelesen werden.
Fazit & Ausblick
Für 2027 sehen die Fachleute ein zusätzliches Risiko durch ein mögliches El-Niño-Jahr. Sollte es dadurch weltweit besonders warm werden, könnten die Einbußen in den 144 untersuchten Ländern laut Studie 392 Milliarden Euro erreichen; China wäre voraussichtlich am stärksten betroffen. Die tatsächlichen Folgen hängen davon ab, wie sich Wetterbedingungen und wirtschaftliche Aktivität entwickeln.
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