Alibaba-Aktie steigt: Konzern plant KI-Modell mit bis zu 10 Billionen Parametern und einen neuen Chip
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die in Hongkong notierte Alibaba-Aktie legte am 22. September intraday um mehr als 4,5 Prozent zu und erreichte den höchsten Stand seit dem 21. August.
- Alibaba plant für die Modellreihen Qwen 4.5 und Qwen 5 KI-Modelle mit 5 bis 10 Billionen Parametern.
- Der neue Zhenwu-V900-Chip soll laut Alibaba die dreifache Leistung des Vorgängers M890 erreichen und im ersten Quartal 2027 in Serie gehen.
- Alibaba Cloud will seine globale Rechenzentrumskapazität bis 2032 auf mehr als 20 Gigawatt ausbauen, stößt derzeit aber auf Engpässe in der Lieferkette.
Marktanalyse & Details
Alibaba skaliert seine Qwen-KI-Modelle
Alibaba-Chef Eddie Wu stellte auf der jährlichen Apsara-Konferenz in Hangzhou eine umfassende KI-Strategie vor. Das Unternehmen trainiert derzeit Qwen 4. Die nachfolgenden Modellreihen Qwen 4.5 und Qwen 5 sollen perspektivisch auf 5 bis 10 Billionen Parameter anwachsen. Zum Vergleich: Das aktuelle Spitzenmodell Qwen 3.8 Max verfügt über 2,4 Billionen Parameter.
Die Zahl der Parameter ist ein grober Hinweis auf die Größe eines Modells, garantiert jedoch weder eine höhere Qualität noch eine schnellere Monetarisierung. Alibaba will mit der nächsten Generation komplexere Aufgaben über längere Zeiträume lösen. Zudem meldete das Qwen-Team Fortschritte bei der rekursiven Selbstverbesserung von KI-Modellen, bei der diese ihre Grenzen erkennen, Experimente entwerfen und neue Trainingsdaten erzeugen.
Eigener KI-Chip soll Abhängigkeit verringern
Mit dem Zhenwu V900 präsentierte Alibabas Halbleitereinheit T-Head einen neuen Beschleuniger für das Training und die Inferenz großer Modelle. Alibaba bezeichnete den Chip als leistungsstärksten KI-Chip Chinas. Er soll die dreifache Leistung des M890 liefern, das bereits Inferenzen für Modelle mit mehr als 2 Billionen Parametern unterstützt.
Ein einzelner Verbund auf Basis des V900 soll bis zu 500.000 Beschleunigerkarten für Training und Inferenz unterstützen. Die Massenproduktion und die kommerzielle Einführung sind für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Alibaba erwartet zudem ein deutliches Wachstum bei den jährlichen Chip-Auslieferungen. Die Offensive kommt zu einem Zeitpunkt, an dem chinesische Technologiekonzerne wegen US-Exportbeschränkungen verstärkt eigene Alternativen zu ausländischen KI-Prozessoren entwickeln.
Cloud-Ausbau trifft auf Kapazitätsengpässe
Alibaba Cloud will seine globale Rechenzentrumskapazität bis 2032 auf mehr als 20 Gigawatt erhöhen. Nach Einschätzung des Managements bleibt die Nachfrage nach KI außergewöhnlich robust und beschleunigt das Umsatzwachstum der Cloud-Sparte. Gleichzeitig begrenzen Engpässe bei Komponenten, Energie und weiteren Teilen der KI-Rechenzentrums-Lieferkette das Expansionstempo. Die eigenen KI-Supernodes sollen noch in diesem Quartal im kommerziellen Maßstab online gehen.
Die Hongkonger Alibaba-Aktie verzeichnete den dritten Handelstag in Folge Gewinne und lag intraday mehr als 4,5 Prozent im Plus. Damit zeichnete sich der stärkste Tagesanstieg seit dem 3. August ab. Die in Europa beobachtete ADR notierte am 21. September bei 100,80 Euro unverändert; seit Jahresbeginn lag sie damit 20,25 Prozent im Minus. Die positive Marktreaktion zeigt daher zunächst eine Neubewertung der KI-Perspektive, nicht bereits eine vollständige operative Erholung.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Alibaba die gesamte KI-Wertschöpfungskette kontrollieren will – von Modellen über eigene Chips bis zu Rechenzentren. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung einen möglichen langfristigen Wettbewerbsvorteil, sofern Alibaba die angekündigte Rechenleistung tatsächlich bereitstellen und daraus profitables Cloud-Wachstum erzielen kann. Kurzfristig bleiben die hohen Investitionen, die Lieferkettenengpässe und der erst für 2027 geplante kommerzielle Start des V900 wesentliche Ausführungsrisiken. Die Modellgröße allein ist deshalb kein Beleg für steigende Gewinne.
Fazit & Ausblick
Im Mittelpunkt stehen nun die kommerzielle Inbetriebnahme der KI-Supernodes im laufenden Quartal und der Produktionsstart des Zhenwu V900 im ersten Quartal 2027. Entscheidend wird sein, ob Alibaba die starke KI-Nachfrage in höheres Cloud-Wachstum und verbesserte Margen übersetzen kann. Bis dahin dürfte der Markt vor allem Fortschritte bei Modelltests, Chip-Auslieferungen und dem Ausbau der Rechenzentrumskapazität beobachten.
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