Airbus: Metzler erhöht Kursziel auf 242 Euro – Qualitätsmängel bremsen Auslieferungen
Kurzüberblick
- Metzler hebt das Kursziel für Airbus von 224 auf 242 Euro an und bestätigt die Kaufempfehlung.
- Airbus lieferte im August wegen Qualitätsprüfungen am A330neo offenbar rund 57 Verkehrsflugzeuge aus.
- Die Ursache am Seitenleitwerk ist laut Airbus gefunden; die Auslieferungen wurden wieder aufgenommen.
- Der Konzern hält am Ziel von etwa 870 Auslieferungen im Jahr 2026 fest.
Marktanalyse & Details
Kursziel und aktuelle Bewertung
Die Metzler-Analysten erhöhen das Kursziel für die Airbus-Aktie von 224 auf 242 Euro und bestätigen die Einstufung Buy. Beim aktuellen Kurs von 197,36 Euro entspricht das einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 22,6 Prozent. Die Aktie notiert am 4. September 2026 im frühen Handel 0,46 Prozent höher, liegt seit Jahresbeginn jedoch nahezu unverändert bei minus 0,1 Prozent.
Analysten-Einordnung: Die Anhebung deutet darauf hin, dass Metzler die jüngsten Produktionsprobleme als beherrschbar und vorübergehend bewertet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der mittelfristige Airbus-Ausblick trotz kurzfristiger Auslieferungsrisiken intakt gesehen wird. Das bestätigte Kaufvotum ist allerdings kein Freibrief: Entscheidend bleibt, ob Airbus die Qualitätskontrollen ohne weitere Verzögerungen in der Produktion abarbeiten kann.
A330neo-Problem belastet August-Auslieferungen
Qualitätsmängel am Seitenleitwerk des Großraumjets A330neo haben Airbus im Sommer zu zusätzlichen Prüfungen im Produktionsprozess gezwungen. Nach vorliegenden Angaben lieferte der Konzern im August über alle Modellreihen hinweg nur etwa 57 Verkehrsflugzeuge aus – rund zehn weniger als im Juli. Die offizielle Monatsbilanz will Airbus Anfang der kommenden Woche veröffentlichen.
Airbus teilte mit, die Ursache sei inzwischen gefunden und die Auslieferungen seien wieder angelaufen. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Beobachtung von der technischen Ursachenanalyse auf die Frage, wie schnell der Konzern den entstandenen Rückstand aufholen kann.
Jahresziel von 870 Maschinen unter Beobachtung
Airbus-Chef Guillaume Faury strebt für 2026 rund 870 ausgelieferte Verkehrsflugzeuge an. Damit würde der Hersteller den bisherigen Rekord aus der Zeit vor der Corona-Krise von 863 Maschinen aus dem Jahr 2019 leicht übertreffen. Der schwache August erhöht den operativen Druck, macht das Jahresziel allein jedoch noch nicht un erreichbar, sofern sich die Auslieferungen in den verbleibenden Monaten normalisieren.
- Operatives Risiko: Weitere Qualitätsbefunde könnten die Übergaben an Kunden erneut verzögern.
- Wichtiger Termin: Die offiziellen Airbus-Auslieferungszahlen für August werden Anfang der kommenden Woche erwartet.
- Strategischer Faktor: Airbus prüft zudem eine mögliche Veräußerung seines US-Werks für Kleinsatelliten in Florida, um die Raumfahrtaktivitäten stärker auf europäische Anbieter zu konzentrieren.
Fazit & Ausblick
Die Airbus-Aktie erhält durch das angehobene Metzler-Kursziel Unterstützung, während die August-Auslieferungen einen kurzfristigen Belastungsfaktor darstellen. Die nächste offizielle Monatsbilanz wird zeigen, wie groß der Rückstand tatsächlich ist und ob Airbus das Ziel von 870 Maschinen mit einer Beschleunigung im weiteren Jahresverlauf noch plausibel halten kann.
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