Abercrombie & Fitch hebt Jahresprognose an: Aktie steigt um knapp 40 Prozent
Kurzüberblick
- Abercrombie & Fitch erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,27 Mrd. US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen.
- Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag ohne eine Zollrückerstattung bei rund 2,42 US-Dollar und damit über der Schätzung von 1,99 US-Dollar.
- Der US-Modehändler erhöht seine Jahresprognose für Umsatz, Ergebnis je Aktie und operative Marge deutlich.
- Die in Euro angezeigte Aktie lag am 26. August 2026 um 18:17 Uhr bei 130 Euro und damit 39,78 Prozent im Plus.
Marktanalyse & Details
Starkes zweites Quartal mit zweistelligem Gewinnwachstum
Abercrombie & Fitch hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordumsatz von 1,27 Mrd. US-Dollar erzielt. Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um 5 Prozent und lagen über der Markterwartung von 1,25 Mrd. US-Dollar.
Das operative Ergebnis erhöhte sich von 206,7 Mio. auf 252,7 Mio. US-Dollar. Die operative Marge erreichte 19,9 Prozent. Der Nettogewinn stieg von 141,4 Mio. auf 183,7 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 29,9 Prozent.
Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 4,17 US-Dollar nach 2,91 US-Dollar im Vorjahresquartal. In diesem Wert ist jedoch eine Zollrückerstattung von 1,75 US-Dollar je Aktie enthalten. Ohne diesen Einmaleffekt lag das EPS bei rund 2,42 US-Dollar und damit ebenfalls klar über der Schätzung von 1,99 US-Dollar.
Unternehmen hebt Jahresziele deutlich an
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Abercrombie & Fitch nun ein Umsatzwachstum von rund 5 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen eine Spanne von 3 bis 5 Prozent in Aussicht gestellt. Die neue Prognose liegt damit am oberen Ende der bisherigen Zielsetzung.
- EPS-Prognose: 13,10 bis 13,60 US-Dollar nach zuvor 10,20 bis 11,00 US-Dollar
- Prognose für die operative Marge: 14,5 bis 15,0 Prozent nach zuvor 12,0 bis 12,5 Prozent
- Investitionsausgaben: 250 Mio. US-Dollar nach zuvor 225 Mio. US-Dollar
- Ausblick für das dritte Quartal: Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent und EPS von 2,90 bis 3,20 US-Dollar
Die Anhebung der Ergebnisprognose fällt deutlich stärker aus als die Anpassung beim Umsatz. Das spricht dafür, dass neben der Nachfrage auch die operative Effizienz und die Margenentwicklung eine zentrale Rolle spielen.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Abercrombie & Fitch seine Ertragskraft derzeit schneller verbessert als den Umsatz. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die angehobene EPS-Prognose zwar ein starkes Signal ist, die Qualität des Quartalsgewinns aber um die einmalige Zollrückerstattung bereinigt werden sollte. Auch auf bereinigter Basis wurde die Erwartung übertroffen, doch der außergewöhnlich hohe ausgewiesene EPS-Sprung relativiert sich dadurch.
Positiv ist die Kombination aus höherem Umsatz, kräftigem Gewinnwachstum und einer angehobenen Margenprognose. Gleichzeitig bleibt die internationale Nachfrage ein Beobachtungspunkt, da das Unternehmen dort weiterhin Schwächen sieht. Die höhere Investitionsplanung kann das künftige Wachstum unterstützen, erhöht kurzfristig aber auch den Kapitalbedarf.
Die unmittelbare Marktreaktion fiel entsprechend deutlich aus: Die Aktie legte in der Euro-Notierung zeitweise beziehungsweise im Tagesverlauf um rund 40 Prozent zu. Damit preist der Markt bereits einen erheblichen Teil der verbesserten Geschäftserwartungen ein. Für die weitere Kursentwicklung werden deshalb vor allem die Nachhaltigkeit des bereinigten Gewinnwachstums und die Entwicklung außerhalb des Heimatmarktes entscheidend sein.
Fazit & Ausblick
Abercrombie & Fitch liefert mit Rekordumsatz, übertroffenen Erwartungen und einer deutlich höheren Jahresprognose einen starken Quartalsbericht. Im Fokus stehen nun die Ergebnisse des dritten Quartals mit dem erwarteten Umsatzplus von 5 bis 6 Prozent sowie die Frage, ob die verbesserte operative Marge auch ohne Sondereffekte Bestand hat.
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