Abbott Laboratories Aktie: Oncodetect-Test erkennt mehr Darmkrebs-Rückfälle
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Das Wichtigste in Kürze
- Abbott präsentierte auf dem ESMO-Kongress neue Beta-CORRECT-Daten zum Oncodetect-Test.
- Die WGS-Variante erreichte bei einer Blutprobe nach der Operation 72,2 Prozent Sensitivität – gegenüber 42,2 Prozent mit WES.
- Bei 157 Patienten erkannte WGS ctDNA bei 15 weiteren Personen, bei denen der WES-Test keinen Nachweis lieferte.
- Nachweisbare ctDNA war mit einem deutlich höheren Rückfallrisiko und einer niedrigeren krankheitsfreien Überlebensrate verbunden.
Marktanalyse & Details
WGS-Test mit höherer Sensitivität
Abbott hat auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie Ergebnisse der Beta-CORRECT-Studie zu seinem Oncodetect-Test vorgestellt. Untersucht wurde, ob sich nach einer Darmkrebsoperation zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) im Blut nachweisen lässt. In der Auswertung lag die Sensitivität der auf Gesamtgenomsequenzierung (WGS) basierenden Testversion für ein Rezidiv innerhalb von zwei Jahren bei 72,2 Prozent. Die Variante mit Exomsequenzierung (WES) kam auf 42,2 Prozent. Das entspricht einem absoluten Unterschied von 30 Prozentpunkten.
Beide Tests wurden nach der Operation bei 157 Patienten verglichen. WGS erfasste alle 29 ctDNA-positiven Patienten, die auch WES identifiziert hatte, und zusätzlich 15 weitere. Diese zusätzlichen Nachweise lagen sämtlich unter 20 Teilen pro Million; 14 davon sogar unter zehn. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass WGS auch sehr geringe ctDNA-Mengen erfassen kann.
Prognostischer Zusammenhang
Ein ctDNA-Nachweis nach dem Eingriff war in den Studiendaten mit einem höheren Rückfallrisiko verbunden: Für diese Patienten wurde ein 10,6-fach höheres Risiko als für ctDNA-negative Patienten angegeben. Die krankheitsfreie Überlebensrate nach zwei Jahren betrug 36,2 Prozent bei nachweisbarer ctDNA und 92,3 Prozent ohne Nachweis. Bei Patienten im Stadium II mit negativem ctDNA-Ergebnis erlitten 2,8 Prozent innerhalb von zwei Jahren ein Rezidiv.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die höhere Sensitivität von WGS besonders bei niedrigen ctDNA-Konzentrationen für die Risikoeinschätzung nach einer Operation relevant sein könnte. Für Anleger bedeutet die Entwicklung einen klinischen Fortschritt im Diagnostikbereich, aber noch keinen Nachweis, dass der Test allein Behandlungsergebnisse verbessert. Entscheidend werden die weitere Validierung, der Einsatz in der klinischen Praxis und die Frage sein, ob die zusätzlichen Befunde Therapieentscheidungen sinnvoll verändern.
Fazit & Ausblick
Die Beta-CORRECT-Daten stärken die wissenschaftliche Grundlage für Oncodetect und könnten Abbotts Diagnostikgeschäft unterstützen. Für eine Einschätzung des kommerziellen Beitrags fehlen jedoch Angaben zu Zulassung, Erstattung und geplantem Einsatz der WGS-Version. Der nächste wichtige Schritt ist daher, ob zusätzliche klinische Daten den Nutzen des empfindlicheren Tests für die Versorgung bestätigen.
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