Abbott Laboratories Aktie: Abspaltung der Ernährungssparte belastet trotz Umsatzplus
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Abbott will sein Ernährungsgeschäft bis Ende 2027 als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen abspalten.
- Die Sparte erzielt rund 8,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz und beschäftigt etwa 16.000 Menschen.
- Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 14,5 Prozent auf rund 13 Milliarden Dollar; der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,42 Dollar.
- Die Abbott-Aktie notierte am 21. Oktober um 14:35 Uhr an der Lang & Schwarz Exchange 2,99 Prozent im Minus bei 87,64 Euro.
Marktanalyse & Details
Abspaltung soll zwei Geschäftsprofile schaffen
Abbott plant, sein weltweites Ernährungsgeschäft in ein unabhängiges, börsennotiertes Unternehmen zu überführen. Die Ausgliederung soll durch die Verteilung von Aktien der neuen Gesellschaft an die Abbott-Aktionäre erfolgen. Damit würden Anleger nach Abschluss Anteile an beiden Unternehmen halten. Die Sparte umfasst unter anderem die Marken Similac, PediaSure, Pedialyte, Glucerna und Ensure.
Abbott will sich künftig stärker auf Medizintechnik, Diagnostik und etablierte Medikamente konzentrieren. Das Unternehmen erwartet, dass beide Gesellschaften ihre Investitionen und Kapitalverteilung gezielter an unterschiedlichen Wachstumsaussichten und Geschäftsmodellen ausrichten können. Bis zum Abschluss bleibt das Ernährungsgeschäft Teil von Abbott. Die Transaktion steht noch unter üblichen Bedingungen, darunter behördliche Genehmigungen und die Zustimmung des Verwaltungsrats.
Quartalszahlen und Prognose
Der Umsatz im dritten Quartal 2026 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,5 Prozent auf rund 13,0 Milliarden US-Dollar. Rückenwind kam auch von der im März übernommenen Krebsdiagnostikfirma Exact Sciences. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 1,42 Dollar, verglichen mit 1,30 Dollar ein Jahr zuvor. Auf GAAP-Basis meldete Abbott einen Nettogewinn von 920 Millionen Dollar nach 1,644 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal; bereinigt lag das Ergebnis bei 2,477 Milliarden Dollar.
Für 2026 erwartet Abbott nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,50 bis 5,55 Dollar. Die Spanne wurde gegenüber der bisherigen Prognose von 5,45 bis 5,60 Dollar enger gefasst, ihr Mittelpunkt bleibt damit nahezu unverändert. Zugleich senkte das Unternehmen die Erwartung für das vergleichbare Umsatzwachstum auf etwa 6,0 Prozent, nachdem zuvor 6,5 bis 7,5 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Für das vierte Quartal liegt die Prognose beim bereinigten Gewinn je Aktie bei 1,62 bis 1,67 Dollar.
Analysten-Einordnung: Die geplante Trennung ist ein strategischer Umbau, kein unmittelbarer Ergebnisimpuls: Abbott erwartet, dass die Abspaltung die Prognosen für 2026 und den im Januar angekündigten Ausblick für 2027 nicht verändert. Dass der Aktienkurs trotz Umsatzwachstums nachgab, deutet darauf hin, dass Anleger zunächst die Umsetzung, die noch nicht bezifferten Einmalkosten und die gesenkte Umsatzwachstumserwartung stärker gewichten als den Quartalsumsatz. Für Anleger bedeutet die geplante Aktienverteilung, dass sie künftig an zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Wachstumstreibern beteiligt sein könnten; Bewertung und Ausschüttungspolitik der neuen Gesellschaft sind jedoch noch offen.
Fazit & Ausblick
Abbott peilt den Abschluss der Abspaltung bis Ende 2027 an. Die einmaligen Kosten stehen noch nicht fest; Details zum Ausblick für 2027 will der Konzern im Januar vorlegen. Bis dahin dürften vor allem die Entwicklung des Kerngeschäfts, die Umsetzung der Transaktion und weitere Angaben zur künftigen Dividende der beiden Unternehmen im Fokus stehen. Abbott erwartet, dass die kombinierte Dividende beider Gesellschaften zum Zeitpunkt der Trennung der dann geltenden Abbott-Dividende entspricht.
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