Tesla Aktie: Musk plant 100 GW Solarfertigung pro Jahr
Elon Musk verbindet Teslas Solargeschäft enger mit dem steigenden Strombedarf von Rechenzentren. In einer Mitteilung auf X vom 30. August 2026 schrieb er, Tesla und SpaceX wollten jeweils so schnell wie möglich eine jährliche Solarproduktionskapazität von 100 Gigawatt aufbauen.
Solarenergie allein reicht nach Musks Darstellung in den kommenden Jahren jedoch nicht aus. Erdgas werde weiterhin benötigt, um die Stromversorgung zu ergänzen und den Ausbau der Solarkapazitäten zu ermöglichen. SpaceX soll deshalb einen Engpass bei der Herstellung von Erdgas-Turbinen angehen: den Guss von Turbinenschaufeln und Leitschaufeln.
SpaceX will Turbinen bis zu 18 Monate früher nutzen
Musk bezeichnete die benötigten Schaufeln und Leitschaufeln als begrenzenden Faktor bei der Produktion von Erdgas-Turbinen. Nach seinen Angaben gibt es weltweit nur drei Gießereien, die solche Komponenten herstellen. Zugleich seien Gas-Turbinen bis 2030 ausverkauft.
SpaceX will die Bauteile daher selbst gießen. Musk erklärte, dass neue Erdgas-Turbinen dadurch bis zu 18 Monate früher ans Netz gebracht werden könnten. TeslaNorth berichtet, Musk habe diesen Zeitgewinn als „Game-Changer“ bezeichnet.
Der Anlass ist der Strombedarf von Rechenzentren und KI-Systemen. Neue Chips und Server können erst genutzt werden, wenn am jeweiligen Standort genügend elektrische Leistung verfügbar ist. Musks Plan sieht deshalb zwei parallele Schritte vor: kurzfristig zusätzliche Leistung aus Erdgas-Turbinen und zugleich den Aufbau einer sehr großen Solarproduktion.
Tesla und SpaceX verfolgen getrennte 100-GW-Ziele
Das Ziel ist nicht neu. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte Musk im Januar 2026, dass Teams von Tesla und SpaceX jeweils an einer jährlichen Solar-PV-Fertigungskapazität von 100 GW in den USA arbeiten. Damals nannte er für den Aufbau eine Dauer von ungefähr drei Jahren.
Zusammen kämen beide Unternehmen damit auf 200 GW Solarfertigung pro Jahr. Die Projekte werden getrennt entwickelt: Die geplante Fertigung von Turbinenschaufeln betrifft SpaceX, während Tesla in Musks Aussagen vor allem mit dem Aufbau der Solarkapazität verbunden ist.
Bei Tesla gibt es bereits Hinweise auf entsprechende Vorbereitungen. Electrek berichtete im Mai über den Aufbau einer großen Solarmodul-Fabrik in Brookshire im Raum Houston. Im März hatte das Medium unter Berufung auf Reuters zudem über Verhandlungen zum Kauf chinesischer Solarfertigungsausrüstung im Wert von rund 2,9 Milliarden US-Dollar berichtet. Die Anlagen sollen dem Bericht zufolge beim Aufbau der US-Produktion helfen.
Von Electrek ausgewertete Tesla-Stellenausschreibungen nennen eine Solarproduktion in den USA, die von Rohmaterialien bis zu fertigen Modulen reicht. Als Ziel werden 100 GW vor Ende 2028 angegeben. Damit würde Tesla mehrere Fertigungsstufen innerhalb der eigenen Produktion abdecken.
Warum der Energieplan für Tesla relevant ist
Für Tesla erweitert der 100-GW-Plan den Blick über Elektroautos und Batteriespeicher hinaus. Das Unternehmen wäre bei einer Umsetzung auch ein großer Hersteller von Solarkomponenten. Musk ordnet diese Kapazitäten ausdrücklich der Stromversorgung für Rechenzentren und KI-Rechenleistung zu.
Die Verbindung ergibt sich aus dem hohen und kontinuierlichen Energiebedarf solcher Anlagen. Solarproduktion kann neue Erzeugungskapazitäten bereitstellen, während Erdgas-Turbinen Strom unabhängig von Tageszeit und Wetter liefern. SpaceX soll nach Musks Plan die Bereitstellung der Turbinen beschleunigen, Tesla parallel die Solarfertigung ausbauen.
TechCrunch verweist bei der schnelleren Nutzung zusätzlicher Erdgas-Turbinen auf mögliche Umwelt- und Emissionsprobleme. Musks Konzept setzt zumindest für mehrere Jahre auf fossile Stromerzeugung als Ergänzung zur Solarenergie. Wie groß dieser Anteil ausfällt, hängt vom tatsächlichen Ausbau der jeweiligen Erzeugungskapazitäten ab.
Aus dem Solarziel muss nun Produktion werden
Die Größenordnung von 100 GW pro Unternehmen verlangt einen schnellen Fabrikaufbau und große Mengen an Produktionsausrüstung. Musks Zeitrahmen von ungefähr drei Jahren deckt sich weitgehend mit dem in Tesla-Stellenausschreibungen genannten Ziel vor Ende 2028.
Für die Tesla Aktie rückt damit das Energiegeschäft stärker in den Mittelpunkt. Die nächste messbare Etappe ist der Aufbau der angekündigten Fertigungskapazitäten in den USA. Bei SpaceX steht dagegen die eigene Gussfertigung im Vordergrund, mit der Erdgas-Turbinen schneller für Rechenzentren verfügbar werden sollen.
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