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Sebastian B in Börsennews

01.11.2022 15:31

Blogartikelbild Neuer CEO als Kurstreiber? – Analysten korrigieren Kursziele nach unten

Neuer CEO als Kurstreiber? – Analysten korrigieren Kursziele nach unten

Wenn es in einem Unternehmen operativ nicht läuft, wird neben dem Geschäftsmodell nicht selten auch das verantwortliche Personal in Frage gestellt. Durch einen Führungswechsel verspricht sich der Aufsichtsrat neue Innovationen und eine gewisse Aufbruchsstimmung.

Genau diesen Schritt ist die Fresenius SE gegangen. Seit dem 1. Oktober 2022 ist Michael Sen als neuer Konzern-CEO verantwortlich. Seine Rolle als CEO der Tochtergesellschaft Kabi wird er übergangsweise weiter ausführen. 

Prognosesenkung und durchwachsene Quartalszahlen

Doch auch ein neuer CEO kann nicht direkt alle Probleme lösen. Eine von Sen’s ersten Amtshandlungen war die Mitteilung einer Prognosesenkung – die zweite innerhalb weniger Monate für Fresenius. Die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene 3. Quartal fielen gemischt aus. Besonders hart trifft es aktuell die Konzerntochter Fresenius Medical Care (FMC). Ein Mangel an Pflegepersonal und steigende Lohn- und Materialkosten, insbesondere in Nordamerika, belasten das Ergebnis. Kurzfristig sei nicht mit einer Verbesserung zu rechnen, so Sen. Er kündigte an, jeden Geschäftsbereich zu durchleuchten und die Kosten des Konzerns zu senken. 

Q3-Zahlen von Fresenius gegenüber der Prognose

Analysten korrigieren ihre Kursziele

Analysten reagierten auf die Prognosesenkung und die Zahlen zum Q3 mit einer Anpassung ihrer Kursziele. So belässt das Analystenhaus Warburg Research die Aktie von Fresenius auf „buy“, senkt das Kursziel jedoch auf 34 EUR. Insbesondere die gesenkte langfristige Prognose für FMC wird durch die Anpassung widergespiegelt. Die Deutsche Bank und die UBS stufen die Aktie weiterhin auf „hold“ bzw. „neutral“ ein. Beide Analysten senkten ebenfalls ihr Kursziel auf 25 EUR (Deutsche Bank) bzw. 30 EUR (UBS). 

Marktreaktion auf Unternehmens-meldungen

Die erste Reaktion auf die Prognosesenkung am Sonntagabend war ein deutlicher Abverkauf. So lag die Aktie im außerbörslichen Handel bei Lang & Schwarz zwischenzeitlich bei -6 %. Doch bereits zum Handelsstart am Montagmorgen konnte sich der Kurs erholen und die Aktie schloss schließlich mit über 5 % im Plus. Möglicherweise ein Zeichen, dass bereits viel negatives im aktuellen Kurs eingepreist ist.

Chart von Fresenius nach den Quartalszahlen
Chart von Fresenius

Tradingszenario

Bereits seit Mitte 2017 befindet sich die Aktie im Abwärtstrend. Seit August 2021 hat die Abwärtsdynamik im großen Bild deutlich zugenommen. Mit Blick auf eine kurzfristigere Sicht zeigt sich eine erneute Beschleunigung des Abwärtstrends mit Beginn im Mai 2022. Nachdem der Kurs Mitte Oktober an einer starken Widerstandszone abgeprallt und nach oben gedreht ist, befindet er sich nun an dieser steileren Abwärtstrendline. Sollte die Trendlinie, mit Hilfe des starken Markts, nachhaltig überwunden werden, wäre ein Anlaufen der nächsten Widerstandszone bei ca. 26 EUR denkbar. Sollte die Abwärtstrendline halten, könnte es erneut unter die 20 EUR gehen. Grundsätzlich ist die Trendfortsetzung als wahrscheinlicher anzusehen.

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