Morgan-Stanley-Analysten: Die fünf Top-Picks vor den Earnings!
In dieser Woche haben Analysten von Morgan Stanley eine Auswahl an Aktien vorgestellt, die vor den Veröffentlichungen der Quartalsberichte als besonders empfehlenswert gelten. Bisher haben 88 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Quartalszahlen bekanntgegeben, wobei beeindruckende 76,1 % von ihnen die Prognosen der Analysten übertrafen, wie der Datendienstleister Refinitiv berichtet.
Erwähnte Aktien
Cinemark
Der Analyst Benjamin Swinburne ist der Ansicht, dass Kinobesuche keineswegs aus der Mode gefallen sind. Im Vorfeld der Gewinnprognose Anfang Mai verdoppelt er seine Beteiligung an der Kinokette Cinemark. Swinburne verkündete Anfang der Woche sein Vertrauen in das fortgesetzte Wachstum des Filmangebots der Studios und die ungebrochene Lust der Verbraucher an Kinobesuchen.
Der Analyst hob sein Kursziel von 16 auf 21 USD pro Aktie an und erklärte, dass sein neues bullisches Szenario bei 27 USD liegt, was ein Aufwärtspotenzial von über 27 % bzw. knapp 64 % beim bullischen Szenario wäre. Swinburne fügte hinzu, dass das erste Quartal für die Kinos sehr erfreulich verlaufen sei.
Er schrieb, dass Filme, die nicht unter den Top 10 der Einspielergebnisse rangierten, im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von etwa 100 % verzeichneten und etwa 28 % zum gesamten Einspielergebnis des ersten Quartals beitrugen.
Die Cinemark-Aktie, deren Wert in diesem Jahr bereits um 90 % gestiegen ist, spiegelt Swinburne zufolge noch nicht das erwartete Wachstum des Unternehmens für das Jahr 2024 wider.
“Wir sehen weiterhin ein erhebliches Aufwärtspotenzial für die Aktie, da sich die Kinokassen erholen und betrachten den Kinobesuch generell als antizyklisch.”
Morgan Stanley-Analyst Benjamin Swinburne
WillScot Mobile Mini
Morgan-Stanley-Analyst Dillon Cumming äußerte kürzlich, dass die Aktie des Anbieters von mobilen Büro- und Lagerräumen zu verlockend sei, um sie unbeachtet zu lassen. Das Wertpapier, das in diesem Jahr bereits um 6 % gesunken ist, wird seiner Meinung nach von anderen Analysten von Morgan Stanley zu Unrecht abgewertet, da Ängste bezüglich der Zukunft gewerblicher Immobilien immer noch vorherrschen.
Cumming schrieb, dass in den letzten Wochen Bedenken geäußert wurden, ob WillScot Mobile Mini in einem Umfeld bestehen könne, in dem Anleger zunehmend kurzfristige Gewinnsteigerungen ausschließen. Die Analysten von Morgan Stanley gaben zwar zu, dass sie “Schwächen in kreditsensibleren Branchen” wie Handel, Büro und Unterkunft sehen, jedoch wurde betont, dass diese für WillScot durch die Widerstandsfähigkeit im öffentlichen Sektor, der verarbeitenden Industrie und möglicherweise im Energiesektor mehr als ausgeglichen werden sollten.
Der Analyst fügte hinzu, dass das Nichtwohnungsbaugeschäft von WillScot für das Unternehmenswachstum “nicht entscheidend” sei und dass der Ergebnisbericht in der kommenden Woche einen positiven Katalysator darstellen werde.
Trotz des turbulenten Handelsumfelds betrachtet der Analyst diesen Rückgang als überzeugenden Einstiegspunkt.
Church & Dwight
Morgan-Stanley-Analystin Dara Mohsenian geht davon aus, dass der für nächste Woche erwartete Ergebnisbericht des Konsumgüterherstellers keine bedeutenden Veränderungen mit sich bringen wird. Dennoch empfiehlt sie den Anlegern, jetzt in Church & Dwight zu investieren, da sie für das erste Quartal einen Umsatzsprung erwartet.
Morgan Stanley bevorzugt Aktien, die langfristiges organisches Umsatzwachstum bieten, das über den Konsens- und Markterwartungen liegt, und Church & Dwight stelle einen solchen Wert dar, so Mohsenian. Die Analystin hatte die Aktie bereits im Januar hochgestuft und verwies dabei auf die Ausdehnung der Gewinnmarge sowie das positive Umsatzwachstum.
Die Aktie ist im Jahr 2023 um 13 % gestiegen, doch Mohsenian betrachtet sie weiterhin als sehr attraktiv. Die Analystin führte weiter aus, dass Church & Dwight über eines der defensivsten Portfolios in ihrem Analysebereich. Dabei kommen rund 82 % der Umsätze aus den USA und es gibt Marken im Portfolio, die mit einem durchschnittlichen Preisnachlass von 24 % günstiger sind als andere in ihren Kategorien. Dies positioniert das Unternehmen vorteilhaft, falls sich verschlechternde Makrodaten die Verbraucher zum Handeln veranlassen.
McDonald’s
Die US-Verkäufe dürften voraussichtlich weiterhin über den Erwartungen liegen, während die Bedenken bezüglich Europas nachlassen, so die Analysten von Morgan Stanley. Dies sollte den Aktienkurs von McDonald’s weiter nach oben treiben, obwohl Fragen aufkommen, ob die langfristigen Prognosen für das Wachstum der Einheiten und die allgemeinen Kosten nicht etwas zu optimistisch sind. Die makroökonomischen Sorgen in Europa könnten etwas abklingen, und es wird erwartet, dass sich die Marke unabhängig von der Situation gut entwickeln wird, obwohl die Umsatzprognosen für das laufende Jahr bereits ziemlich ambitioniert sind.
Fortinet
In unsicheren Zeiten erscheint die Situation noch relativ vertretbar. Trotz Anfälligkeit für makroökonomische Belastungen bleibt die Nachfrage nach Cybersicherheits-Produkten im Jahr 2023 stabil, wie die jüngste CIO-Umfrage belegt. Konsolidierer mit attraktiven Free-Cashflow-Multiplikatoren, wie Palo Alto Networks, Fortinet und Crowdstrike, werden weiterhin bevorzugt. Zudem wird Fortinet als wachsender Konsolidierer im Bereich Sicherheit sowie bei umfassenderen Netzwerkausgaben betrachtet, so ein Morgan-Stanley-Analyst.
Übrigens: Big-Tech liefert Quartalszahlen – was ihr beachten solltet!
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.