HP – diese Zahlen sind nicht erfreulich
Hewlett Packard (HP) zählte während der Corona-Pandemie zu den Profiteuren, denn wegen des Homeoffice-Booms konnte das Unternehmen Unmengen an PCs und Druckern an den Mann bringen. Doch inzwischen haben sich die Aussichten eingetrübt. Die Verbraucher halten sich bei der Anschaffung von Computern und Co. eher zurück – vermutlich aufgrund der hohen Inflation und der vermehrten Rückkehr ins “normale” Büro. Die neuesten Quartalszahlen von Hewlett Packard bestätigten diese Entwicklung. Zwar übertraf der Gewinn die Erwartungen, doch das Umsatzziel wurde verfehlt. Die Aktie fiel daraufhin an diesem Mittwoch um 5 %.
Das macht HP
Hewlett Packard ist ein Schwergewicht in der Branche der Computer- und Verbrauchertechnologie. Das US-Unternehmen mit Sitz Palo Alto/Kalifornien hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von PCs, Notebooks, Hardware, Software und Dienstleistungen spezialisiert. Bekannt ist es auch für seine Drucker. HP wurde 1939 von Bill Hewlett und Dave Packard gegründet und ist heute eines der größten Tech-Unternehmen mit einem Umsatz von über 62,98 Milliarden USD im Jahr 2022.
Vor allem bei Dividendeninvestoren ist die Aktie beliebt, zahlt sie doch eine durchaus attraktive Dividendenrendite von ca. 3,3 %.
Die neuesten Quartalszahlen
- Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie überraschte positiv – trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage. Das EPS fiel zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,08 auf 0,80 USD, schlug aber die Erwartungen der Experten, die nur 0,76 USD pro Aktie prognostizierten.
- Der Umsatz sank um fast 22 % auf 12,91 Milliarden USD und verfehlte damit die Konsensschätzungen.
- Während der Nettoumsatz im Druckbereich um 5 % auf 4,7 Milliarden USD zurückging, bekam Personal Systems dies zu spüren – in diesem Segment sanken die Einnahmen um 29 % auf 8,2 Milliarden USD.
- Die Umsätze mit privaten Computern/Hardware gingen büßten im Vorjahresvergleich sogar 39 % ein.
- Die Gesamtzahl der verkauften Produkte ging um 28 % zurück (Privatverbraucher um 34 %, Gewerbe um 23 %).
- Besser hielt sich die Druckersparte mit einem Umsatzrückgang von 5 % auf 4,74 Milliarden Dollar. Mit diesem Ergebnis wurden die Analystenerwartungen sogar leicht übertroffen.
- Der Unternehmsboss äußerte sich positiv: „Unsere disziplinierte Umsetzung und starke Innovation in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld ermöglichten es uns, im zweiten Quartal einen Non-GAAP-EPS am oberen Ende unseres Ziels zu erzielen“, sagte Enrique Lores, Präsident und CEO von HP. „Wir sind gut aufgestellt, um in unseren Märkten zu gewinnen und langfristiges, nachhaltiges Wachstum voranzutreiben, während wir bei unserem Future-Ready-Plan weitere Fortschritte machen.“
Der Ausblick
Der Ausblick für das dritte Quartal 2023 ist nicht enttäuschend, aber auch nicht gerade spektakulär. Das Management stellt einen bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie von 0,81 bis 0,91 USD in Aussicht. Die Konsensschätzungen von 0,85 USD liegen in dieser Spanne. Im Gesamtjahr soll das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie zwischen 3,30 und 3,50 USD liegen. Überdies peilt man einen Free Cashflow zwischen 3,0 bis 3,5 Milliarden USD an.
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Das sagen die Analysten
Als Reaktion auf die durchwachsenen Zahlen behielt Barclays sein “Underweight”-Rating für HP bei und setzte das Kursziel auf 24 USD herab. Dieses Ziel liegt ca. 20 % unter dem aktuellen Aktienkurs. „Während die Korrektur der PC-Bestände bereits in vollem Gange ist, gehen wir davon aus, dass die Verschlechterung des durchschnittlichen Verkaufspreises gerade erst beginnt“, sieht Barclays-Analyst Tim Long keine rosige Zukunft.
Analyst Aaron Rakers von Wells Fargo bekräftigte ebenfalls die Einstufung „Underweight“. Die Bank of America ist besorgt über schwache Verbraucherausgaben sowie schwache Unternehmensausgaben und geht davon aus, dass sich die Margen normalisieren werden. Auch in der belasteten hinteren Hälfte sieht das Unternehmen Risiken. BofA-Analyst Wamsi Mohan sagte: „Wir sehen Gegenwind durch schwache Verbraucherausgaben und möglicherweise höhere Lagerbestände aufgrund strategischer Einkäufe und einer stärkeren Nutzung von Seetransporten.“
Was macht die Aktie?

Die HP-Aktie hat im April 2022 ihr Hoch bei 42 USD markiert, seitdem aber zwischenzeitlich rund ein Drittel an Wert verloren. Zurzeit klebt die Aktie an der 30-USD-Marke fest. Hoffnung auf einen Push zu vorherigen oder gar neuen Hochs gibt es zurzeit nicht – eher im Gegenteil. Als Unterstützung dient der Bereich um 27 USD.
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Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist im besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.