Goldman Sachs-Aktie nach Zahlen: Aktienhandel boomt

Goldman Sachs übertrifft die Erwartungen deutlich. Der Aktienhandel liefert den größten Schub, während FICC gegenüber dem Vorquartal 24 Prozent verliert.

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Goldesel Kompakt

Das Wichtigste in Kürze

  1. Erwartungen deutlich übertroffen: Goldman Sachs erzielte 17,01 USD Ergebnis je Aktie und 18,68 Mrd. USD Nettoerlöse, mehr als die von CNBC genannten Erwartungen.
  2. Aktienhandel trägt Wachstum: Die Aktienhandelserlöse stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 72 Prozent auf rund 6,44 Mrd. USD.
  3. Zwei unterschiedliche Vergleiche: Die gesamten Nettoerlöse wuchsen gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent, lagen aber 8 Prozent unter dem zweiten Quartal 2026.

Goldman Sachs hat am heute seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht: 18,68 Mrd. USD Nettoerlöse, 5,29 Mrd. USD Nettogewinn und ein verwässertes Ergebnis von 17,01 USD je Aktie. Der größte Wachstumsschub kam aus dem Aktienhandel, dessen Erlöse um 72 Prozent zulegten. Gleichzeitig verlor das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen gegenüber dem Vorquartal deutlich. Wenn Du die Zahlen einordnen möchtest, lohnt deshalb der Blick hinter das Gesamtergebnis: Die Bank wächst kräftig gegenüber dem Vorjahr, liegt aber unter ihrem zweiten Quartal.

Fast 2 Mrd. USD mehr Erlöse als erwartet

Aktienverlinkung: US38141G1040

Die Quartalsmitteilung von Goldman Sachs zeigt einen Anstieg der Nettoerlöse um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Gegenüber dem zweiten Quartal 2026 gingen sie hingegen um 8 Prozent zurück. Beide Vergleichswerte gehören zur Geschichte: Das Geschäft ist größer als vor einem Jahr, hat das Niveau des unmittelbar vorangegangenen Quartals aber nicht gehalten.

Laut CNBC hatten Analysten mit 16,71 Mrd. USD Erlösen und 13,02 USD Ergebnis je Aktie gerechnet. Tatsächlich lieferte Goldman Sachs 1,97 Mrd. USD mehr Erlöse. Das entspricht rechnerisch rund 11,8 Prozent über dieser Erwartung. CNBC beschreibt den Abstand zur von LSEG erfassten Erlösschätzung entsprechend als fast 2 Mrd. USD.

Beim Ergebnis je Aktie fiel die Überraschung relativ noch größer aus. Die gemeldeten 17,01 USD liegen 3,99 USD über den von CNBC genannten 13,02 USD. Rechnerisch ist das ein Vorsprung von rund 30,6 Prozent. Für Dich bedeutet der Vergleich: Der Abstand zur Erwartung betrifft sowohl die Erlöse als auch das Ergebnis je Aktie und ist bei der Ergebniskennzahl prozentual deutlich größer.

Der Nettogewinn von 5,29 Mrd. USD entspricht rechnerisch rund 28,3 Prozent der Nettoerlöse. Diese Relation beschreibt das abgeschlossene Quartal; sie ist keine Prognose für die kommenden Monate. Zusammen mit dem Erlösvergleich zeigt sie, wie viel vom gemeldeten Geschäftsvolumen als Nettogewinn übrig blieb.

Der Aktienhandel liefert einen großen Teil des Wachstums

Global Banking & Markets erzielte 13,46 Mrd. USD Nettoerlöse und wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal um 32 Prozent. Der Bereich steuerte damit rechnerisch rund 72 Prozent zu den gesamten Nettoerlösen von Goldman Sachs bei. Seine Entwicklung hat entsprechend großen Einfluss darauf, wie das Quartal der gesamten Bank ausfällt.

Innerhalb dieses Bereichs erreichte der Aktienhandel rund 6,44 Mrd. USD Nettoerlöse, ein Plus von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein dieses Geschäft lieferte damit rechnerisch rund 34,5 Prozent der gesamten Bankerlöse. Der kräftige Anstieg kommt also aus einem Geschäft, das schon wegen seiner Größe erheblich zum Gesamtergebnis beiträgt.

Aus den gerundeten Angaben lässt sich die Größenordnung des zusätzlichen Geschäfts ableiten: Bei 72 Prozent Wachstum lagen die Aktienhandelserlöse im Vorjahresquartal rechnerisch bei rund 3,74 Mrd. USD. Der Zuwachs beträgt damit etwa 2,70 Mrd. USD. Zum Vergleich: Die gesamten Nettoerlöse der Bank erhöhten sich auf Basis der gemeldeten Wachstumsrate um rund 3,49 Mrd. USD. Der Aktienhandel erklärt damit rechnerisch gut drei Viertel dieses Nettozuwachses.

Die Aktienfinanzierung erreichte rund 3,37 Mrd. USD. Das entspricht etwas mehr als der Hälfte der Erlöse des Aktienhandels. Diese Teilgröße darfst Du nicht zu den 6,44 Mrd. USD hinzurechnen: Sie steckt bereits darin. Der Vergleich macht sichtbar, wie stark die Aktienfinanzierung innerhalb des ausgewiesenen Aktiengeschäfts gewichtet ist.

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Teilgeschäft und Gesamtbereich auseinanderhalten

Die rund 3,37 Mrd. USD aus der Aktienfinanzierung sind Bestandteil der rund 6,44 Mrd. USD Aktienhandelserlöse. Der Aktienhandel wiederum gehört zu Global Banking & Markets mit 13,46 Mrd. USD Nettoerlösen. Wer diese Zahlen addiert, zählt dieselben Erlöse mehrfach.

FICC fällt vor allem gegenüber dem zweiten Quartal zurück

Das FICC-Geschäft erzielte rund 3,47 Mrd. USD Nettoerlöse. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang von 1 Prozent. Der wesentlich größere Abstand ergibt sich zum zweiten Quartal 2026: Hier lagen die Erlöse um 24 Prozent niedriger. Der Jahresvergleich zeigt somit ein nahezu unverändertes Geschäft, der Quartalsvergleich einen deutlichen Rückgang.

Aus den gerundeten Zahlen ergibt sich für das zweite Quartal rechnerisch ein FICC-Erlös von etwa 4,57 Mrd. USD. Bis zum dritten Quartal gingen damit rund 1,10 Mrd. USD verloren. Das hilft, den Rückgang der gesamten Bankerlöse gegenüber dem Vorquartal einzuordnen: FICC liefert einen konkreten Teil der Erklärung, obwohl Goldman Sachs im Jahresvergleich kräftig wächst.

Auch das Größenverhältnis der beiden Handelsgeschäfte ist auffällig. Mit 6,44 Mrd. USD waren die Aktienhandelserlöse im dritten Quartal rund 1,86-mal so hoch wie die FICC-Erlöse von 3,47 Mrd. USD. Zusammen kamen beide Geschäfte auf rund 9,91 Mrd. USD und damit rechnerisch etwa 53 Prozent der gesamten Nettoerlöse.

Der Gegensatz ist deshalb genauer als die pauschale Aussage, das Handelsgeschäft laufe stark oder schwach. Aktienhandel und FICC entwickelten sich unterschiedlich. Für Deine Einordnung sind zudem die Vergleichszeiträume wichtig: Ein Plus von 72 Prozent im Aktienhandel bezieht sich auf das Vorjahr, das FICC-Minus von 24 Prozent auf das Vorquartal. Diese beiden Werte beschreiben keine direkt vergleichbaren Veränderungen.

Auch Gebühren und Vermögensgeschäft wachsen

Im Investmentbanking stiegen die Gebühren gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent. Die Beratungsgebühren legten um 18 Prozent zu, die Gebühren aus Eigenkapitalemissionen um 43 Prozent. Goldman Sachs erzielte somit auch außerhalb des Handelsgeschäfts höhere Gebühren. Innerhalb des Investmentbankings fiel das Wachstum bei Eigenkapitalemissionen deutlich stärker aus als in der Beratung.

Der Abstand zwischen diesen beiden Wachstumsraten beträgt 25 Prozentpunkte. Die 43 Prozent bei Eigenkapitalemissionen liegen außerdem 22 Prozentpunkte über dem Wachstum der gesamten Investmentbanking-Gebühren. Das zeigt unterschiedliche Wachstumsraten innerhalb des Geschäfts. Über die absolute Größe der jeweiligen Gebührenbeiträge sagen die Prozentwerte allein allerdings nichts aus.

Asset & Wealth Management kam auf rund 5,05 Mrd. USD Nettoerlöse, 14 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Dieser Bereich lieferte rechnerisch rund 27 Prozent der gesamten Bankerlöse. Seine Wachstumsrate lag unter den 32 Prozent von Global Banking & Markets, dennoch steuerte er einen eigenen Erlöszuwachs zum Quartal bei.

Auf Basis der gerundeten Angaben lagen die Erlöse von Asset & Wealth Management ein Jahr zuvor rechnerisch bei etwa 4,43 Mrd. USD. Der zusätzliche Beitrag beträgt damit rund 620 Mio. USD. Das Gesamtwachstum von Goldman Sachs verteilt sich folglich auf mehrere Geschäfte, auch wenn der Aktienhandel den größten hier erkennbaren Schub liefert.

Was Du aus dem Ergebnis für die Aktie ableiten kannst

Die annualisierte Eigenkapitalrendite lag bei 18,7 Prozent. Sie ergänzt das verwässerte Ergebnis von 17,01 USD je Aktie um eine andere Perspektive: Das Ergebnis je Aktie bezieht den Gewinn auf die Aktienzahl, die Eigenkapitalrendite auf das eingesetzte Eigenkapital. Annualisiert bedeutet dabei eine auf ein Jahr hochgerechnete Rendite des berichteten Zeitraums, keine Zusage für das Gesamtjahr.

Auch Investor’s Business Daily berichtet von übertroffenen Erwartungen, nennt aber andere Vergleichswerte als CNBC: 12,86 USD Ergebnis je Aktie und 16,83 Mrd. USD Erlöse. Gegenüber diesen Schätzungen beträgt der Abstand 4,15 USD je Aktie beziehungsweise 1,85 Mrd. USD Erlöse. Damit fällt das Ergebnis auch gegenüber den dort genannten Erwartungen klar höher aus.

Für die Beurteilung des Quartals sind drei Vergleiche auseinanderzuhalten. Gegenüber den veröffentlichten Analystenschätzungen liegt Goldman Sachs deutlich vorn. Gegenüber dem Vorjahr wachsen die gesamten Nettoerlöse um 23 Prozent. Gegenüber dem zweiten Quartal gehen sie um 8 Prozent zurück. Ein übertroffener Erwartungswert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Bank auch gegenüber dem unmittelbar vorangegangenen Quartal zugelegt hat.

Wenn Du die Aktie anhand dieser Veröffentlichung betrachtest, liefert sie vor allem ein konkretes Bild der Ertragsverteilung: rund 34,5 Prozent der Nettoerlöse stammen aus dem Aktienhandel, rund 27 Prozent aus Asset & Wealth Management. Das starke Aktiengeschäft trägt den Jahresvergleich, während FICC den Quartalsvergleich belastet. Diese Aufteilung erklärt das Ergebnis genauer als die Gewinnüberraschung allein.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte

Keiner der Autoren ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse in den erwähnten Wertpapieren investiert.

Häufige Fragen

Wie hoch waren Gewinn und Erlöse von Goldman Sachs im dritten Quartal 2026?

Goldman Sachs meldete 18,68 Mrd. USD Nettoerlöse, 5,29 Mrd. USD Nettogewinn und ein verwässertes Ergebnis von 17,01 USD je Aktie.

Wie deutlich hat Goldman Sachs die Erwartungen übertroffen?

Gegenüber den von CNBC genannten Erwartungen lagen die Nettoerlöse um 1,97 Mrd. USD und das Ergebnis je Aktie um 3,99 USD höher.

Welches Geschäft lieferte den größten Wachstumsschub?

Der Aktienhandel steigerte seine Nettoerlöse um 72 Prozent auf rund 6,44 Mrd. USD. Aus den gerundeten Angaben ergibt sich ein Zuwachs von etwa 2,70 Mrd. USD gegenüber dem Vorjahr.

Wie entwickelte sich das FICC-Geschäft?

Die FICC-Nettoerlöse betrugen rund 3,47 Mrd. USD. Sie lagen 1 Prozent unter dem Vorjahresquartal und 24 Prozent unter dem zweiten Quartal 2026.

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