Analystin sieht 30 % Kurspotenzial bei diesem Einzelhändler
Die Einzelhändler haben es in diesen Zeiten nicht einfach. Steigende Einkaufspreise und steigende Löhne drücken auf die Margen, die Zurückhaltung bei den Verbrauchern führt zu hohen Lagerbeständen und letztendlich auch wieder zu Margendruck. Trotz dieser Umgebung wird bei Gap, dem größten US-amerikanischen Bekleidungseinzelhändler, enormes Kurspotenzial gesehen.
Goldman Sachs ist optimistisch für das erste Halbjahr 2023
Die Analystin Brooke Roach von Goldman Sachs stufte Gap von “Neutral” auf “Buy” hoch. Dabei verdoppelte sie fast ihr Kursziel und hob es von 10 USD auf 18 USD an. Bei dem Schlusskurs vom Freitag von 14 USD entspricht dies einem Aufwärtspotenzial von rund 30 %.
In Zusammenhang mit dieser optimistischen Schätzung äußerte sich Roach allerdings auch verhalten zur aktuellen Bewertung – Gap notiert bei einem KGV von rund 85! Die Analystin stellte fest, dass die Bewertung zwar enorm ambitioniert ist, sich dies ein den letzten Monaten bereits verbessert hat. Roach sagte, dass 2022 ein schlechtes Jahr für Gap war, weil es eines der ersten Unternehmen war, das unter den höheren Lagerbeständen zu leiden hatte.
Vor allem ein beschleunigtes Ertragswachstum im 1. Halbjahr soll die Outperformance der Aktie unterstützen, so Roach. Dennoch beobachte sie den Gewinn je Aktie im nächsten Jahr als Indikator für die finanzielle Gesundheit des Unternehmens genau. Viele Unternehmen haben bereits ihre Schätzungen für das nächste Jahr zurückgezogen oder gesenkt, da sie weiteren Druck von der sich abschwächenden Wirtschaft befürchten.
Weiterhin Probleme im Einzelhandelssektor
Während die Normalisierung der Lieferketten langsam zum Abbau der Lagerbestände beiträgt, werden die Verbraucher angesichts der Inflation und der Besorgnis über eine mögliche bevorstehende Rezession bei ihren Einzelhandelsausgaben immer wählerischer, so die Analystin. Darüber hinaus erschweren eingeschränkte Möglichkeiten zur Preisgestaltung und der starke US-Dollar weiterhin das operative Geschäft.
Tradingszenario
Seit dem Hoch im Mai 2021 bei rund 37 USD hat der Kurs zwischenzeitlich fast 80 % eingebüßt. Im Bereich um 8 USD hat der Kurs zwischen Juli und Oktober dieses Jahres einen Doppelboden gebildet. Mit dem Überschreiten der Marke von rund 12 USD wurde der Doppelboden vollendet und der übergeordnete Abwärtstrend gebrochen.

Mit dem Überschreiten des 50er-SMA über den 200er-SMA hat sich auch ein sogenanntes “Golden Cross” als bullishes Trading-Signal gebildet.
Eine kurzfristige Korrektur bis auf etwa 13,5 USD ist zu erwarten und könnte als Ausgangspunkt für den nächsten Impuls über 15 USD reichen. Im Bereich um 18,8 USD muss die Situation neu bewertet werden, da dort ein größeres Down-Gap als Widerstand wartet. Wenn der Kurs wieder unter den Bereich von 11-12 USD fällt, ist wieder mit einer größeren Abwärtsbewegung zu rechnen, da dann vermutlich sowohl der 50er-SMA und der 200er-SMA nicht als Unterstützung gereicht haben.