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Lars Weigand in Börsennews

06.03.2023 17:06

Blogartikelbild Baustoffkonzern mit Rekordergebnis 2022

Baustoffkonzern mit Rekordergebnis 2022

Ein Baustoffkonzern, der gleichzeitig im Bereich erneuerbare Energien unterwegs ist – sowas gibt’s? Ja, die Baywa AG (WKN: 519400) ist die Muttergesellschaft des international tätigen Baywa-Konzerns, der als Projektierer, aber auch für die Bereiche Groß- und Einzelhandel, Logistik sowie Beratung und Dienstleistung in den Tätigkeitsfeldern Energie, Agrar, Bau und Innovation & Digitalisierung aktiv ist.

Ursprünglich versorgte der in München ansässige Konzern den ländlichen Raum mit landwirtschaftlichen Produkten und diversifizierte sein Geschäftsmodell mit der Zeit durch die aufgeführten Geschäftsfelder. Im Agrarsegment ist die BayWa AG international tätig. In den weiteren Bereichen liegt der Fokus auf dem Europageschäft.

Aktienverlinkung: DE0005194005

Die Geschäftsfelder

Im Segment Energie bündelt das Unternehmen seine Tätigkeiten im Bereich der erneuerbaren Energien sowie dem Handel mit klassischen Energieträgern. Mit der Tochter BayWa r.e. AG tritt der Konzern als Projektierer von Wind- und Solarparkprojekten auf, handelt mit Photovoltaikkomponenten und Speichertechnik für Installateure und entwickelt weitere Lösungen für die Energieversorgung. Regional ist das Unternehmen hier in Europa, Nordamerika, Australien und im asiatisch-pazifischen Raum vertreten.

Bei den klassischen Energien veräußert der Konzern vorwiegend im Bereich von Süddeutschland und Österreich Heizöl, Kraft- und Schmierstoffe, AdBlue, Holzpellets und Wärmelösungen. Mit der Tochter BayWa Mobility Solutions GmbH bietet man zudem Lösungen rund um das Thema Elektromobilität und LNG und digitale Mobilität an.

Der Bereich der erneuerbaren Energie wuchs zuletzt stark bei Baywa.


Über das Geschäftsfeld Agrar deckt BayWa nach eigenen Angaben die gesamte Wertschöpfungskette „vom Feld bis zur Vermarktung der Erzeugnisse“ ab. Hier handelt das Unternehmen international mit ausgewählten Agrarrohstoffen und kümmert sich gleichzeitig um die Logistik. Man vertreibt zudem Futtermittel (hauptsächlich in Deutschland und Österreich).

Baywa ist zudem ein globaler Player im Obst- und Gemüsehandel und ist darüber hinaus auch Anbieter von landwirtschaftlichen Maschinen, die durch das Unternehmen verkauft, gewartet und auch instandgesetzt werden.

Das Unternehmen ersetzt auch solche prähistorischen Traktoren durch moderne landwirtschaftliche Maschinen.


Das Segment Bau beschäftigt sich mit dem Tiefbau, Hochbau, Neubau, Garten- und Landschaftsbau und der Renovierung und Modernisierung. Baywa deckt hier wieder vorwiegend den Markt in Süddeutschland und Österreich ab. Die genannten Produktkategorien werden an Bauunternehmen, Kommunen, Handwerks- und Gewebebetriebe und über die eigenen Baumärkte auch an Privatpersonen und kleinere Firmenkunden vertrieben.


Der Name des Bereichs Innovation & Digitalisierung spricht, denke ich, für sich. Hier konzentriert sich das Unternehmen aktuell auf den Bereich des Digital Farming. Baywa möchte in diesem Segment die landwirtschaftlichen Prozesse optimieren. Es geht dabei vor allem um energie- und kosteneffizientes Wirtschaften sowie um die Einsparung von Wasser und weiteren Ressourcen.

Rekordzahlen zum Geschäftsjahr 2022

Am 28. Februar 2023 hat Baywa vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2022 vermeldet und konnte hierbei alle bisherigen Rekorde brechen. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) lag bei 504,1 Millionen EUR. Im Vorjahr erzielte das Unternehmen noch 266 Millionen EUR. Somit konnte das EBIT um rund 90 % gesteigert werden. Die Umsätze stiegen von zuvor 19,84 Milliarden auf nun 27,1 Milliarden EUR.

Der Vorstandsvorsitzende Professor Klaus Josef Lutz kommentierte die Unternehmensergebnisse wie folgt:

“Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr eine hohe Nachfrage in den Bereichen Wärmeenergieträger, Betriebsmittel und Baumaterial gesehen – gepaart mit dem starken Bedürfnis nach Versorgungssicherheit und Stabilität unserer Kunden. Dank vorausschauendem Lager- und Risikomanagement, einem breiten Lieferantennetzwerk und nicht zuletzt auch dem Know-how aus 100 Jahren Unternehmensgeschichte konnten wir diesen Ansprüchen gerecht werden und an die Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre anknüpfen.“

Baywa-Vorstandsvorsitzender Klaus Josef Lutz

Auch die Dividendenentwicklung des Unternehmens kann sich sehen lassen. Die diesjährige Dividende soll auf 1,10 EUR je Aktie gesteigert werden. Zudem möchte das Unternehmen anlässlich seines 100-jährigen Gründungsjubiläums eine Sonderdividende von 0,10 EUR ausschütten.

Mit Baywa gibt es dieses Jahr auch eine schmackhafte Sonderdividende zu ernten.

Ich finde es spannend, wie genau sich das deutliche Umsatzplus des Unternehmens aufgeteilt hat. Die finalen Zahlen zum Geschäftsjahr 2022 werden am 30. März 2023 vermeldet. Der Bereich erneuerbare Energien konnte im Geschäftsjahr 2021 um 61 % im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Neben dem oben bereits aufgeführten sehr beständigen Handel mit Obst- und Gemüse sowie dem Handel mit Energieträgern und dem Bausegment ist Baywa hier auch im spannenden Feld der erneuerbaren Energien gut positioniert und ist hoffentlich auch im vergangenen Geschäftsjahr hier massiv gewachsen.

Baywa wurden ebenfalls im letzten Goldesel Liveseminar im Premiumbereich unserer Community besprochen. Das Liveseminar findet für unsere Abonnenten immer Donnerstag statt und befasst sich mit den aktuellsten Entwicklungen an den Aktienmärkten und deren Einordnung. Neben Baywa wurden zuletzt auch Airbnb, Deere, Adobe, Salesforce, Applied Materials, Sixt, Vonovia, Hello Fresh, Adyen, Zscaler und viele weitere besprochen.

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Charttechnik

Der Chart der Baywa-Aktie von stock3.

Der Kurs der Baywa-Aktie konnte sich seit dem Coronatief bei etwa 21 EUR zeitweise wieder auf über 48 EUR mehr als verdoppeln. Aktuell konsolidiert die Aktie in einer Zone zwischen 41 und 44 EUR und wird von den gleitenden Durchschnittslinien SMA 50 und SMA 200 von oben als Widerstand gedeckelt. Spätestens ein Rücklauf in den Bereich um 39 EUR könnte man für einen mittelfristigen Einstieg nutzen, um von den aktuell vermeldeten vorläufigen Zahlen im Rahmen der offiziellen Meldung Ende März zu profitieren.

Diesem Szenario könnte man bei diesem eher konservativen Wert auch mit einem KO-Zertifikat der HSBC – WKN: TT38A3 folgen (Hebel 3,12). Als mittelfristige Ziele bei stabilem Gesamtmarkt wären die Widerstandszonen bei 44 und 47 EUR zu nennen.

Fazit

Bei Baywa handelt es sich um einen international tätigen Konzern, der es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder schaffte, mit beeindruckenden Zahlen zu glänzen. Dies ist sicher auch auf die Energiekrise im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg zurückzuführen. Allerdings muss man bei genauerem Blick auf das Unternehmen festhalten, dass hier in den letzten Jahren viele richtige Entscheidungen getroffen wurden.


Der Bereich um 39 EUR bietet aus meiner Sicht auch eine gute Gelegenheit, um sich hier langfristig zu positionieren. Auch die Dividende des Unternehmens von mittlerweile um die 2,8 % wird immer attraktiver.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte

Der Autor ist im besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert.

Transparenzhinweis: Die im Artikel vorgestellten Derivate werden durch die Redaktion ausgesucht. Wir arbeiten aber mit ausgewählten Emittenten zusammen, die mit der Goldesel Trading & Investing GmbH in einer Geschäftsbeziehung stehen. Bitte beachten Sie: Der Handel mit Derivaten ist mit einem erheblichen Risiko verbunden und kann unter Umständen zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.

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