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Blogartikelbild Altersvorsorgedepot 2027: So nutzt du die neue ETF-Rente vom Staat richtig

Altersvorsorgedepot 2027: So nutzt du die neue ETF-Rente vom Staat richtig

Die private Altersvorsorge in Deutschland steht seit Jahren in der Kritik. Zu kompliziert, zu teuer, zu wenig Rendite – das Urteil über die klassische Riester-Rente fällt in vielen Fällen ernüchternd aus. Genau hier setzt die Bundesregierung um Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) nun an.

Mit dem geplanten Altersvorsorgedepot, das ab 2027 starten soll, wird ein grundlegender Kurswechsel eingeleitet. Weg von starren Versicherungsprodukten, hin zu kapitalmarktnahen Lösungen. Oder anders gesagt: Der Staat öffnet die Tür für ETFs in der geförderten Altersvorsorge.

Für Anleger ist das ein bemerkenswerter Schritt. Denn erstmals wird ein Modell geschaffen, das staatliche Förderung mit einem Ansatz verbindet, den viele ohnehin längst privat verfolgen: den langfristigen Vermögensaufbau über breit gestreute Aktienmärkte.

Wichtig ist dabei: Der Bundestag hat das Altersvorsorgedepot am 27. März 2026 beschlossen. Damit fehlt nur noch die Zustimmung des Bundesrats, die für den 24. April 2026 erwartet wird. Der Start bleibt der 1. Januar 2027. Erst danach ist das Modell endgültig beschlossen – Details können sich bis dahin noch ändern.

Altersvorsorgedepot 2027: Was steckt dahinter?

Im Kern ist das Altersvorsorgedepot nichts anderes als ein Wertpapierdepot mit Sonderregeln. Du zahlst Geld ein, investierst es am Kapitalmarkt – und bekommst dafür staatliche Unterstützung.

Der große Vorteil liegt dabei nicht nur in den Zulagen, sondern vor allem in der steuerlichen Behandlung. Während in einem normalen Depot regelmäßig Steuern auf Gewinne anfallen, bleibt das Kapital im Altersvorsorgedepot während der Ansparphase vollständig unangetastet.

Das sorgt für einen deutlich stärkeren Zinseszinseffekt – gerade über lange Zeiträume.

Warum die Riester-Rente so enttäuscht hat

Die klassische Riester-Rente ist nicht daran gescheitert, dass sie grundsätzlich falsch gedacht war. Das Problem lag in der Umsetzung. Garantien sorgten dafür, dass ein großer Teil des Kapitals konservativ angelegt werden musste. Gleichzeitig fraßen Kosten einen erheblichen Teil der Rendite auf. Viele Verträge entwickelten sich deshalb deutlich schwächer als erwartet. Das neue Altersvorsorgedepot versucht, genau diese Schwächen zu beheben, indem es stärker auf den Kapitalmarkt setzt und starre Vorgaben reduziert.

Wie die Förderung funktioniert

Die staatliche Förderung wird konkret über eine gestaffelte Grundzulage geregelt. Entscheidend ist, wie viel du pro Jahr in dein Altersvorsorgedepot einzahlst.

Die staatliche Förderung wurde im finalen Gesetzesbeschluss als prozentuale Zulage festgelegt. Für die ersten 360 Euro, die du pro Jahr einzahlst, legt der Staat 50 Prozent obendrauf. Das entspricht einer Förderung von bis zu 180 Euro. Für jeden weiteren Euro bis zur Grenze von 1.800 Euro beträgt die Zulage 25 Prozent, also nochmals bis zu 360 Euro. In Summe ergibt sich daraus eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr. Der Mindestbeitrag liegt bei 120 Euro jährlich, also zehn Euro im Monat.

Für Eltern kommt eine zusätzliche Kinderzulage hinzu. Für jedes kindergeldberechtigte Kind erhältst du pro eingezahltem Euro einen Euro vom Staat dazu, maximal 300 Euro pro Kind und Jahr. Die volle Kinderzulage gibt es also schon ab einem Eigenbeitrag von 25 Euro im Monat. Bei einer Familie mit zwei Kindern können so neben der Grundzulage nochmals 600 Euro jährlich in das Depot fließen.

Für junge Berufseinsteiger unter 25 Jahren ist ein zusätzlicher Bonus vorgesehen: Wer erstmals einen Vertrag abschließt, erhält einmalig 200 Euro als Startzulage.

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Förderung und Grenzen

BereichDetails
Grundzulage50 % auf die ersten 360 €, 25 % auf 361–1.800 € (max. 540 €/Jahr)
Kinderzulagebis zu 300 € pro Kind/Jahr (100 % Match auf Eigenbeitrag)
Förderfähige Einzahlungbis 1.800 € jährlich
Maximale Einzahlung pro Vertragbis 6.840 € (ohne zusätzliche Förderung über 1.800 €)
Maximale Verträge2 pro Person (insgesamt bis zu 13.680 €/Jahr)
Mindestbeitrag120 € pro Jahr (10 €/Monat)
Berufseinsteiger-Bonus200 € einmalig (unter 25 Jahre)
Besteuerungerst im Rentenalter (nachgelagert)

Der Vorteil: Steuern fallen erst später an

Ein klassisches ETF-Depot hat einen klaren Nachteil: Erträge werden regelmäßig besteuert. Das bremst den Vermögensaufbau, gerade wenn man über Jahrzehnte investiert.

Im Altersvorsorgedepot wird dieses Problem umgangen, auch eine Vorabpauschale auf ETF-Erträge soll es nicht geben. Gewinne bleiben im System, werden automatisch reinvestiert und entfalten so ihre volle Wirkung. Das Ergebnis: Bei identischer Rendite kann das Endvermögen deutlich höher ausfallen.

Für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt

Das Altersvorsorgedepot richtet sich vor allem an Anleger, die zwei Dinge mitbringen: Anspruch auf staatliche Förderung und die Bereitschaft, ihr Geld langfristig bis zur Rente zu binden.

Gerade für viele Angestellte kann das Modell deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein, insbesondere dann, wenn durch Kinder zusätzliche Zulagen hinzukommen. Für jedes kindergeldberechtigte Kind gibt es bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Jahr. Die volle Zulage erhältst du schon ab einem Eigenbeitrag von 25 Euro im Monat. Bei einer Familie mit zwei Kindern können so neben der Grundzulage nochmals 600 Euro jährlich ins Depot fließen.

Wichtig ist dabei: Ein Depot kann grundsätzlich fast jeder eröffnen, der noch nicht im Ruhestand ist. Die staatliche Förderung erhält aber nur, wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Dazu zählen vor allem Personen, die in irgendeiner Form in die gesetzliche Rentenversicherung eingebunden sind oder ihr zumindest nahestehen.

Typischerweise gehören dazu:

  • Klassische Arbeitnehmer
  • Selbstständige, auch ohne Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung (sofern unter 67 Jahre und mit jährlicher Steuererklärung)
  • Beamte, Soldaten oder Mitglieder von Versorgungswerken
  • Auszubildende, Mini-Jobber oder Studenten mit rentenversicherungspflichtigem Nebenjob

Auch in besonderen Lebenssituationen soll die Förderung greifen – etwa während Elternzeit, bei Arbeitslosigkeit mit vorherigen Einzahlungen oder bei Pflege von Angehörigen.

Mit dem finalen Gesetzesbeschluss wurde der förderberechtigte Personenkreis nochmals erweitert. Auch Selbstständige ohne Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung können künftig das Altersvorsorgedepot nutzen, sofern sie jünger als 67 Jahre sind und eine Steuererklärung abgeben. Das betrifft Freelancer, Unternehmer und Freiberufler, die bisher komplett außen vor waren.

Was ist das Standarddepot?

Neben dem frei zusammenstellbaren Altersvorsorgedepot wird es ein sogenanntes Standarddepot geben. Jeder Anbieter, der ein Altersvorsorgedepot im Programm hat, muss verpflichtend auch dieses Standarddepot anbieten. Es richtet sich an Einsteiger, die keine eigene Fondsauswahl treffen möchten.

Das Standarddepot enthält zwei vorausgewählte Fonds: einen risikoarmen (SRRI-Klasse 1 oder 2) und einen chancenorientierten (SRRI-Klasse 3 bis 5). Die Aufteilung zwischen beiden nimmt der Anbieter vor, du kannst sie aber jederzeit anpassen. In den Jahren vor dem Rentenbeginn wird das Guthaben automatisch schrittweise in die risikoärmere Anlage umgeschichtet.

Ein zentraler Punkt: Die Effektivkosten des Standarddepots dürfen maximal ein Prozent pro Jahr betragen. Zum Vergleich: Viele klassische Riester-Verträge lagen bei zwei bis drei Prozent. Wer sich selbst einen günstigen ETF-Sparplan zusammenstellt, kommt allerdings noch deutlich günstiger weg.

Zusätzlich hat die Koalition beschlossen, dass auch ein staatlich organisiertes Standarddepot kommen soll. Ein öffentlicher Träger wird also neben den privaten Anbietern eine eigene, kostengünstige Lösung anbieten. Wann genau das umgesetzt wird, ist noch offen.

Welche ETFs und Fonds sind erlaubt?

Im Altersvorsorgedepot kannst du nicht in jedes beliebige Wertpapier investieren. Es gilt eine gesetzliche Positivliste. Zugelassen sind Investmentfonds der Risikoklassen 1 bis 5 (nach dem sogenannten SRRI-Indikator), also von sicherheitsorientiert bis spekulativ. Die meisten weltweit streuenden Aktien-ETFs wie etwa solche auf den MSCI All Countries World oder den FTSE All-World fallen in Klasse 4 und sind damit investierbar.

Nicht erlaubt sind Einzelaktien, Kryptowährungen, Zertifikate und Hebelprodukte. Zusätzlich kannst du in EU-Staatsanleihen und Geldmarktfonds investieren. Für die Mehrheit der Anleger, die ohnehin auf einen breit gestreuten Welt-ETF setzen, ändert sich damit praktisch nichts.

Riester-Vertrag umwandeln: So funktioniert der Wechsel

Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, kann diesen in das neue Fördersystem überführen. Der Wechsel ins Altersvorsorgedepot ist freiwillig und soll unkompliziert ablaufen. Ein formloses Schreiben an den bisherigen Anbieter reicht nach aktuellem Stand aus. Das angesparte Guthaben wird dann in das neue Depot übertragen, ohne dass bereits erhaltene Zulagen oder Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen.

Allerdings lohnt sich der Wechsel nicht für jeden. Wer ein geringes Einkommen hat und mehrere Kinder, profitiert im alten Riester-System unter Umständen von einer deutlich höheren Förderung. Der Grund: Im bisherigen System gibt es feste Kinderzulagen von 300 Euro pro Kind, unabhängig vom Eigenbeitrag. Im neuen System ist die Kinderzulage an die Höhe der eigenen Einzahlung gekoppelt. Bei sehr kleinen Eigenbeiträgen fließt daher weniger Geld in den Vertrag.

Wer kurz vor der Rente steht, sollte mit dem Wechsel in die Auszahlphase auf jeden Fall warten, bis die Reform in Kraft tritt. Denn die neuen Auszahlregeln sind deutlich flexibler: Statt einer verpflichtenden Verrentung ab 85 Jahren ist künftig auch ein reiner Auszahlplan bis 85 möglich, ohne zusätzliche Rentenversicherung.

Wichtig: Ab 2027 können keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen werden. Bestehende Verträge laufen aber mit Bestandsschutz weiter.

So gehst du konkret vor: Altersvorsorgedepot richtig nutzen

Auch wenn das Modell erst 2027 startet, lässt sich schon jetzt ziemlich klar ableiten, wie du strategisch vorgehen solltest. Entscheidend ist dabei nicht die perfekte Lösung – sondern eine saubere, einfache Struktur.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Förderrahmen ausschöpfen
    Zahle möglichst den Betrag ein, der staatlich gefördert wird (aktuell rund 1.800 EUR jährlich).
  2. Auf einfache ETF-Strategie setzen
    Ein weltweit gestreuter ETF reicht für die meisten Anleger völlig aus.
  3. Langfristig denken
    Das Depot ist kein Trading-Tool. Schwankungen gehören dazu.
  4. Kosten im Blick behalten
    Günstige Anbieter machen langfristig einen großen Unterschied.
  5. Privat ergänzen
    Zusätzliche Investments kannst du flexibel über ein normales Depot abbilden.
Depotvergleich – so findest du den richtigen Anbieter

Wenn du das Altersvorsorgedepot nutzen willst, wird die Wahl des richtigen Anbieters entscheidend. Kosten, ETF-Auswahl und Flexibilität haben langfristig großen Einfluss auf deine Rendite. In unserem Goldesel-Depotvergleich zeigen wir dir, welche Broker besonders günstig sind und sich für ETF-Sparpläne eignen. So kannst du schon heute die Basis für deine Altersvorsorge optimal aufstellen.

Goldesel ETF-Depotvergleich

Bis zu 13.680 Euro pro Jahr: Zwei Depots sind erlaubt

Pro Person sind bis zu zwei Altersvorsorgedepots gleichzeitig erlaubt. In jeden Vertrag kannst du bis zu 6.840 Euro jährlich einzahlen, insgesamt also 13.680 Euro. Die staatliche Förderung gibt es allerdings nur einmal auf die ersten 1.800 Euro, egal wie du sie auf die Verträge verteilst.

Trotzdem kann sich auch der ungeförderte Anteil lohnen. Denn die Steuerbefreiung auf die Vorabpauschale gilt für das gesamte Depotguthaben. In einem normalen ETF-Depot zahlst du jedes Jahr eine pauschale Steuer auf die rechnerischen Erträge deiner Fonds. Im Altersvorsorgedepot entfällt das komplett, auch für den Teil über 1.800 Euro. Über Jahrzehnte hinweg kann dieser Steuerstundungseffekt einen erheblichen Unterschied machen.

Rechenbeispiel: So wirkt der Steuervorteil

Annahmen:

  • 1.800 EUR Einzahlung pro Jahr
  • 30 Jahre Laufzeit
  • 6 % Rendite

Ergebnis

SzenarioEndvermögen
Normales ETF-Depot (mit Steuern)ca. 142.000 EUR
Altersvorsorgedepot (steuerfrei)ca. 170.000 EUR

Zweites Beispiel: Familie mit Förderung

Gerade mit Kindern wird das Modell deutlich attraktiver – weil zusätzlich zum eigenen Sparbeitrag staatliche Zulagen hinzukommen.

Annahmen:

  • 1.800 EUR Eigenbeitrag pro Jahr
  • 2 Kinder → ca. 600 EUR zusätzliche Zulagen
  • Gesamtanlage: 2.400 EUR jährlich
  • Laufzeit: 30 Jahre
  • Rendite: 6 %

Ergebnis

SzenarioEndvermögen
Normales ETF-Depot (mit Steuern)ca. 190.000 EUR
Altersvorsorgedepot (steuerfrei + Förderung)ca. 235.000 EUR

Hier wirken drei Effekte gleichzeitig: mehr Kapital durch Zulagen, steuerfreie Wiederanlage und langfristiger ETF-Investmentansatz.

Wichtig: Die Berechnungen basieren auf vereinfachten Annahmen und dienen nur zur Veranschaulichung.

Steuern im Alter: Das musst du wissen

Während der Ansparphase bleibt dein Depot steuerfrei, denn besteuert wird erst im Rentenalter. Dann werden die Auszahlungen mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Der Vorteil: Dieser ist im Ruhestand oft niedriger als im Berufsleben. Dadurch kann unter dem Strich mehr Nettovermögen übrig bleiben als bei einem normalen ETF-Depot, bei dem laufend Steuern anfallen. Aktuell ist vorgesehen, dass das angesparte Kapital grundsätzlich erst zur Rente verfügbar ist. Der Auszahlungsbeginn soll dabei flexibel zwischen etwa 65 und 70 Jahren möglich sein. Anders als bei klassischen Riester-Verträgen soll es jedoch keine feste Pflicht zur Verrentung geben – auch flexible Auszahlungen sind vorgesehen. Details zur genauen Ausgestaltung werden noch geklärt.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Staatliche Förderung erhöht direkt dein Vermögen: Die Zulagen des Staates fließen zusätzlich in dein Depot und wirken wie ein sofortiger Rendite-Booster. Gerade über viele Jahre macht das durch den Zinseszinseffekt einen spürbaren Unterschied.
  • Steuerfreie Ansparphase: Während der gesamten Laufzeit fallen keine Steuern auf Erträge an. Gewinne bleiben vollständig im Depot und können weiterarbeiten – ein klarer Vorteil gegenüber einem normalen ETF-Depot.
  • Höheres Renditepotenzial durch Kapitalmarkt-Anlagen: Anders als bei der klassischen Riester-Rente sind höhere Aktienquoten möglich. Dadurch steigen langfristig die Renditechancen deutlich.
  • Steuerfreies Umschichten und Rebalancing: Du kannst dein Portfolio anpassen, Fonds wechseln oder dein Risiko reduzieren, ohne dass dabei Steuern auf Gewinne anfallen. Das ist besonders in den Jahren vor der Rente ein großer Vorteil.
  • Einfachere und modernere Struktur als Riester: Weniger starre Vorgaben, mehr Transparenz und ein klarer Fokus auf Kapitalmarkt-Lösungen machen das System verständlicher und praxisnäher.
  • Zudem soll das angesparte Kapital grundsätzlich vererbbar sein.

Nachteile

  • Kapital bis zur Rente gebunden: Das eingezahlte Geld kannst du nicht frei nutzen. Eine Auszahlung vor dem Renteneintritt ist in der Regel nicht vorgesehen.
  • Rückzahlung der Förderung bei vorzeitiger Auszahlung: Greifst du vorzeitig auf das Geld zu, gilt das als „förderschädlich“. In diesem Fall musst du die erhaltenen Zulagen und mögliche Steuervorteile zurückzahlen.
  • Spätere Besteuerung der Auszahlung: Im Rentenalter werden die Auszahlungen mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Komplett steuerfrei ist das Modell also nicht.
  • Eingeschränkte Produktauswahl: Du kannst nicht frei in alle Wertpapiere investieren. Es wird Vorgaben geben, welche Produkte zugelassen sind.
  • Förderung nicht für alle verfügbar: Die staatliche Unterstützung erhalten nur bestimmte Personengruppen, vor allem mit Bezug zur gesetzlichen Rentenversicherung.
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Fazit: Große Chance, aber kein Selbstläufer

Das Altersvorsorgedepot ist einer der spannendsten Bausteine der Altersvorsorge-Reform. Erstmals wird staatliche Förderung konsequent mit einem ETF-Ansatz verbunden. Für viele Anleger ist das ein echter Fortschritt gegenüber der Riester-Rente, vor allem wegen der besseren Renditechancen und der deutlich einfacheren Struktur. Ein Riesenplus ist die steuerfreie Sparphase – in Deutschland alles andere als selbstverständlich.

Wer Anspruch auf Förderung hat und ohnehin langfristig investiert, sollte sich das Modell genau anschauen. Wer noch gar nicht langfristig etwas für die eigene Vorsorge auf die hohe Kante gelegt hat, sollte spätestens 2027 damit beginnen. Wichtig: Das Gesetz ist beschlossen, der Bundesrat muss noch zustimmen. Wer sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzt, ist ab Januar 2027 startklar.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zum Altersvorsorgedepot

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für den langfristigen Vermögensaufbau. Du zahlst regelmäßig Geld ein, investierst es in zugelassene ETFs oder Fonds und erhältst dafür Zulagen vom Staat. Die Erträge bleiben während der Ansparphase steuerfrei. Versteuert wird erst bei der Auszahlung im Rentenalter.

Was hat der Bundestag beschlossen?

Der Bundestag hat das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026 beschlossen. Damit steht der rechtliche Rahmen für das Altersvorsorgedepot. Es fehlt noch die Zustimmung des Bundesrats, die für den 24. April 2026 erwartet wird. Der Start für Anbieter und Sparer ist der 1. Januar 2027.

Wie hoch ist die staatliche Förderung?

Die maximale Grundzulage beträgt 540 Euro pro Jahr. Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt der Staat 50 Prozent dazu, für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro nochmals 25 Prozent. Für jedes Kind kommen bis zu 300 Euro Kinderzulage hinzu. Berufseinsteiger unter 25 erhalten einmalig 200 Euro.

Kann ich meinen Riester-Vertrag in ein Altersvorsorgedepot umwandeln?

Ja, der Wechsel ist freiwillig und soll unkompliziert ablaufen. Bereits erhaltene Zulagen und Steuervorteile bleiben dabei erhalten. Allerdings lohnt sich der Wechsel nicht für alle: Geringverdiener mit mehreren Kindern fahren im alten Riester-System unter Umständen besser, weil die Förderquote dort bei kleinen Eigenbeiträgen höher ausfällt.

Welche ETFs sind im Altersvorsorgedepot erlaubt?

Zugelassen sind Investmentfonds der Risikoklassen 1 bis 5 (SRRI), darunter fallen die meisten weltweit streuenden Aktien-ETFs. Nicht erlaubt sind Einzelaktien, Kryptowährungen, Zertifikate und Hebelprodukte. Auch EU-Staatsanleihen und Geldmarktfonds können ins Depot.

Gibt es ein staatliches Standarddepot?

Ja, neben den Angeboten privater Banken und Broker wird es ein staatlich organisiertes Standarddepot geben. Es soll besonders kostengünstig und einfach sein. Jeder private Anbieter muss zusätzlich ein eigenes Standarddepot mit maximal einem Prozent Effektivkosten pro Jahr anbieten.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für ETF-Anleger?

In den meisten Fällen ja, vor allem wegen der steuerfreien Ansparphase und der staatlichen Zulagen. Bei einer Einzahlung von 1.800 Euro pro Jahr über 30 Jahre kann das Endvermögen nach unserer Beispielrechnung rund 28.000 Euro höher ausfallen als in einem normalen ETF-Depot. Ohne Förderanspruch ist ein klassisches Depot allerdings die flexiblere Wahl.

Was passiert bei einer vorzeitigen Entnahme?

Eine Auszahlung vor dem Renteneintritt gilt als förderschädlich. In diesem Fall müssen alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Die bis dahin erzielten Gewinne darfst du allerdings behalten. Eine Ausnahme bildet die Entnahme für eine selbst genutzte Immobilie, die unter bestimmten Voraussetzungen nicht förderschädlich ist.

Ist das besser als ein normales ETF-Depot?

Mit Förderanspruch in der Regel ja, weil die Zulagen und die steuerfreie Ansparphase den Vermögensaufbau spürbar beschleunigen. Ohne Förderanspruch ist ein klassisches Depot flexibler, weil du jederzeit frei über dein Geld verfügen kannst. Beide Varianten lassen sich gut kombinieren: Förderrahmen im Altersvorsorgedepot ausschöpfen, den Rest im normalen Depot investieren.

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