Wells Fargo erwartet stärkeres Kreditwachstum und hält NII-Prognose bei 50 Mrd. Dollar

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Wells Fargo erwartet für 2026 ein stärkeres Kreditwachstum als bislang prognostiziert.
  2. Die Nettozinsmarge dürfte im laufenden Quartal stabil bleiben, nachdem zunächst ein Rückgang um drei bis vier Basispunkte erwartet worden war.
  3. Die Prognose für den Nettozinsertrag bleibt bei 50 Mrd. US-Dollar; im dritten Quartal sollen Markets-Umsätze und Investmentbanking-Gebühren im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen.
  4. Wells Fargo erhöhte den Prime Rate zum 17. September auf 7,00 %; die Aktie notierte zuletzt bei 75,18 Euro und liegt seit Jahresbeginn 6,36 % im Minus.

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Kreditwachstum übertrifft bisherige Planung

Wells Fargo sendet ein konstruktives Signal für das operative Geschäft. Finanzchef Mike Santomassimo stellte auf einer Investorenkonferenz in Aussicht, dass das Kreditwachstum im Geschäftsjahr 2026 besser ausfallen dürfte als bislang in der Prognose vorgesehen. Zugleich bezeichnete er die kommerzielle Kundenbasis als solide. Systemische Probleme bei der Kreditqualität seien derzeit nicht erkennbar.

Für eine Bank ist diese Kombination entscheidend: Mehr ausgereichte Kredite können den Zinsertrag und die Gebühreneinnahmen steigern. Allerdings hängt die Qualität des Wachstums davon ab, ob Wells Fargo die zusätzlichen Volumina zu attraktiven Margen und mit kontrolliertem Ausfallrisiko erzielt.

Zinsmarge stabiler als erwartet

Bei der Nettozinsmarge zeichnet sich eine bessere Entwicklung ab als zunächst erwartet. Wells Fargo war zu Beginn des Quartals von einem Rückgang um drei bis vier Basispunkte ausgegangen, rechnet nun aber eher mit einer unveränderten Marge. Die Prognose für den Nettozinsertrag bleibt bei 50 Mrd. US-Dollar. Für den Bereich Markets wird weiterhin eine Schwankungsbreite von plus oder minus 2 Mrd. US-Dollar berücksichtigt.

Zusätzliche Unterstützung könnte die Anhebung des Prime Rate auf 7,00 % liefern. Sie erhöht zwar die Zinssätze für bestimmte Kreditnehmer und kann den Zinsertrag bei variabel verzinsten Darlehen stützen. Gleichzeitig verteuern sich Kredite, was die Nachfrage dämpfen und bei schwächeren Schuldnern den Belastungsdruck erhöhen kann.

Kapitalmarktgeschäft liefert weiteren Rückenwind

Wells Fargo rechnet im dritten Quartal mit einem Umsatzwachstum im Markets-Geschäft im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch die Gebühren im Investmentbanking sollen in ähnlicher Größenordnung zulegen. Damit verbreitert sich die operative Unterstützung über das klassische Kreditgeschäft hinaus.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Wells Fargo kurzfristig von einer robusteren Kreditnachfrage, einer stabileren Zinsmarge und einem freundlicheren Kapitalmarktumfeld profitieren kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch noch keine vollständige Entwarnung: Die unveränderte NII-Prognose zeigt, dass der Zinsüberschuss trotz besserer Margenerwartungen nicht nach oben angepasst wurde. Entscheidend werden daher die tatsächlichen Kreditvolumina, die Entwicklung der Einlagenkosten und mögliche Veränderungen bei den Risikovorsorgen sein.

Fazit & Ausblick

Wells Fargo verbessert den operativen Ausblick für das Kreditwachstum, hält bei der zentralen NII-Prognose aber an 50 Mrd. US-Dollar fest. Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, ob die stabilere Nettozinsmarge und das Wachstum im Kapitalmarktgeschäft ausreichen, um den Abstand zur bisherigen Aktienperformance zu verringern. Besonders wichtig bleiben Aussagen zu Kreditqualität, Einlagenkosten und Risikovorsorgen.

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