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Viscom AG

Viscom verbessert EBIT trotz Umsatzrückgang – 2026 peilt Marge von 2 bis 5% an

Kurzüberblick

Die Viscom SE hat am 31. März 2026 Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 vorgelegt: Der Auftragseingang stieg, der Umsatz ging jedoch zurück – und das EBIT blieb zwar negativ, verbesserte sich aber deutlich. Hintergrund sind ein weiterhin verhaltenes Marktumfeld sowie insbesondere VerVeränderungen in der Nachfrage aus zentralen Industrien.

Während das Unternehmen in den Kernbereichen – von der Elektronikfertigung bis zur Inspektion von Devices und Batteriezellen – langfristige Wachstumspotenziale sieht, bremsten 2025 vor allem Ververhaltensmuster in der europäischen und nordamerikanischen Automobilindustrie. Für 2026 erwartet Viscom dagegen Stabilisierung und eine EBIT-Marge zwischen 2% und 5%.

Marktanalyse & Details

Geschäftsverlauf 2025: Auftragseingang wächst, Erlöse sinken

Im Geschäftsjahr 2025 meldete Viscom:

  • Auftragseingang: 80,982 Mio. EUR (Vj.: 75,050 Mio. EUR; +7,9%)
  • Umsatz: 81,705 Mio. EUR (Vj.: 84,082 Mio. EUR; -2,8%)
  • EBIT: -1,815 Mio. EUR (Vj.: -11,818 Mio. EUR)

Der Abbau der Ergebnisbelastung bei zugleich rückläufigem Umsatz deutet darauf hin, dass Viscom zwar neue Aufträge akquiriert hat, die Umsetzung und/oder der Produktmix jedoch noch nicht vollständig zur Entspannung bei Umsatz und Profitabilität geführt haben.

Ergebnis 2025: EBIT verbessert sich – Kosten, Währung und Wertberichtigungen treiben

Viscom führt die negative EBIT-Entwicklung vor allem auf drei Faktoren zurück: gestiegene Materialaufwendungen, zusätzliche Wertberichtigungen auf Vorräte sowie Aufwendungen aus Währungsdifferenzen.

  • Materialaufwand: +3,991 Mio. EUR auf 29,407 Mio. EUR (u. a. wegen geänderten Produktmix)
  • Vorräte-Wertberichtigungen: 619 TEUR (Vj.: 229 TEUR)
  • Währungsdifferenzen: 948 TEUR (Vj.: 370 TEUR)
  • Personalkosten: 35,347 Mio. EUR (Vj.: 43,549 Mio. EUR; -8,202 Mio. EUR)

Die Verbesserung gegenüber 2024 fällt dabei besonders auf: Das Unternehmen verweist u. a. auf rückläufige Abschreibungen (6,335 Mio. EUR) und niedrigere sonstige Effekte. Gleichzeitig zeigt das Ergebnisbild, dass das operative Geschäft noch nicht durchgehend „gewinnfähig“ ist.

Segmentbild und Bilanzsignale: Europa bleibt schwach, Kapitalbasis sinkt

Aufteilung nach Regionen:

  • Europa: Umsatz 46,849 Mio. EUR; EBIT -3,495 Mio. EUR (Margen-Druck)
  • Amerika: Umsatz 10,681 Mio. EUR; EBIT 0,189 Mio. EUR (leichte Stabilisierung)
  • Asien: Umsatz 24,175 Mio. EUR; EBIT 0,653 Mio. EUR (wieder positives Ergebnis)

Auf Konzernebene verschlechterte sich zudem die Liquidität/Innenfinanzierung: Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit lag bei -1,936 Mio. EUR nach +25,143 Mio. EUR im Vorjahr. Auch die Eigenkapitalquote sank auf 48,6% (Vj.: 53,6%).

Ein zusätzlicher Risikopunkt ist die Kundenkonstellation im Batterie-Bereich: Viscom nennt eine vollständige Wertberichtigung auf Forderungen gegenüber einem Kunden, der sich in einem Insolvenzverfahren befindet. Zwar seien Teile dieser Forderungen bereits 2024 wertberichtigt worden, doch die Auswirkungen auf das Ergebnis zeigen, wie empfindlich die Gewinn- und Liquiditätslage auf Ausfälle reagiert.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass Viscom 2025 zwar operativ Fortschritte gemacht hat (EBIT deutlich weniger negativ), die Ergebnisqualität aber noch nicht stabil genug ist: Die Verbesserung kommt laut Angaben vor allem aus Kosten- und Abschreibungseffekten, während Material, Währung sowie zusätzliche Wertberichtigungen weiterhin stark drücken. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Der Trend Richtung Stabilisierung ist erkennbar, aber entscheidend ist, ob sich 2026 auch im Working Capital und in der Marge eine nachhaltige Erholung zeigt – insbesondere im Umgang mit Forderungen und Vorräten.

Besonders wichtig für die nächsten Quartale dürfte daher sein, ob der Auftragseingang in margenstärkere Umsätze übersetzt wird und ob der Einfluss von FX-Effekten sowie Wertberichtigungen zurückgeht.

Was Investoren 2026 konkret beobachten sollten

  • EBIT-Marge: Gelingt der Sprung in den Korridor von 2% bis 5%?
  • Auftrag-zu-Umsatz-Tempo: Werden Zusagen zeitnah in Erlöse mit guter Kostenstruktur überführt?
  • Working Capital: Dreht der betriebliche Cashflow wieder ins Positive?
  • Risiko im Batterie-Segment: Entwickeln sich Forderungen und Nachläufe stabil?

Fazit & Ausblick

Viscom zeigt sich 2025 insgesamt in einer Wende-Phase: Der Auftragseingang steigt, das EBIT verbessert sich deutlich – trotz eines weiterhin schwachen Ergebnisniveaus. Das Unternehmen stellt für 2026 einen Auftragseingang und Zielumsatz von 80 bis 90 Mio. EUR in Aussicht sowie eine EBIT-Marge zwischen 2% und 5% (entspricht EBIT von 1,6 bis 4,5 Mio. EUR).

Für den Markt wird vor allem entscheidend sein, ob die angekündigte Konsolidierung und Effizienzsteigerung auch in Cashflow und Profitabilität sichtbar wird – und ob die belastenden Effekte aus Material, Vorräten und Währungsdifferenzen weiter nachlassen. Die nächsten Unternehmensberichte zu den Quartalen 2026 liefern dafür die ersten harten Indikatoren.