Verve Group: Analysten bestätigen „Kaufen“ trotz gesenktem Kursziel auf 6,80 Euro

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Eine am 16. September 2026 veröffentlichte Research-Studie bestätigt für die Verve Group Media SE das Rating „Kaufen“.
  2. Das Kursziel sinkt von 7,65 Euro auf 6,80 Euro, der Bewertungshorizont reicht nun bis zum 31. Dezember 2027.
  3. Verve steigerte den vergleichbaren Umsatz im ersten Halbjahr um 2,9 Prozent auf 293,9 Millionen Euro; das bereinigte EBITDA blieb mit 58,4 Millionen Euro nahezu stabil.
  4. Die Analysten erwarten für das zweite Halbjahr eine deutliche Wachstumsbeschleunigung und sehen das Unternehmen am unteren Ende seiner Jahresprognose.

Marktanalyse & Details

Research bestätigt Kaufempfehlung trotz niedrigerem Kursziel

Die Analysten halten an ihrer positiven Einschätzung der Verve Group Media SE fest. Das Rating lautet weiterhin „Kaufen“, zugleich wurde das Kursziel von 7,65 Euro auf 6,80 Euro reduziert. Der neue Bewertungshorizont wurde vom 31. Dezember 2026 auf den 31. Dezember 2027 verschoben. Der sogenannte Roll-over-Effekt wirkt dabei teilweise kurszielstützend.

Die Aktie notierte am 16. September 2026 um 10:37 Uhr bei 1,06 Euro und lag damit im Tagesverlauf 1,92 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn steht weiterhin ein Minus von 39,36 Prozent zu Buche. Das Kursziel der Studie liegt damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau, stellt jedoch eine Analystenschätzung und keine Garantie für die künftige Kursentwicklung dar.

Erstes Halbjahr: Umsatz wächst, Ergebnis bleibt unter Druck

Auf vergleichbarer Umsatzbasis erhöhte Verve die Erlöse im ersten Halbjahr 2026 um 2,9 Prozent auf 293,9 Millionen Euro. Die ausgewiesenen Umsätze stiegen um 34,5 Prozent auf 289,5 Millionen Euro. Gegenwind kam insbesondere von der Abwertung des US-Dollars und einem schwierigen makroökonomischen Umfeld.

Das EBITDA sank infolge höherer Investitionen und belastender Sonderfaktoren auf 44,9 Millionen Euro, nach 54,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um einmalige Kosten und Sondereffekte blieb das EBITDA mit 58,4 Millionen Euro gegenüber 59,6 Millionen Euro nahezu stabil. Die bereinigte EBITDA-Marge ging leicht von 20,9 Prozent auf 19,9 Prozent zurück. Das bereinigte Nettoergebnis lag mit 13,1 Millionen Euro ebenfalls nahezu auf Vorjahresniveau von 13,3 Millionen Euro.

Die Analysten werten das erste Halbjahr als vorgezogene Investitions- und Übergangsphase. Verve baute unter anderem das Vertriebsteam aus, entwickelte das Retail-Media-Geschäft weiter und investierte in die Plattform. Die Kosten fallen unmittelbar an, während der erwartete zusätzliche Umsatz erst mit zeitlicher Verzögerung entstehen soll.

Kundenbasis und Bruttomarge liefern operative Signale

Im zweiten Quartal stieg der vergleichbare Umsatz um 6,5 Prozent auf 152,31 Millionen Euro. Das Wachstum setzte sich aus organischen und anorganischen Beiträgen zusammen, wurde jedoch durch negative Währungseffekte gebremst.

  • Die Zahl der Softwarekunden erhöhte sich auf 4.176, nach 3.079 im Vorjahresquartal.
  • Die Zahl der großen Softwarekunden mit einem Umsatzvolumen von mehr als 100.000 US-Dollar stieg auf 1.159, nach 954.
  • Die Kundenbindungsrate großer Softwarekunden verbesserte sich auf 99,0 Prozent, die Net-Dollar-Expansion-Rate auf 95,0 Prozent.
  • Die Zahl der Ad Impressions sank auf 234,0 Milliarden, weil Verve bewusst weniger minderwertiges und nicht zum Premiumsegment gehörendes Werbeinventar vermarktete.

Besonders deutlich verbesserte sich die Bruttomarge: Sie stieg auf vergleichbarer Umsatzbasis von 33,1 Prozent auf 40,0 Prozent. Dazu trugen die Vereinheitlichung der Plattform, eine bessere Plattformleistung sowie ein effizienteres Management der Cloud-Hosting-Kosten bei.

Das ausgewiesene EBITDA im zweiten Quartal sank dagegen um 22,7 Prozent auf 20,88 Millionen Euro. Belastend wirkten unter anderem Kosten für die Verlagerung von Schweden nach Irland, die Umstellung auf US-Dollar-Berichterstattung, Vorbereitungen für ein mögliches US-Listing, die Straffung des Standortnetzes und Maßnahmen zur Optimierung des Personalbestands. Die Restrukturierungskosten beliefen sich nach Unternehmensangaben auf rund 4,20 Millionen Euro und sollen künftig jährliche Einsparungen von mindestens 8,00 Millionen Euro ermöglichen.

Bereinigt um diese Effekte stieg das EBITDA leicht auf 30,10 Millionen Euro, während die bereinigte EBITDA-Marge mit 19,8 Prozent nur knapp unter dem Vorjahreswert von 20,6 Prozent lag.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die operative Qualität derzeit besser ist als das ausgewiesene Ergebnis vermuten lässt. Die wachsende Softwarekundenbasis und die höhere Bruttomarge sprechen für strukturelle Fortschritte. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch auch, dass die Investmentthese stark von einer erfolgreichen zweiten Jahreshälfte abhängt: Erst wenn der ausgebaute Vertrieb, Retail Media und die Plattforminvestitionen in zusätzlichen Umsatz und Ergebnis umschlagen, dürfte sich die Bewertung nachhaltig verbessern. Die gesenkten Schätzungen und das reduzierte Kursziel zeigen zugleich, dass das makroökonomische und währungsbedingte Risiko weiterhin erheblich ist.

Guidance bestätigt, Schätzungen sinken

Verve bestätigte die Jahresprognose von 680 Millionen bis 730 Millionen Euro Umsatz sowie einem bereinigten EBITDA von 145 Millionen bis 175 Millionen Euro. Die Analysten rechnen inzwischen mit 684,17 Millionen Euro Umsatz und 146,56 Millionen Euro bereinigtem EBITDA. Damit erwarten sie jeweils das untere Ende der Unternehmensprognose.

Für 2027 werden 789,53 Millionen Euro Umsatz und 192,65 Millionen Euro bereinigtes EBITDA erwartet. Für 2028 liegen die Schätzungen bei 905,59 Millionen Euro Umsatz und 230,93 Millionen Euro bereinigtem EBITDA. Gegenüber den früheren Prognosen wurden die Erwartungen für beide Jahre deutlich reduziert.

Als mittelfristige Wachstumstreiber gelten der weitere Ausbau der Vertriebsorganisation, der Einstieg in den Retail-Media-Markt und KI-basierte Werbelösungen. Die üblicherweise stärkere Saisonalität im dritten und vierten Quartal soll zusätzlich helfen, das schwächere erste Halbjahr auszugleichen.

Die Studie weist mögliche Interessenkonflikte nach den Kennziffern 5a, 7 und 11 aus. Anleger sollten diese Angaben bei der Einordnung der Kaufempfehlung berücksichtigen.

Fazit & Ausblick

Die Verve Group bleibt trotz niedrigerem Kursziel ein spekulativer Kaufkandidat mit hohem Erholungspotenzial, aber auch beträchtlichen Ausführungsrisiken. Entscheidend sind im weiteren Jahresverlauf die Umsatzdynamik, die Entwicklung der bereinigten EBITDA-Marge, die Neukundengewinnung und der Nachweis der angekündigten Kosteneinsparungen. Eine nachhaltige Trendwende der Aktie dürfte davon abhängen, ob Verve die erwartete Beschleunigung im zweiten Halbjahr tatsächlich in profitables Wachstum umwandeln kann.

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