TUI grenzt EBIT-Ausblick ein: Späte Buchungen prägen das Reisegeschäft

TUI grenzt EBIT-Ausblick ein: Späte Buchungen prägen das Reisegeschäft AI Generated

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Das Wichtigste in Kürze

  1. TUI erwartet für das Geschäftsjahr 2026 ein bereinigtes EBIT von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro und grenzt damit die bisherige Spanne von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro ein.
  2. Die neue EBIT-Spanne liegt unter dem Vorjahreswert von 1,413 Milliarden Euro; die Umsatzprognose bleibt ausgesetzt.
  3. Die gebuchten Umsätze liegen im Sommer 2026 fünf Prozent und im Winter 2026/27 sieben Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.
  4. Hotels und Kreuzfahrten wachsen bei Kapazität und Preisen, während spätere Buchungen und geopolitische Risiken die Auslastung belasten.

Marktanalyse & Details

Engerer EBIT-Korridor unter dem Vorjahresniveau

Wenige Tage vor dem Ende des Geschäftsjahres hat TUI den Ausblick für das bereinigte operative Ergebnis konkretisiert. Das bereinigte EBIT soll 2026 bei konstanten Wechselkursen zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro liegen. Zuvor hatte der Konzern eine deutlich breitere Spanne von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro genannt. Selbst die Obergrenze bleibt damit unter dem Vorjahreswert von 1,413 Milliarden Euro.

Die Umsatzprognose bleibt weiterhin ausgesetzt. TUI begründet die Eingrenzung mit einer zuletzt verbesserten Buchungsdynamik, weist aber zugleich auf die anhaltende Unsicherheit durch geopolitische Spannungen und die wirtschaftliche Entwicklung hin. Die Prognose setzt voraus, dass es zu keiner wesentlichen Verschärfung der geopolitischen Lage kommt und die Treibstoffversorgung gesichert bleibt.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass TUI die Ergebnisentwicklung besser eingrenzen kann, ohne bereits eine Rückkehr zum Wachstum gegenüber dem Vorjahr in Aussicht zu stellen. Der engere Korridor reduziert zwar die Prognoseunsicherheit, ist wegen seines niedrigeren Niveaus aber kein uneingeschränkt positives Signal. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die operative Stabilisierung vor allem von Preisen, Kapazitätsdisziplin und einer weiterhin robusten Nachfrage abhängt.

Späte Buchungen prägen Sommer und Winter

Im Geschäftsfeld Markets + Airline lag der gebuchte Umsatz für den Sommer 2026 zuletzt fünf Prozent unter der Vorjahressaison. In den vergangenen vier Wochen verbesserte sich die Entwicklung jedoch: Der gebuchte Umsatz lag in diesem Zeitraum zwei Prozent über dem Vergleichszeitraum. In Großbritannien beträgt der Rückstand sieben Prozent, in Deutschland zwei Prozent. Beide Märkte verbesserten sich gegenüber dem vorherigen Update um jeweils einen Prozentpunkt.

Für den Winter 2026/27 liegt der gebuchte Umsatz zu einem frühen Zeitpunkt sieben Prozent unter dem Vorjahreswert. In Großbritannien beträgt das Minus neun Prozent, in Deutschland vier Prozent. Die Buchungen der vergangenen vier Wochen lagen nur noch ein Prozent unter dem Vergleichszeitraum. TUI führt die Entwicklung auf den Trend zu kurzfristigeren Buchungen vor dem Hintergrund geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit zurück.

  • Die risikobehaftete Kapazität für den Sommer wurde um fünf Prozent reduziert.
  • Die durchschnittlichen Verkaufspreise halten sich trotz des wettbewerbsintensiven Umfelds gut.
  • Griechenland und Spanien mit den Balearen und Kanaren zählen im Sommer zu den wichtigsten Zielen.
  • Im Winter bilden die Kanaren, das spanische Festland, Ägypten und Kap Verde den Kern des Angebots.

Hotels und Kreuzfahrten liefern Wachstumsimpulse

Im Bereich Holiday Experiences stiegen die verfügbaren Übernachtungen im vierten Quartal um ein Prozent und für das erste Halbjahr 2027 um sieben Prozent. Die durchschnittlichen Tagesraten erhöhten sich um vier Prozent im vierten Quartal und um ein Prozent im ersten Halbjahr 2027. Die gebuchte Hotelauslastung lag jeweils zwei Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Belastend wirkten unter anderem die Folgen eines Hurrikans in Jamaika, die geopolitische Lage im östlichen Mittelmeer und die Anlaufphase neu eröffneter Hotels.

Bei den Kreuzfahrten erhöhten sich die verfügbaren Passagiertage im vierten Quartal um zwölf Prozent und im ersten Halbjahr 2027 um 17 Prozent. Die Flotte umfasst inzwischen 19 Schiffe. Das neue Schiff Mein Schiff Flow brachte 4.000 zusätzliche Betten. Trotz des Kapazitätsausbaus blieb die gebuchte Auslastung im vierten Quartal auf Vorjahresniveau. Für das erste Halbjahr 2027 lag sie dagegen sechs Prozentpunkte darunter, wobei sich die Buchungen nach der Anpassung von Routen zuletzt von Woche zu Woche verbesserten. Die durchschnittlichen Tagesraten stiegen in beiden Zeiträumen um zwei Prozent.

Auch TUI Musement soll im vierten Quartal bei Erlebnissen, Ausflügen und Eintrittskarten ein Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich erreichen. Das Geschäft mit Transfers soll sich im Einklang mit dem Volumen von Markets + Airline entwickeln.

Kostenabsicherung bleibt wichtiger Faktor

TUI hat für den Sommer 2026 bereits 93 Prozent des Euro-Bedarfs, 89 Prozent des US-Dollar-Bedarfs und 98 Prozent des Treibstoffbedarfs abgesichert. Für den Winter 2026/27 liegen die entsprechenden Quoten bei 77, 82 und 63 Prozent. Die Absicherung verschafft dem Konzern eine bessere Kostenplanbarkeit, beseitigt aber nicht das Risiko einer schwächeren Nachfrage oder geopolitischer Störungen.

Die TUI-Aktie notierte am 22. September 2026 bei 6,606 Euro. Im Tagesverlauf lag sie 0,79 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn jedoch 26,31 Prozent im Minus. Die Kursentwicklung unterstreicht, dass der Markt trotz der jüngsten operativen Verbesserungen weiterhin erhebliche Risiken im Reisegeschäft einpreist.

Fazit & Ausblick

TUI verbessert die kurzfristige Buchungsdynamik und erzielt weiterhin stabile bis steigende Verkaufspreise. Gleichzeitig liegt der neue EBIT-Ausblick unter dem Vorjahresniveau, während die späten Buchungen die Visibilität für die Wintersaison begrenzen. Entscheidend bleiben die Auslastung der erweiterten Hotel- und Kreuzfahrtenkapazitäten, die geopolitische Lage und die Entwicklung der Treibstoffkosten. Die vollständigen Geschäftsjahreszahlen veröffentlicht TUI am 9. Dezember 2026.

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