thyssenkrupp Aktie: Grünstahl-Anlage startet zwei Jahre später als geplant

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Thyssenkrupp Steel Europe plant die Inbetriebnahme seiner Direktreduktionsanlage nun für 2029 statt 2027.
  2. Als wesentlichen Grund für die Verzögerung nennt das Unternehmen die Engineeringphase des Projekts.
  3. Die Anlage kostet rund drei Milliarden Euro; bis zu zwei Milliarden Euro davon sollen staatliche Fördermittel abdecken.
  4. Wasserstoffmangel und hohe Preise bremsen den Hochlauf, während vorübergehend mehr Erdgas beigemischt werden darf.

Marktanalyse & Details

Zeitplan und Baufortschritt

Die milliardenschwere Direktreduktionsanlage von Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) soll voraussichtlich erst 2029 in Betrieb gehen. Damit verschiebt sich der Start gegenüber dem ursprünglichen Plan um zwei Jahre. TKSE bestätigte die Verzögerung und führte sie vor allem auf die Engineeringphase zurück. Bei einem Vorhaben dieser Größenordnung seien Anpassungen des Ablaufs und des Zeitplans nicht ungewöhnlich, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Die Bauarbeiten, die Anfang 2024 begonnen haben, laufen nach Unternehmensangaben weiter: Der Turm der Anlage wird errichtet, die Fundamente für zwei Einschmelzer entstehen, und mehrere Schalthäuser sind fertiggestellt. Das Projektvolumen liegt bei rund drei Milliarden Euro. Der Staat stellt dafür Fördermittel von bis zu zwei Milliarden Euro in Aussicht; zwei Drittel entfallen auf den Bund, ein Drittel auf Nordrhein-Westfalen.

Wasserstoff als entscheidender Engpass

Die Direktreduktion soll die klassische Hochofenroute ersetzen: Statt Kohle soll Wasserstoff eingesetzt werden, der mit erneuerbarer Energie erzeugt wird. TKSE zufolge fehlen bislang jedoch Erzeugungskapazitäten, Transportleitungen und Importwege in ausreichendem Umfang. Außerdem sei grüner Wasserstoff teurer als ursprünglich angenommen und noch nicht wettbewerbsfähig verfügbar.

Geänderte Förderauflagen erlauben zunächst eine flexiblere Nutzung von Wasserstoff und eine höhere Erdgasbeimischung. Das entspricht zwar nicht dem langfristigen Ziel einer vollständig wasserstoffbasierten Grünstahlproduktion, soll den Übergang aber erleichtern. Nach Unternehmensangaben sinken die CO₂-Emissionen bei Erdgasbetrieb gegenüber der herkömmlichen Hochofenroute um mehr als die Hälfte.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass der Zeitplan nicht allein von der Fertigstellung der Anlage abhängt: Entscheidend sind auch die Verfügbarkeit und die Kosten des Wasserstoffs. Für Anleger bedeutet die Verzögerung, dass die erwarteten Fortschritte bei der klimafreundlicheren Stahlproduktion später eintreten und die Umsetzung länger von Energieangebot, Förderbedingungen und Marktentwicklung abhängt. Die weiterhin laufenden Bauarbeiten und die flexibleren Übergangsregeln wirken dem entgegen; aus den vorliegenden Angaben lässt sich jedoch keine konkrete Veränderung der Projektkosten oder des Ergebnisses ableiten.

Fazit & Ausblick

Der nächste zentrale Meilenstein ist die geplante Inbetriebnahme 2029. Bis dahin dürften Baufortschritt, Wasserstoffversorgung und die tatsächliche Nutzung der Übergangsregeln maßgeblich dafür sein, ob TKSE den neuen Zeitplan einhalten kann. Ein konkreter zusätzlicher Termin für den Projektstart oder ein aktualisierter Kostenrahmen wurde nicht genannt.

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