Tesla-Aktie steigt trotz niedrigerer Auslieferungsprognose – Cybercab unter Druck

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Tesla-Aktie steigt am 17. September an der Lang & Schwarz Exchange um 2,85 Prozent auf 320,80 Euro.
  2. Ein Analyst senkte seine Prognose für Teslas Auslieferungen im dritten Quartal 2026 von 490.000 auf 435.000 Fahrzeuge.
  3. Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA verlangt bis Ende September Antworten zur Zulässigkeit des Cybercab ohne Lenkrad und Pedale.
  4. Am Markt rücken Robotaxis und künstliche Intelligenz stärker in den Mittelpunkt, obwohl das Autogeschäft weiterhin Teslas wichtigste Finanzierungsquelle bleibt.

Marktanalyse & Details

Aktie trotzt schwächerem Auslieferungstrend

Die Tesla-Aktie zeigt sich trotz neuer Zweifel an den Fahrzeugauslieferungen widerstandsfähig. Der Kurs lag am 17. September um 16:55 Uhr bei 320,80 Euro und damit 2,85 Prozent über dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht allerdings weiterhin ein Minus von 18,32 Prozent zu Buche.

Für das dritte Quartal 2026 liegt die aktuelle Analystenschätzung bei rund 435.000 Auslieferungen. Zuvor waren 490.000 Fahrzeuge erwartet worden, der Marktkonsens lag bei etwa 456.000. Als Gründe gelten schwächere Verkaufstrends in China, den USA und Europa. Zuwächse in einigen Exportmärkten könnten die Belastung teilweise ausgleichen.

Wachstum bleibt hinter früheren Erwartungen

Für das Gesamtjahr 2026 wird weiterhin mit rund 1,8 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen gerechnet. Das wäre zwar ein Anstieg gegenüber den etwa 1,6 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2025, bleibt aber deutlich hinter früheren Erwartungen zurück. Die Prognosen für Teslas Auslieferungen hatten im März 2022 zeitweise bei rund 4,9 Millionen Fahrzeugen für 2026 gelegen.

Die Kursreaktion zeigt, dass Anleger die Bewertung des Unternehmens nicht mehr ausschließlich an den Autoverkäufen festmachen. Robotaxis, autonomes Fahren und humanoide Roboter gelten als mögliche langfristige Wachstumstreiber. Gleichzeitig generiert Tesla den Großteil seines Geschäfts weiterhin mit Elektrofahrzeugen. Schwächere Auslieferungen können daher die Mittel für die Entwicklung und den Ausbau dieser Zukunftsbereiche begrenzen.

Regulierungsrisiko beim Cybercab

Zusätzlichen Druck erzeugt die Untersuchung der US-Verkehrsaufsicht NHTSA. Die Behörde will unter anderem wissen, wie das Cybercab ohne Lenkrad und Pedale die US-Sicherheitsvorschriften erfüllen soll. Im Mittelpunkt steht auch die Frage, ob eine zeitweise installierbare menschliche Steuerung vorhanden ist.

Tesla hat für den Start der fahrerlosen Fahrzeuge in Austin keine Ausnahmegenehmigung für Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale beantragt. Das Unternehmen muss bis Ende September Stellung nehmen. Bei fortgesetzten Regelverstößen könnten Geldstrafen von bis zu 139 Millionen US-Dollar drohen.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt kurzfristig bereit ist, schwächere Fahrzeugzahlen zugunsten der KI- und Robotaxi-Fantasie zu tolerieren. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch kein verschwundenes Auslieferungsrisiko: Das Autogeschäft bleibt der operative Kern, während das Cybercab zusätzlich ein regulatorisches und technisches Umsetzungsrisiko darstellt. Die aktuelle Einstufung lautet Halten bei einem Kursziel von 360 US-Dollar.

Fazit & Ausblick

Im Fokus stehen nun Teslas Antwort an die NHTSA bis Ende September und die offiziellen Auslieferungszahlen für das dritte Quartal. Eine Bestätigung der niedrigeren Prognose dürfte den Blick erneut auf die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen lenken. Für den 1. Oktober ist zudem die Vorstellung eines neuen Roadsters angekündigt, die Teslas Produkt- und Technologiefantasie kurzfristig unterstützen könnte.

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