Terawulf-Aktie steigt: BofA startet mit Buy und 34-USD-Ziel für KI-Digital-Infrastruktur
Kurzüberblick
Die TeraWulf Inc. (NASDAQ: WULF) rückt an den Kapitalmärkten erneut in den Fokus: BofA Securities hat die Aktie mit einem Buy bewertet und ein Kursziel von 34 US-Dollar ausgegeben. Ausgelöst wurde die Neubewertung vor allem durch den Ausbau des Geschäftsmodells von der früheren Bitcoin-Produktion hin zu digitaler Infrastruktur für High-Performance-Compute (HPC) – mit klarer Ausrichtung auf die wachsende KI-Nachfrage.
Für Anleger ist der Timing-Aspekt entscheidend: TeraWulf will seine IT-Lastkapazität in den kommenden Jahren deutlich hochfahren – unter anderem über Projekte wie Lake Mariner (Ziel: Fertigstellung bis Ende 2026) sowie über einen möglichen Kunden-Fokus für Justified Data. Die Aktie notiert aktuell bei 25 Euro (Stand 19.06.2026, 22:27 Uhr), bei +158,8% YTD.
Marktanalyse & Details
Warum BofA den Wechsel zu KI-Infrastruktur betont
BofA argumentiert, dass TeraWulf sich von der starken Volatilität klassischer Bitcoin-Mining-Erträge löst und stattdessen Rechenzentrums- und Infrastrukturkapazitäten für KI-Workloads bereitstellt. Der Kern der These: KI-Training und besonders KI-Inferenz erhöhen den Bedarf an Strom, Server-Standorten sowie belastbarer Strom- und Netzanbindung – Bereiche, die TeraWulf laut Analyse gezielt adressiert.
- Bewertung: Buy bei einem erwarteten EV/Revenue-Multiple von 9,5x für 2028 (Basis: 28E-Projektionen).
- IT-Load-Ramp: von 60 MW (1Q26) auf 1,8 bis 3 GW kritische IT-Lastkapazität bis 2030 (Zielkorridor).
- Zwischenziele: 522 MW bis Ende 2026; 822 MW bis 2027.
Finanz- und Ergebnis-Hebel: Umsatz- und EBITDA-Prognosen
Die Analysten leiten aus dem Kapazitätsausbau steigende Erträge ab: TeraWulf soll demnach vor allem über die wachsende Infrastruktur- und HPC-Auslastung profitieren. BofA nennt dazu konkrete Jahresprojektionen:
- Umsatz: rund 226 Mio. US-Dollar (2026E) → 1,1 Mrd. US-Dollar (2027E) → 1,8 Mrd. US-Dollar (2028E)
- EBITDA: etwa 63 Mio. US-Dollar (2026E) → 686 Mio. US-Dollar (2027E) → 1,25 Mrd. US-Dollar (2028E)
Ein wichtiger Punkt für die Planbarkeit sind laut Analyse langlaufende Miet- bzw. Lease-Strukturen, darunter Vereinbarungen mit Laufzeiten von 25 Jahren. Für Anleger bedeutet das: Je näher die zugesagten Kapazitätsverträge an der tatsächlichen Infrastruktur-Fertigung liegen, desto besser lässt sich das Cashflow-Profil über Zyklen hinweg stabilisieren.
Analysten-Einordnung: Chancen groß – Umsetzung entscheidet
Dies deutet darauf hin, dass BofA die Story weniger als kurzfristiges Trading-Play sieht, sondern als mehrjährige Umwandlung von Mining-Kompetenz in KI-Rechenzentrums- und HPC-Delivery. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Der potenzielle Bewertungshebel hängt weniger am Kryptomarkt, sondern an Engineering-Exekution, Projekt-Timing und der tatsächlichen Kundenseite für AI-Workloads.
Gleichzeitig bleibt der kritischste Faktor das Finanzierungs- und Terminszenario: BofA nennt als zentrale Risiken vor allem Zugang zu Kapital und Projektverzögerungen. Genau hier entscheidet sich, ob die angekündigten MW-Ziele realistisch erreicht werden und ob die von BofA unterstellte Umsatz-/EBITDA-Kurve zur Marktrealität wird. Die Nachfragesicht bewertet die Bank zwar als robust – dennoch gilt: Bei Infrastruktur-Umstellungen ist die Investitions- und Bauphase häufig der Engpass.
Was Anleger jetzt konkret beobachten sollten
- Lake Mariner: Fortschritt und bestätigter Meilenstein bis Ende 2026.
- Justified Data: belastbare Kundenzusagen (Contract-Updates) und Auslastungssignale.
- Kapazitätsnutzung: ob die gemeldeten MW-Ziele in echte Revenue-Conversion übergehen.
- Finanzierungsrahmen: Kostenentwicklung, Struktur der Finanzierung und etwaige Verzögerungsrisiken.
Fazit & Ausblick
Der erneute Rückenwind für TeraWulf kommt derzeit vor allem aus der KI-Infrastruktur-These: BofA bewertet die Transformation als klaren Mehrwerttreiber und untermauert die Sicht mit konkreten Kapazitäts- und Ertragsannahmen bis 2028. Entscheidend für die nächsten Schritte bleibt jedoch, ob die Meilensteine bei Lake Mariner und die Kundenentwicklung bei Justified Data die Markterwartungen auch operativ bestätigen.
Als kurzfristige Trigger stehen damit vor allem Projekt-Fortschritte bis Ende 2026 sowie die weitere Kommunikation zu Kunden- und Kapazitätsverträgen im Vordergrund.
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