Steel Dynamics erwartet Q3-EPS unter Konsens – Stahlgeschäft legt deutlich zu
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Steel Dynamics erwartet für das dritte Quartal 2026 ein EPS von 5,34 bis 5,38 US-Dollar und verfehlt damit den Konsens von 5,60 US-Dollar.
- Das Stahlgeschäft soll dank höherer Metallmargen, Rekordauslieferungen und niedrigerer Schrottkosten deutlich besser abschneiden als im zweiten Quartal.
- Im Recyclinggeschäft drücken niedrigere Metallspannen und leicht rückläufige Lieferungen auf das Ergebnis.
- Die Auftragslage im Stahlbau bleibt stark: Der Auftragsbestand liegt fast 50 Prozent über dem Vorjahresquartal und reicht bis ins erste Quartal 2027.
Marktanalyse & Details
EPS-Prognose bleibt hinter den Erwartungen zurück
Steel Dynamics rechnet für das dritte Quartal 2026 mit einem Gewinn je Aktie von 5,34 bis 5,38 US-Dollar. Damit liegt die Prognose unter der Markterwartung von 5,60 US-Dollar. Die Abweichung signalisiert, dass die operative Verbesserung im Stahlgeschäft die Belastungen in anderen Sparten nicht vollständig ausgleichen dürfte.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Anleger die Ergebnisqualität stärker nach Segmenten bewerten müssen. Der erwartete Rückgang gegenüber dem Konsens ist zwar negativ, wird aber durch robuste Nachfrage, Rekordmengen und eine verbesserte Preis-Kosten-Relation im Kerngeschäft teilweise abgefedert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die kurzfristige EPS-Enttäuschung nicht automatisch auf eine nachlassende Stahlnachfrage hindeutet.
Stahlgeschäft mit besserer Preis-Kosten-Relation
Die Profitabilität der Stahlaktivitäten soll gegenüber dem zweiten Quartal deutlich steigen. Als Treiber nennt das Unternehmen eine Ausweitung der Metallmargen über das gesamte Geschäft, Rekordauslieferungen, höhere realisierte Stahlpreise und niedrigere Schrottkosten.
Die Kundenbestellungen bleiben demnach stabil. Besonders die Nachfrage aus dem gewerblichen Bau, dem Energiesektor, der Automobilindustrie und dem Industriebereich stützt die Preisbedingungen. Niedrige Lagerbestände bei Kunden erhöhen dabei die Wahrscheinlichkeit, dass die Nachfrage kurzfristig belastbar bleibt.
Recycling belastet, Stahlbau profitiert vom Auftragsbestand
Im Metallrecycling erwartet Steel Dynamics ein niedrigeres Ergebnis als im zweiten Quartal. Ausschlaggebend sind geringere Metallspannen und leicht rückläufige Liefermengen.
Die Stahlbau-Sparte soll dagegen moderat zulegen. Höhere Auslieferungen sollen dort die Belastung durch eine geringere Metallspanne mehr als ausgleichen. Zwar wurden höhere Verkaufspreise durch gestiegene Stahlinputkosten teilweise neutralisiert, doch der Auftragsbestand liefert eine solide Visibilität:
- Der aktuelle Backlog liegt nahezu 50 Prozent über dem Niveau des dritten Vorjahresquartals.
- Die Aufträge reichen bis ins erste Quartal 2027.
- Wachstumspotenzial sieht Steel Dynamics unter anderem in Rechenzentren, Lagerimmobilien, Fertigung, Gesundheitswesen und Infrastruktur.
Aluminium-Ausbau erreicht wichtige Meilensteine
Für das Aluminiumgeschäft wird eine deutliche Ergebnisverbesserung gegenüber dem zweiten Quartal erwartet. Höhere Liefermengen sollen den wichtigsten Impuls liefern.
Beim Aufbau des Aluminium-Walzwerks in Columbus, Mississippi, sind inzwischen alle drei Kaltwalzwerke betriebsbereit. Die erste von zwei Anlagen für kontinuierliches Glühen und Lösungsglühen ist in Betrieb und soll im vierten Quartal kommerziell nutzbares Material ausliefern. Die zweite Linie soll noch vor Jahresende mit der Produktion von Material für Kundenqualifikationen beginnen.
Fazit & Ausblick
Steel Dynamics liefert mit der Q3-Prognose ein gemischtes Signal: Die EPS-Spanne liegt unter dem Konsens, gleichzeitig verbessern sich Stahlmargen, Liefermengen und die Perspektiven im Stahlbau. Entscheidend für die weitere Bewertung sind daher die tatsächliche Entwicklung der Metallspannen, die Lieferungen im Recycling sowie der Hochlauf des Aluminiumwerks. Für 2027 rechnet das Unternehmen mit weiterem Volumenwachstum im Stahlbau, unterstützt durch US-Investitionen in Fertigung, Infrastruktur und Onshoring.
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