SpaceX plant Starship-Flug am 22. September: V3-Satelliten testen Umsatzfantasie

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Das Wichtigste in Kürze

  1. SpaceX peilt für den 22. September den 14. Starship-Testflug an, vorbehaltlich der behördlichen Freigabe.
  2. Die Mission soll erstmals eine stabile Erdumlaufbahn erreichen und Produktionsmodelle der Starlink-V3-Satelliten aussetzen.
  3. Eine spekulative Modellrechnung hält langfristig rund 1 Milliarde US-Dollar Jahresumsatz je Starship-Mission und bis zu 10 Billionen US-Dollar im Jahr 2030 für möglich.
  4. Der Optionshandel zeigte trotz eines Kursanstiegs eine vorsichtige institutionelle Positionierung mit einer Call-Verkaufsposition über 28,28 Millionen US-Dollar.

Marktanalyse & Details

Starship rückt an die kommerzielle Schwelle

SpaceX will den nächsten Starship-Test am 22. September starten. Das Zeitfenster soll um 8:15 Uhr US-Ostküstenzeit öffnen, die endgültige Freigabe steht jedoch noch aus. Die rund zehn Stunden dauernde Mission soll sechs Erdumkreisungen absolvieren und damit einen wichtigen technischen Meilenstein erreichen.

Im Mittelpunkt steht neben dem Flugprofil die Aussetzung von Starlink-V3-Satelliten. Nach Unternehmensangaben wird der 14. Flug damit zur ersten Mission, die Produktionsmodelle der neuen Satellitengeneration transportiert. Finanzchef Bret Johnsen bezeichnete die Mission als den ersten umsatzgenerierenden Starship-Flug. Damit muss SpaceX erstmals zeigen, dass die technische Leistungsfähigkeit auch in einen wirtschaftlich nutzbaren Ausbau der Starlink-Konstellation übersetzt werden kann.

Fortschritte gegenüber dem vorigen Test

Der 13. Starship-Flug im Juli verlief in mehreren Punkten erfolgreich: Die untere Stufe absolvierte ein Rückflugmanöver und landete im Golf von Mexiko. Die Oberstufe setzte 20 Starlink-V3-Satelliten aus, zündete ein Raptor-Triebwerk im Weltraum erneut und konnte nach dem Wiedereintritt unerwartet geborgen werden. Die gewonnenen Daten zum Hitzeschild sind für die angestrebte Wiederverwendbarkeit besonders relevant.

Starship ist für die nächste Wachstumsphase von Starlink entscheidend. Die größere Rakete soll deutlich mehr und leistungsfähigere Satelliten pro Mission transportieren als die Falcon 9. Zugleich ist sie eine Voraussetzung für weitere ambitionierte Raumfahrt- und Rechenzentrumsprojekte von SpaceX.

Wie die 10-Billionen-Dollar-Projektion entsteht

Die derzeit kursierende Umsatzthese basiert auf der Monetarisierung zusätzlicher Starlink-Bandbreite. Eine Modellrechnung leitet aus den Jahren 2023 bis 2025 einen Umsatz von etwa 19 Millionen US-Dollar je Terabit pro Sekunde jährlicher Bandbreitenkapazität ab. Ein Starship-Flug könnte demnach bis zu 60 Starlink-V3-Satelliten mit jeweils rund 1 Terabit pro Sekunde Downlink-Kapazität aussetzen. Daraus ergibt sich ein theoretisches jährliches Umsatzpotenzial von ungefähr 1 Milliarde US-Dollar pro Mission.

Wird diese Zahl mit Elon Musks Ziel von mehr als 30 Starship-Starts pro Tag beziehungsweise rund 10.000 Starts pro Jahr bis 2030 multipliziert, entsteht die Projektion von bis zu 10 Billionen US-Dollar Jahresumsatz. Diese Rechnung ist jedoch keine offizielle Umsatzprognose von SpaceX. Sie setzt eine extrem hohe Startfrequenz, ausreichende Produktionskapazitäten, eine vollständige Auslastung der zusätzlichen Bandbreite und stabile Preise voraus.

Bereits die Annahme von 1 Milliarde US-Dollar pro Mission ist nicht als unmittelbar erzielter Startumsatz zu verstehen. Gemeint ist das potenzielle jährliche Kommunikationsgeschäft, das durch die zusätzlich in Betrieb genommenen Satelliten entstehen könnte. Mit wachsendem Angebot kann zudem der Umsatz je Terabit sinken. SpaceX muss daher nicht nur Satelliten aussetzen, sondern auch Kunden gewinnen, Netzauslastung und Preise verteidigen sowie die Kosten der Raketenproduktion und des Betriebs kontrollieren.

Optionsmarkt sendet ein gegenläufiges Signal

Am 16. September schloss die SpaceX-Aktie laut den vorliegenden Handelsdaten bei 150,88 US-Dollar und legte 5,15 Prozent zu. Gleichzeitig dominierte im Optionsfluss eine langfristige Call-Verkaufsposition: 22.700 Kontrakte auf einen Ausübungspreis von 185 US-Dollar mit Fälligkeit am 19. März 2027 hatten ein Volumen von 28,28 Millionen US-Dollar. Eine solche Position kann auf begrenztes Aufwärtspotenzial oder auf das Einsammeln von Prämien hindeuten.

Daneben wurde eine kleinere synthetische Long-Position im Umfang von 851.000 US-Dollar beobachtet, bestehend aus dem Verkauf eines 144-Dollar-Puts und dem Kauf eines 167,50-Dollar-Calls mit Fälligkeit am 18. September 2026. Dieses bullische Signal war gemessen am Volumen deutlich kleiner als der Call-Verkauf. Einzelne Blocktrades sind allerdings kein verlässlicher Beleg für die Gesamtmeinung aller institutionellen Anleger, da sie auch der Absicherung oder komplexen Handelsstrategien dienen können.

Zur aktuellen Markteinordnung notierte die Aktie am 17. September um 12:35 Uhr bei 133,44 Euro, ein Tagesplus von 1,44 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt sie damit 4,7 Prozent im Minus. Der bevorstehende Starship-Test ist somit ein kurzfristiger Kurstreiber, beseitigt aber weder die hohen Bewertungserwartungen noch die operativen Risiken.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass SpaceX an einem entscheidenden Übergang steht: Der Markt bewertet Starship zunehmend als Grundlage für das künftige Starlink-Wachstum und nicht nur als Forschungsprojekt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der 22. September vor allem an messbaren Ergebnissen bewertet werden dürfte: stabiler Orbit, erfolgreiche V3-Aussetzung, Wiederzündung des Triebwerks, Hitzeschilddaten und belastbare Angaben zur Wiederverwendbarkeit. Die 10-Billionen-Dollar-Projektion liefert eine eindrucksvolle Größenordnung, ist wegen ihrer zahlreichen Annahmen aber eher ein langfristiges Szenario als eine belastbare Unternehmensprognose.

Fazit & Ausblick

Der 14. Starship-Flug am 22. September kann die Umsatzfantasie rund um Starlink erstmals mit kommerziellen Daten unterfüttern. Ein erfolgreicher Einsatz der V3-Satelliten würde die Wachstumsstory stärken; Verzögerungen, eine geringere Nutzlast oder Probleme bei Orbit und Wiederverwendung könnten dagegen den Abstand zwischen Vision und wirtschaftlicher Realität sichtbar machen. Entscheidend wird sein, ob SpaceX nach dem Test konkrete Fortschritte bei Startkadenz, Satellitenproduktion und Umsatzkonvertierung vorweisen kann.

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