SpaceX nähert sich dem IPO: New Street startet mit Buy und $165-Ziel, Orderbuch über 3x überzeichnet

SpaceX

Kurzüberblick

Vor dem erwarteten IPO in dieser Woche rückt SpaceX sowohl operativ als auch an der Börsenfront in den Fokus: New Street hat die Aktie mit Buy aufgenommen und ein Kursziel von 165 US-Dollar gesetzt. Im gleichen Atemzug ist die Nachfrage laut Berichten zum Orderbuch außergewöhnlich hoch – die Zeichnungen sollen zeitweise deutlich über dem geplanten Angebotsvolumen gelegen haben.

Gleichzeitig wächst der regulatorische und gesellschaftspolitische Druck: Eine US-Senatorin fordert eine Verzögerung der IPO-Freigabe mit Verweis auf Bewertung, Governance und Investorenschutz. Für Anleger bedeutet das: Neben der Begeisterung über die Größenordnung des Deals stehen Fragen nach Struktur, Timing und dem Weg zur Profitabilität ganz oben auf der Agenda.

Marktanalyse & Details

Analysten-Start: $165-Ziel und Sum-of-the-Parts bis 2,3 Billionen

New Street ordnet SpaceX als Sum-of-the-Parts (SOTP) – also mit getrennten Werttreibern – ein. Der Kerngedanke: Die „direkt“-Geschäfte und die Daten-/Infrastrukturkomponente sollen den Wert über reine Raketenaktivitäten hinaus heben. Genannt werden unter anderem:

  • $400 Mrd. (direkt-to-home)
  • $250 Mrd. (direkt-to-cell)
  • $100 Mrd. für die Bewertung des Third-Party-Launch-Geschäfts
  • $575 Mrd. für xAI als eigenständige Einheit
  • Gesamtzielwert: $2,3 Bio. Equity Value

Für das Jahr 2030 werden zudem $195 Mrd. Umsatz und $65 Mrd. EBIT in Aussicht gestellt. Das impliziert eine Bewertungslogik, die stark von Skalierung und einer zunehmenden Profitabilität über mehrere Geschäftssäulen abhängt.

Nachfrage: Orderbuch zeitweise rund 3,3-fach überzeichnet

Parallel zur Analysten-Einordnung wächst die „Deal“-Story: Berichte zum IPO-Orderbuch sprechen von einer Nachfrage, die das geplante Platzierungsvolumen deutlich übersteigt. Das hilft dem Markt zwar bei der Erwartung eines erfolgreichen Listings – erhöht aber auch die Volatilität rund um den ersten Handelstag, weil selbst kleine Preis- oder Zuteilungsänderungen nach oben oder unten „überproportional“ eingepreist werden.

  • Geplantes IPO-Angebot: $75 Mrd.
  • Gemeldete Nachfrage: bis zu $250 Mrd.
  • Damit zeitweise etwa 3,3-fach überzeichnet (im Verhältnis zu den verkaufbaren Anteilen)

Dass zudem mehr Aktien an kleinere Privatkunden als üblich verteilt werden sollen, macht die Ersteinpreisung besonders „marktbreit“ – kann aber gleichzeitig zu einer schnelleren Stimmungsdynamik führen.

Risiken jenseits der Raketen: Governance, Profitabilität und Kapitalintensität

Die politischen und institutionellen Bedenken sind nicht neu, werden aber im Vorfeld des IPO erneut zugespitzt: Eine Forderung nach IPO-Verzögerung zielt insbesondere auf die Bewertung sowie die Governance-Struktur und den Investorenschutz. Ergänzend wird in Marktkommentaren vor schnellen „Flips“ (kurzfristigem Weiterverkauf) gewarnt – ein Hinweis darauf, dass der Regimewechsel vom Privatunternehmen zum börsennotierten Unternehmen für viele Anleger eher „Momentum“ als Substanzrisiken adressiert.

Auch auf operativer Ebene zeigt sich ein Spannungsfeld: Das stärkste Segment ist laut Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens Starlink. Starlink soll 2025 $11,4 Mrd. Umsatz beigesteuert haben – etwa 61% der Gesamtumsätze. Gleichzeitig wurde eine hohe Kapitalausgabenlast für das KI-Ökosystem genannt: $12,7 Mrd. AI-Capex (als Vergleichsgröße zur Starlink-Margenrealität).

Für Anleger bedeutet das: Die Story ist zugleich „wachstumsgetrieben“ und potenziell margendruckend, weil Skalierung von Datenzentren zwar Kapazität schafft, aber kurzfristig Kostenblöcke verschiebt.

Analysten-Einordnung: New Streets Ansatz wirkt überzeugend, wenn das Unternehmen sowohl bei Starlink als auch bei xAI in der Lage ist, die Werttreiber zeitlich konsistent in Cashflow umzumünzen. Besonders sensitiv ist die Annahme, dass xAI über die „physical stack“-Komponente und die Führungsrolle in orbitalen Datenstrukturen einen Bewertungsaufschlag erhält. Genau hier liegt das Risiko: Solche SOTP-Modelle sind weniger eine Momentaufnahme als ein Versprechen für mehrjährige Execution. Für Anleger heißt das: Das Kursziel spiegelt nicht nur Erwartungen an das IPO, sondern vor allem an den Pfad Richtung EBIT- und Cashflow-Expansion bis spätestens 2030.

Was jetzt im Markt zählt: Zuteilung, Bewertungsniveau und nächste regulatorische Schritte

In der Schlussphase der Zeichnungen werden vor allem drei Faktoren beobachtet: Erstens, zu welchem Preis das IPO tatsächlich bepreist wird und wie sich das Verhältnis von Angebot zu Nachfrage nach Orderbuchschluss darstellt. Zweitens, ob die genannten Bewertungen (insbesondere die Teile rund um xAI) in der Preissetzung „mitgenommen“ werden. Drittens, ob regulatorische Fragen zur Governance und zum Investorenschutz in den verbleibenden Prozessschritten sichtbar an Schärfe gewinnen.

Fazit & Ausblick

Mit einem Buy-Start und einem $165-Ziel sendet New Street ein klares Signal: Der Markt wird das IPO voraussichtlich nicht nur als „Raketendeal“, sondern als Plattformstory für Daten, Kommunikation und KI neu einpreisen. Gleichzeitig bleibt die Mischung aus extremem Orderbuch-Überschuss und politischer Governance-Kritik ein Katalysator für hohe Schwankungen.

Wichtigste Beobachtungsgrößen für die nächsten Tage: der IPO-Preis, die finale Orderbuch-/Zuteilungsstatistik, sowie mögliche Stellungnahmen und Fristläufe rund um die regulatorischen Bedenken. Danach entscheidet vor allem, wie schnell das Unternehmen die operativen Hebel und Profitabilitätsannahmen nach dem Listing mit belastbaren Zahlen untermauert.

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