SoftBank Aktie: ABB prüft China-Abspaltung nach chinesischem Veto
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- China hat die Übernahme des China-Geschäfts der ABB-Robotiksparte durch SoftBank untersagt.
- ABB und SoftBank erwägen laut informierten Kreisen, den China-Bereich auszugliedern und separat aufzustellen.
- SoftBank treibt diese Lösung demnach voran; eine Einigung ist jedoch nicht sicher.
- ABB prüft außerdem, ob ein anderer Käufer die gesamte Robotiksparte übernehmen könnte.
Marktanalyse & Details
China-Blockade bringt die Transaktion unter Druck
ABB hatte im Oktober 2025 vereinbart, seine Robotiksparte für einen Unternehmenswert von rund 5,4 Milliarden US-Dollar an SoftBank zu verkaufen. Die chinesische Behörde für die Sicherheitsprüfung ausländischer Investitionen untersagte jedoch die Übernahme des China-Geschäfts. Damit ist der Abschluss der Gesamttransaktion offen, aber nicht automatisch abgesagt: ABB und SoftBank hatten zuvor erklärt, weiter an der Transaktion zu arbeiten.
Eine mögliche Abspaltung würde den China-Bereich als eigenständiges Unternehmen mit einer anderen Eigentümerstruktur organisieren. China ist der größte Markt der Sparte; mehr als 90 Prozent der für chinesische Kunden bestimmten Roboter werden dort produziert. Gerade diese starke lokale Verankerung könnte eine getrennte Eigentümer- und Kontrollstruktur für die Beteiligten attraktiv machen.
Strategische Bedeutung für SoftBank
Der Konflikt dreht sich nicht nur um die Übernahme selbst. Im Raum stehen laut Berichten auch chinesische Sicherheitsbedenken, dass Produktionsdaten ins Ausland gelangen und für das Training von KI-Modellen genutzt werden könnten. Zudem wurde geprüft, ob geistiges Eigentum im Land verbleiben muss. SoftBank ist maßgeblich an OpenAI beteiligt – ein Zusammenhang, der die Prüfung politisch und regulatorisch zusätzlich sensibel machen könnte.
Analysten-Einordnung: Eine Ausgliederung könnte den Kauf der übrigen Robotikgeschäfte ermöglichen, wäre aber keine einfache Formalie. Unterschiedliche Eigentümer, Datenzugänge und Rechte an geistigem Eigentum müssten sauber abgegrenzt werden. Dies deutet darauf hin, dass der Abschluss für SoftBank weniger von der grundsätzlichen Kaufabsicht als von einer für China akzeptablen Struktur abhängt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Der strategische Zugang zur Robotik bleibt möglich, doch Zeitplan und Umfang des geplanten Zukaufs sind deutlich unsicherer geworden.
ABB prüft parallel die Suche nach einem anderen Käufer für die gesamte Robotiksparte. Der Schweizer Konzern hatte bisher mit einem Nettoerlös von rund 5,3 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf gerechnet und wollte die Mittel unter anderem für Übernahmen einsetzen. Ein Ausweichplan könnte daher auch für ABBs Kapitalplanung relevant sein.
Fazit & Ausblick
Die Abspaltung des China-Geschäfts ist bislang eine erwogene Option, keine vereinbarte Lösung. Entscheidend wird sein, ob ABB und SoftBank eine Eigentümer- und Betriebsstruktur finden, die den chinesischen Auflagen genügt und zugleich den Wert der verbleibenden Sparte erhält. Solange dazu keine Einigung oder ein verbindlicher Zeitplan vorliegt, bleibt der Abschluss des 5,4-Milliarden-Dollar-Deals ungewiss.
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