ServiceNow steigt trotz KI-Skepsis: BofA und Goldman setzen auf agentische Workflow-Plattform
Kurzüberblick
ServiceNow gewinnt am 18. Mai 2026 zeitweise an Fahrt: Die Aktie notiert an der Lang&Schwarz Exchange bei 83,84 Euro und legt tagsüber um 2,77% zu. Gleichzeitig bleibt der Blick auf das laufende Jahr belastet: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 35,97%. Der Kursschub kommt vor allem aus Analystenkreisen, die den Software-Titel trotz anhaltender Debatten über KI-Risiken weiter positiv einordnen.
Im Fokus stehen dabei gleich mehrere Signale: BofA hat die Coverage für ServiceNow mit dem Rating Buy wieder aufgenommen und ein Kursziel von 130 US-Dollar genannt. Goldman Sachs bleibt ebenfalls bei Buy und verweist auf das AI-Control-Tower-Konzept sowie das Monetarisierungsmodell rund um agentische Workflows. Ergänzend unterstreicht eine neue Mehrjahres-Partnerschaft mit Experian den praktischen Anwendungsrahmen autonomer KI-Agenten.
Marktanalyse & Details
Analysten-Einordnung: Buy-Impulse und höhere Sichtbarkeit für den KI-Umsatzhebel
Die beiden großen Untersuchungsberichte zeichnen ein ähnliches Bild – mit unterschiedlichem Schwerpunkt:
- BofA stellt die Idee in den Mittelpunkt, dass ServiceNow nicht von KI ersetzt wird, sondern von ihr profitiert: Die Plattform biete eine besonders tiefe Verankerung in kritischen Unternehmens-Workflows. Besonders relevant sind dabei IT-, Employee- und Customer-Prozesse, in denen „agentic“ Automation entstehen kann.
- Goldman Sachs argumentiert, dass ServiceNow als Kontroll- und Steuerungsebene (Control Plane) für Enterprise-KI fungiert. Das AI Control Tower soll nicht nur beraten, sondern in einem auditierbaren Rahmen Handlungen auslösen und über eingebettete Workflow-Logik mit Unternehmenskontext arbeiten.
Für Anleger bedeutet das: Die Aktienstory wird weniger als „AI-Tool-Spiel“ betrachtet, sondern als „Workflow-Integration plus Governance“. Genau diese Unterscheidung kann entscheidend sein, wenn der Markt aus KI-Faszination wieder stärker auf belastbare Umsatzmechaniken schaut.
Monetarisierung agentischer KI: Von Seat-Nutzung zu wertbasierten Verbrauchsmetriken
Goldman untermauert den Ansatz mit konkreten Messgrößen: Die Plattform soll jährlich über 100 Milliarden Workflows verarbeiten. Beim KI-Angebot Now Assist wird ein Skalierungsziel genannt, das zuletzt auf eine Größenordnung von 1,5 Milliarden US-Dollar für 2026 angehoben wurde. Zusätzlich sieht die Bank eine Verschiebung der Preissetzung hin zu nutzungs- bzw. wertbasierten Komponenten: Über 50% der neu hinzukommenden AVC sollen an nicht-seatspezifische Kennzahlen gekoppelt sein.
Auch das Risiko einer Substitution durch punktuelle KI-Tools wird adressiert: Die Control-Layer-Logik mit Rechten, Kontext und Auditierbarkeit lasse sich nicht einfach nachrüsten. Dies deutet darauf hin, dass ServiceNow nicht nur „KI oben drauf“ anbietet, sondern eine Infrastruktur bereitstellt, die für Unternehmen schwerer ersetzbar ist, sobald sie einmal in Prozesse integriert wurde.
Kundenbelege: Experian setzt auf autonome Agenten über mehrere Use Cases
Am 15. Mai wurde eine globale Multi-Year-Partnerschaft zwischen Experian und ServiceNow bekannt. Ziel ist es, agentische KI entscheidungs- und handlungsfähig über Plattformen hinweg zu machen. Der Start richtet sich auf Use Cases wie Employee-Onboarding, Third-Party-Risk-Management sowie Modell-Lifecycle-Governance.
Analysten-Einordnung: Für die Bewertung der ServiceNow-These ist weniger entscheidend, dass „KI-Agenten möglich“ sind, sondern ob sich daraus ein messbarer Vertriebs- und Umsatzfortschritt ableiten lässt. Partnerschaften wie mit Experian liefern dafür frühe Realitätschecks: Sie testen, ob Governance, Datenkontext und Prozessintegration in der Praxis die versprochenen Effizienzgewinne erreichen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem, dass der Markt das Thema weniger als reines Produkt-Upgrade, sondern als Weg in wiederkehrende, ausbaufähige Vertragslogik einpreisen könnte.
Beteiligungszuwachs: Soltis erhöht die ServiceNow-Position deutlich
Parallel taucht ein weiteres Signal auf: Der Vermögensverwalter Soltis Investment Advisors hat seine Beteiligung an ServiceNow im vergangenen Quartal laut den vorliegenden Angaben um rund 6.000% erhöht. Derartige Sprünge können sowohl auf eine klare Überzeugung als auch auf statistische Effekte bei kleinen Startbeständen hindeuten. In jedem Fall verstärkt der Schritt das Bild, dass institutionelle Akteure die mittelfristige Ausrichtung rund um agentische Automatisierung weiterhin für relevant halten.
Worauf Anleger jetzt achten sollten
- Fortschritt bei Now Assist: Entwicklung von Kundenabrufen und ACV-Zielen im Jahresverlauf.
- Mixverschiebung hin zu nicht-seatspezifischen Kennzahlen: Entscheidend ist, ob der höhere Wert pro Nutzung tatsächlich in stabilen Umsatzwachstum übertragen wird.
- Proof für Governance & Auditierbarkeit: Gerade bei autonomen Aktionen wird die Nachweisbarkeit zum zentralen Kaufargument.
Fazit & Ausblick
Die aktuellen Analystenimpulse und der Ausbau über Partnerschaften stützen die Sicht, dass ServiceNow von agentischer KI eher als „Integrations- und Steuerungsschicht“ profitiert, statt technologisch verdrängt zu werden. Unterm Strich bleibt der Aktienkurs trotz des Tagesanstiegs fragil, weil das YTD-Minus zeigt, wie stark der Markt bereits zuvor Skepsis eingepreist hatte.
Für die nächsten Schritte dürften vor allem die kommenden Quartalsberichte entscheidend sein: Wie klar werden Wachstumsbeiträge aus Now Assist sowie die ausbaufähige Einnahmelogik rund um Action Fabric und nicht-seatspezifische Messgrößen sichtbar? Genau dort entscheidet sich, ob die KI-Story in nachhaltige Fundamentaldaten übersetzt.
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