Salesforce bekräftigt 63-Mrd.-Dollar-Ziel: Dreamforce überzeugt, Aktie fällt

Salesforce bekräftigt 63-Mrd.-Dollar-Ziel: Dreamforce überzeugt, Aktie fällt AI Generated

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Salesforce hält auf der Dreamforce-Konferenz am Ziel von 63 Milliarden US-Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2030 fest.
  2. Die Nutzung des Slackbot-KI-Agenten stieg im vergangenen Quartal um 150 Prozent, während die wiederkehrenden Erlöse mit führenden KI-Unternehmen um 435 Prozent zulegten.
  3. Mit dem AI Enterprise Harness und dem CRM-Reasoning-Modell Koa will Salesforce zur Kontroll- und Verarbeitungsschicht für Unternehmens-KI werden.
  4. Die Salesforce-Aktie notierte am 17. September um 18:35 Uhr bei 211,15 Euro und lag damit 3,32 Prozent im Tagesminus sowie 6,76 Prozent unter dem Jahresanfang.

Marktanalyse & Details

Wachstumsziel bleibt trotz KI-Skepsis bestehen

Salesforce hat auf der dreitägigen Dreamforce-Konferenz in San Francisco seine langfristige Planung bekräftigt. Der CRM-Konzern strebt bis zum Geschäftsjahr 2030 ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 11 Prozent pro Jahr und Erlöse von 63 Milliarden US-Dollar an. Das wäre eine Beschleunigung gegenüber dem Umsatzwachstum von 9,6 Prozent im Geschäftsjahr 2026.

Im Zentrum stand die Frage, ob autonome KI-Agenten künftig menschliche Software-Nutzer und damit klassische Sitzplatzlizenzen ersetzen könnten. Salesforce argumentiert, dass die eigene Plattform auch in diesem Szenario relevant bleibt, weil sie Unternehmensdaten, Arbeitsabläufe, Sicherheitsregeln und KI-Modelle miteinander verbindet.

Agentforce und Koa sollen KI im Unternehmen absichern

Salesforce positioniert Agentforce nicht nur als Assistenten, sondern als Plattform für agentische Geschäftsprozesse. Das vergangene Woche vorgestellte AI Enterprise Harness soll Unternehmen dabei helfen, KI-Agenten zu überwachen, zu steuern und mit relevanten Informationen zu versorgen. Damit will Salesforce eine vertrauenswürdige Schicht zwischen Unternehmensdaten und unterschiedlichen KI-Modellen schaffen.

Gemeinsam mit NVIDIA stellte Salesforce außerdem Koa vor, ein auf komplexe, mehrstufige CRM-Aufgaben zugeschnittenes Reasoning-Modell für Agentforce. Erste Pilotprojekte laufen bereits; die allgemeine Verfügbarkeit in den USA ist für den Winter 2026 geplant. Zusätzliche Einsatzfelder entstehen durch die Integration von Agentforce in die SPECS-Datenbrille von Snap, etwa für Wartung, Fernunterstützung und Einzelhandel.

Nutzungsdaten liefern erste Belege für Nachfrage

Die Konferenz lieferte einige konkrete Signale für die Akzeptanz der neuen Produkte:

  • Die Zahl der Nutzer des Slackbot-KI-Agenten erhöhte sich im Quartalsvergleich um 150 Prozent.
  • Neun der zehn führenden KI-Unternehmen nutzen nach Angaben von Salesforce die Plattform.
  • Die durchschnittlichen wiederkehrenden Erlöse aus dieser Gruppe stiegen im Jahresvergleich um 435 Prozent.
  • Live Nation baut den Einsatz von Agentforce nach einem ersten Festivalprojekt auf weitere Veranstaltungsorte aus.

Salesforce erweitert zugleich seine Preismodelle über klassische Sitzplatzlizenzen hinaus. Künftig sollen auch Plattformnutzung und weitere Verbrauchsparameter die Abrechnung bestimmen. Das kann die Abhängigkeit vom Beschäftigungswachstum der Kunden verringern, erschwert aber die Umsatzplanung.

Aktie unter Druck, Analysten bleiben geteilt

Die positiven Signale der Dreamforce reichten nicht für eine Kurswende. Neben der allgemeinen Schwäche vieler Softwarewerte belastete eine zwischenzeitliche Serviceunterbrechung, die mehrere Kernservices in verschiedenen Regionen beeinträchtigte. Die Salesforce-Aktie verlor im europäischen Handel bis 18:35 Uhr 3,32 Prozent auf 211,15 Euro und liegt seit Jahresbeginn 6,76 Prozent im Minus.

Analysten-Einordnung: Die Reaktionen fallen überwiegend konstruktiv, aber nicht euphorisch aus. Seit Beginn der Dreamforce haben rund 20 Analysten ihre Kursziele angehoben. Ein Analyst bestätigte eine Übergewichtung mit einem Kursziel von 280 US-Dollar, während ein anderer bei einer neutralen Einschätzung 225 US-Dollar ansetzt. Zudem wurde ein Kursziel von 233 auf 263 US-Dollar angehoben, ohne die neutrale Bewertung zu ändern.

Dies deutet darauf hin, dass der Markt Salesforce grundsätzlich zutraut, vom Wachstum der Unternehmens-KI zu profitieren, aber noch Belege für eine nachhaltige Monetarisierung verlangt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die strategische Positionierung ist überzeugender als noch vor der Konferenz, doch die Bewertung wird sich erst dann nachhaltig verbessern, wenn Agentforce, nutzungsabhängige Preise und die neue Dateninfrastruktur sichtbar in Umsatz und Margen ankommen.

Kapitalrückführung stützt die Investmentstory

Finanzchefin Robin Washington verwies zudem auf die umfangreiche Kapitalrückführung. Salesforce plant kumulierte Aktienrückkäufe von 60 Milliarden US-Dollar. Ein im laufenden Jahr gestartetes beschleunigtes Rückkaufprogramm soll im Oktober abgeschlossen werden; der erwartete Durchschnittspreis liegt bei 182 US-Dollar je Aktie, während sich die Aktienanzahl laut Unternehmensangabe um mehr als 14 Prozent verringern soll. Zusätzlich hat Salesforce 3 Milliarden US-Dollar an Dividenden ausgeschüttet.

Diese Maßnahmen erhöhen den Gewinnanteil je verbleibender Aktie, lösen aber das operative Kernproblem nicht: Das Unternehmen muss zeigen, dass KI nicht nur die Nachfrage nach Software verändert, sondern auch neue und profitable Erlösquellen eröffnet.

Fazit & Ausblick

Salesforce hat auf der Dreamforce ein schlüssiges Konzept für die Zeit nach den klassischen Sitzplatzlizenzen präsentiert und das Umsatzziel für 2030 bestätigt. Kurzfristig bleiben jedoch die Kursreaktion, die Servicequalität und die Transparenz der neuen Preismodelle Belastungsfaktoren. Wichtige Prüfsteine sind der Abschluss des Aktienrückkaufs im Oktober sowie der für Winter 2026 geplante Start von Koa in den USA. Entscheidend wird sein, ob Salesforce aus den hohen KI-Nutzungsraten wiederkehrendes, margenstarkes Wachstum machen kann.

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