Rosenblatt startet Nokia-Aktie mit Buy und Kursziel von 15 US-Dollar

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Rosenblatt nimmt Nokia mit einer Buy-Einstufung und einem Kursziel von 15 US-Dollar neu in die Bewertung auf.
  2. Optical Networks legte im zweiten Quartal 2026 um 20 Prozent zu, während sich der Umsatz mit KI- und Cloud-Lösungen mehr als verdoppelte.
  3. Nokia verbuchte im KI- und Cloud-Geschäft Aufträge über 2,8 Milliarden Euro; etwa die Hälfte soll binnen zwölf Monaten umsatzwirksam werden.
  4. Die Nokia-Aktie notierte am 14. September 2026 bei Lang & Schwarz 13,16 Prozent tiefer bei 8,25 Euro, liegt seit Jahresbeginn aber 47,32 Prozent vorn.

Marktanalyse & Details

Buy-Rating setzt auf den Wandel zum KI-Infrastrukturanbieter

Rosenblatt-Analyst Mike Genovese sieht Nokia im Ausbau optischer Netzwerke für künstliche Intelligenz strategisch gut positioniert. Besonders relevant ist der Gewinn von Marktanteilen im sogenannten Scale-across-Bereich. Diese Netzwerke verbinden große Rechenzentrumscluster und gelten als vergleichsweise schwer zu ersetzen, sobald sie in eine Infrastruktur integriert sind. Weitere Wachstumschancen sieht die Analyse bei Scale-out und perspektivisch Scale-up.

Das Kursziel von 15 US-Dollar basiert auf einer Sum-of-the-Parts-Bewertung. Dabei werden rund ein Drittel des Nokia-Werts der KI-Infrastruktur und zwei Drittel dem Telekomgeschäft zugerechnet. Gegenüber dem Schlusskurs von 11,13 US-Dollar am Vortag entspricht das einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 35 Prozent. Die Bewertung könne sich als konservativ erweisen, falls sich der Umsatzmix wie erwartet weiter in Richtung KI verschiebt.

Optische Netzwerke liefern operative Dynamik

Optical Networks ist laut der Analyse für rund 45 Prozent des Umsatzes im Segment Network Infrastructure und etwa 20 Prozent des Nokia-Konzernumsatzes verantwortlich. Der Umsatz der Sparte lag auf Sicht der vergangenen zwölf Monate bei ungefähr 4 Milliarden US-Dollar und damit in einer ähnlichen Größenordnung wie bei Ciena.

  • Optical Networks wuchs im zweiten Quartal 2026 um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • Der Umsatz mit KI- und Cloud-Lösungen mehr als verdoppelte sich im Jahresvergleich.
  • Die KI- und Cloud-Aufträge erreichten im zweiten Quartal 2,8 Milliarden Euro.
  • Etwa die Hälfte dieser Aufträge soll innerhalb von zwölf Monaten in Umsatz übergehen.

Investitionen in eigene Technologieplattform

Nokia baut seine Kapazitäten für Indiumphosphid-Laser aus, die für optische Übertragungslösungen benötigt werden. Die Fertigung in San Jose soll im vierten Quartal 2026 hochgefahren werden. Eine Test- und Verpackungsstätte in Pennsylvania soll ab dem dritten Quartal ihre Kapazität ungefähr verzehnfachen. Zusätzlich soll der NXP-Campus in Chandler einen dritten US-Standort für Indiumphosphid-Fertigung ergänzen.

Neben optischen Netzwerken weitet Nokia den Verkauf von Ethernet-Switches und Routern für Anwendungen innerhalb von Rechenzentren aus. Die Produkte treten damit in Teilen gegen Angebote von Arista und Cisco an. Das Unternehmen positioniert sich zugleich für Chancen bei Co-Packaged Optics und Near-Packaged Optics.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass Nokia an der Börse zunehmend als Nutznießer des KI-Infrastrukturausbaus bewertet werden könnte und nicht mehr ausschließlich als klassischer Telekomzulieferer. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch, dass die Investmentthese stark von der tatsächlichen Umwandlung der KI-Aufträge in Umsatz und von der Geschwindigkeit des Kapazitätsausbaus abhängt. Das bestehende Telekomgeschäft bleibt mit rund 55 Prozent des Umsatzes der größere Bereich, während Fixed Networks etwa 10 Prozent beiträgt. Die erwartete Neubewertung setzt daher voraus, dass das KI-Geschäft schneller wächst und zugleich die Margen in den etablierten Sparten verbessert werden.

Fazit & Ausblick

Das Buy-Rating und das Kursziel von 15 US-Dollar stärken die KI-Story von Nokia deutlich. Im Fokus stehen nun die Umsatzrealisierung der Aufträge über 2,8 Milliarden Euro, der Produktionshochlauf in den USA ab dem dritten Quartal 2026 sowie die Entwicklung von Optical Networks im nächsten Quartalsbericht. Die positive Jahresperformance steht dabei einem deutlichen Tagesverlust gegenüber und unterstreicht die kurzfristige Schwankungsanfälligkeit der Aktie.

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