RBI weist Shortseller-Vorwürfe zurück: Aktie fällt 5,35 Prozent

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Raiffeisen Bank International weist die Vorwürfe aus einem am 17. September veröffentlichten Shortseller-Bericht entschieden zurück.
  2. RBI wirft dem Bericht sachliche Fehler bei Kundenbeziehungen, Sanktionen und der Berechnung der Liquiditätsdeckungsquote vor.
  3. Die Konzern-LCR lag zum 30. Juni 2026 bei 136 Prozent, ohne Russland bei 135 Prozent.
  4. Die RBI-Aktie fiel am 17. September bis 18:01 Uhr auf 61,05 Euro und lag damit 5,35 Prozent im Minus; seit Jahresbeginn bleibt sie 60,24 Prozent im Plus.

Marktanalyse & Details

RBI reagiert auf Vorwürfe

Die Raiffeisen Bank International hat einen am Morgen veröffentlichten Bericht eines Leerverkäufers geprüft und weist die darin erhobenen Anschuldigungen kategorisch zurück. Nach Darstellung der Bank enthält die Analyse neben irreführenden und suggestiven Aussagen mehrere sachliche Fehler. RBI prüft rechtliche Schritte gegen die Verfasser.

Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe im Zusammenhang mit der russischen Tochter AO Raiffeisenbank, möglichen Sanktionsverstößen sowie der Liquiditätssituation des Konzerns. RBI betont, dass der Bericht auch Unternehmen als Kunden aufführe, die zu keinem Zeitpunkt Kunden der RBI oder ihrer russischen Tochter gewesen seien. Zudem seien Geschäftsbeziehungen zu bestimmten Kunden bereits freiwillig beendet oder gesperrt worden, bevor diese als sanktionierte Einheiten eingestuft worden seien.

Liquidität und Russland-Risiko

Besonders deutlich widerspricht die Bank der Darstellung zur Liquidity Coverage Ratio. Die Konzern-LCR betrug zum 30. Juni 2026 nach RBI-Angaben 136 Prozent. In die Berechnung seien nur hochwertige liquide Vermögenswerte der russischen Tochter in einer Höhe eingeflossen, die deren Nettoabflüsse vollständig abdecke. Damit folge die Berechnung den Vorgaben von EBA, EZB und Basel.

  • RBI schließt nach eigenen Angaben mehr als 7 Milliarden Euro an liquiden Vermögenswerten der AO Raiffeisenbank aus der Konzern-LCR-Berechnung aus.
  • Die LCR des Konzerns ohne Russland lag zum selben Stichtag bei 135 Prozent.
  • Die Bank bezeichnet diese Vorgehensweise als konservative Anpassung und nicht als Ausweitung des verfügbaren Liquiditätspuffers.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der kurzfristige Kursdruck vor allem aus der Unsicherheit über mögliche regulatorische und rechtliche Folgen des Berichts entsteht, nicht aus einer von RBI gemeldeten Verschlechterung der Liquiditätskennzahlen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Faktenbasis und mögliche Reaktionen von Aufsichtsbehörden wichtiger werden als die bloße Schärfe der gegenseitigen Vorwürfe. Die hohe Jahresperformance von 60,24 Prozent zeigt zugleich, dass die Aktie mit einem erheblichen Kursgewinn in die Kontroverse gegangen ist und entsprechend empfindlich auf neue Risiken reagiert.

Rasperia-Klage und Verkauf von Priorbank

Zur Klage gegen Rasperia erklärt RBI, sie habe die zuständige US-Sanktionsbehörde OFAC und die österreichische Finanzmarktaufsicht in den Monaten vor der Einreichung ausführlich über Inhalt und Hintergrund informiert. Beide Behörden seien außerdem unmittelbar vor der Einreichung erneut unterrichtet worden. Seitdem stehe die Bank regelmäßig mit ihnen in Kontakt.

Auch den Verkauf ihrer belarussischen Konzerneinheiten einschließlich Priorbank JSC verteidigt RBI. Die zuständigen Sanktionsbehörden seien über den Käufer und die Finanzierung der Transaktion detailliert informiert worden. Der Verkauf sei streng geprüft und von den zuständigen Behörden genehmigt worden.

Fazit & Ausblick

Die RBI versucht, die Vorwürfe mit konkreten Angaben zur LCR, zu Kundenbeziehungen und zu früheren Behördenkontakten zu entkräften. Entscheidend für die Aktie dürfte nun sein, ob externe Prüfungen oder Aufsichtsbehörden die Darstellung der Bank bestätigen und ob RBI rechtliche Schritte einleitet. Bis dahin bleibt mit erhöhter Volatilität zu rechnen.

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