Pony AI bringt Level-4-Robotruck auf den Weg und startet Robotaxi-Tests in Zagreb

Pony AI Inc. AI Generated

Kurzüberblick

  • Pony AI hat gemeinsam mit GAC Commercial Vehicle einen neuen batterieelektrischen Level-4-Robotruck vorgestellt.
  • Die Serienproduktion des Robotrucks soll noch 2026 anlaufen und zunächst Langstreckenfracht, Logistik auf festen Routen sowie Hafentransporte bedienen.
  • In Zagreb testen Pony AI und Verne erstmals in Europa fahrerlose Robotaxis mit Passagieren auf öffentlichen Straßen.
  • Die Pony-AI-Aktie notiert am 14. September bei 5,70 Euro, liegt seit Jahresbeginn aber noch 55,47 Prozent im Minus.

Marktanalyse & Details

Robotruck soll Kosten und Energieverbrauch senken

Der neue schwere Elektro-Lkw basiert auf der T9-Plattform von GAC Commercial Vehicle und integriert Pony AIs autonome Gen-4-Technologie für die vierte Robotruck-Generation. Das Fahrzeug ist für den kommerziellen Einsatz in der Langstreckenfracht, bei dedizierten Logistikrouten und im Hafenverkehr vorgesehen.

Für den sicheren Betrieb verfügt der Truck über vollständig redundante Systeme für Lenkung, Bremsen, Kommunikation, Stromversorgung, Rechenleistung und Sensorik. Das autonome Fahrpaket umfasst neun Lidar-Sensoren, drei Millimeterwellenradare und 13 Kameras mit einer Rundum-Erfassung ohne tote Winkel.

  • Die Materialkosten des autonomen Fahrpakets sollen gegenüber der Vorgängergeneration um 70 Prozent gesunken sein.
  • Die Transportkosten je Tonnenkilometer könnten nach Unternehmensangaben um 30 Prozent sinken.
  • Eine Kombination aus Energieeffizienz-Algorithmen und dem niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,4 soll den Energieverbrauch gegenüber konventionellen Lastwagen um 10 Prozent reduzieren.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Pony AI den Schwerpunkt von technologischen Demonstrationen zunehmend auf skalierbare Anwendungen mit klarer Kostenlogik verlagert. Die angekündigten Einsparungen sind allerdings Zielwerte und müssen sich erst in der Serienproduktion sowie im realen Flottenbetrieb bestätigen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der wirtschaftliche Erfolg künftig weniger allein von der Leistungsfähigkeit der autonomen Systeme und stärker von Produktionsvolumen, Sicherheitsfreigaben, Auslastung und der tatsächlichen Kostenposition abhängen wird.

Fahrerlose Robotaxis erreichen Europas öffentliche Straßen

Parallel dazu haben Pony AI und Verne in Zagreb fahrerlose Testfahrten mit Passagieren auf öffentlichen Straßen gestartet. Die zunächst 22 Kilometer lange Strecke verbindet den Verne-Hauptsitz und einen wichtigen Geschäftsbezirk der kroatischen Hauptstadt mit dem Flughafen Franjo Tuđman. In den kommenden Monaten soll das vollständig fahrerlose Angebot auf das gesamte Betriebsgebiet ausgeweitet werden.

Das Vorhaben ist Teil eines gemeinsamen europäischen Robotaxi-Modells: Pony AI liefert die autonome Fahrtechnologie, Verne übernimmt den Betrieb und Uber stellt den Zugang zur Dienstleistung über seine Plattform bereit. Seit dem Start des von Verne betriebenen Dienstes Anfang April legte die Flotte mehr als 200.000 Kilometer zurück, absolvierte mehrere tausend Kundenfahrten und erreichte eine durchschnittliche Passagierbewertung von 4,7 von 5 Punkten.

Aktienkurs bleibt trotz Tagesplus unter Druck

Die Aktie von Pony AI legte am 14. September 2026 im Tagesverlauf um 1,42 Prozent auf 5,70 Euro zu. Der Blick auf die Jahresbilanz fällt jedoch deutlich schwächer aus: Seit Jahresbeginn steht weiterhin ein Minus von 55,47 Prozent zu Buche. Die operative Expansion bei Robotrucks und Robotaxis liefert damit wichtige Fortschrittsindikatoren, beseitigt aber noch nicht die Risiken eines kapitalintensiven Wachstumsmodells.

Fazit & Ausblick

Pony AI baut seine Präsenz in zwei besonders wichtigen Bereichen des autonomen Fahrens aus: bei schweren Nutzfahrzeugen und im öffentlichen Robotaxi-Verkehr. Entscheidend werden nun der Produktionsstart des Robotrucks noch in diesem Jahr, die Ausweitung der fahrerlosen Teststrecken in Zagreb und der Nachweis sein, dass die angekündigten Kosten- und Effizienzvorteile im kommerziellen Betrieb tatsächlich erreicht werden.

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