Oracle-Aktie steigt nach Quartalszahlen: Cloud-Wachstum hebt Prognose

Oracle Corp AI Generated

Kurzüberblick

  • Oracle steigert den Umsatz im ersten Geschäftsquartal um 30 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar.
  • Der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur springt um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden US-Dollar und übertrifft die Erwartungen.
  • Oracle hebt die bereinigte Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 8,10 US-Dollar je Aktie an.
  • Der Auftragsbestand erreicht 664 Milliarden US-Dollar, während der negative Free Cashflow und hohe Investitionen zentrale Risiken bleiben.

Marktanalyse & Details

Starkes Quartal dank Cloud-Infrastruktur

Oracle hat im ersten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz von 19,3 Milliarden US-Dollar erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und lag über der Markterwartung von 19,14 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,92 US-Dollar und übertraf damit die Prognose von 1,74 US-Dollar.

Der wichtigste Wachstumstreiber war Oracle Cloud Infrastructure (OCI). Der Umsatz in diesem Bereich stieg um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Erwartung von 7,19 Milliarden US-Dollar. Nach Unternehmensangaben beschleunigte sich zudem die Bereitstellung neuer Rechenzentrumskapazitäten. Verzögerungen an zwei Standorten in New Mexico und Wisconsin sollen das Geschäftsjahr 2027 nicht wesentlich beeinträchtigen.

Auftragsbestand wächst durch KI-Nachfrage

Oracle verbuchte im Quartal neue KI-Cloud-Verträge im Wert von mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Der gesamte Auftragsbestand beziehungsweise Remaining Performance Obligation (RPO) stieg dadurch auf 664 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartung von 639,89 Milliarden US-Dollar. Oracle rechnet damit, etwa die Hälfte des aktuellen Auftragsbestands innerhalb der kommenden 36 Monate als Umsatz zu verbuchen.

  • Die meisten neuen Verträge werden nach Unternehmensangaben durch Vorauszahlungen der Kunden oder vom Kunden bereitgestellte Hardware unterstützt.
  • Dadurch soll ein großer Teil der zusätzlichen Aufträge keinen unmittelbar höheren Kapitalbedarf bei Oracle auslösen.
  • Das Unternehmen hält sein jährliches Investitionsziel von 90 bis 95 Milliarden US-Dollar aufrecht.

Prognose steigt, bleibt aber vergleichsweise vorsichtig

Oracle erwartet für das Geschäftsjahr 2027 nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,10 US-Dollar nach zuvor 8,05 US-Dollar. Die durchschnittliche Analystenschätzung liegt bei 8,07 US-Dollar. Für das Gesamtjahr stellt Oracle zudem ein Umsatzwachstum des Cloud-Geschäfts von etwa 64 bis 70 Prozent sowie einen Konzernumsatz von mindestens 90 Milliarden US-Dollar in Aussicht.

Die Reaktion der Aktie fällt im laufenden Handel verhaltener aus als der vorbörsliche Kurssprung: Der Oracle-Kurs liegt am 11. September 2026 um 15:21 Uhr bei 141,98 Euro und damit 1,62 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn steht die Aktie dennoch 14,53 Prozent im Minus.

Cashflow und Margen bleiben die entscheidenden Prüfsteine

Der negative Free Cashflow belief sich im Quartal auf 5,40 Milliarden US-Dollar. Damit fiel der Mittelabfluss deutlich geringer aus als die erwarteten 9,56 Milliarden US-Dollar und als der negative Free Cashflow von 11,48 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026. Gleichzeitig lagen die Investitionen mit 28,50 Milliarden US-Dollar über der Markterwartung von 19,38 Milliarden US-Dollar. Rund 11,36 Milliarden US-Dollar davon wurden durch Kundenvorauszahlungen abgedeckt.

Die Finanzierung der KI-Infrastruktur bleibt damit ein zweischneidiges Signal: Kundenvorauszahlungen entlasten kurzfristig die Bilanz, erhöhen aber die Abhängigkeit von einer anhaltenden Auftrags- und Vertragsdynamik. Zusätzlich hält der Margendruck durch das kapitalintensive KI-Geschäft an.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Oracle bei Cloud-Infrastruktur und KI-Nachfrage operativ deutlich an Dynamik gewinnt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht, dass die Investitionsrisiken verschwunden sind. Entscheidend wird sein, ob Oracle den hohen Auftragsbestand tatsächlich in wiederkehrende Umsätze und nachhaltig positive operative Cashflows umwandeln kann. Oppenheimer bestätigte zwar die Outperform-Einstufung und das Kursziel von 275 US-Dollar, verwies aber zugleich auf anhaltenden Margendruck, eine nur moderat angehobene Jahresprognose und die Abhängigkeit der Cashflow-Qualität von Kundenvorauszahlungen.

Fazit & Ausblick

Oracle liefert mit dem kräftigen OCI-Wachstum, dem hohen Auftragsbestand und der verbesserten Gewinnprognose starke operative Signale. Die Aktie muss diesen Fortschritt jedoch gegen hohe Investitionen, negative freie Cashflows und mögliche Margenbelastungen beweisen. Im Fokus der nächsten Quartale stehen daher die Umwandlung des RPO in Umsatz, die Entwicklung der Cloud-Margen und der Anteil der Investitionen, der tatsächlich durch Kundenfinanzierung gedeckt wird.

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