Oracle-Aktie fällt trotz Cloud-Boom: RBC senkt Kursziel auf 165 US-Dollar

Oracle Corp AI Generated

Kurzüberblick

  • RBC senkt das Kursziel für Oracle von 190 auf 165 US-Dollar und bestätigt die Einstufung „Sector Perform“.
  • Die Oracle-Aktie fällt am 11. September 2026 um 6,81 Prozent auf 130,20 Euro.
  • Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz um 29,6 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar.
  • Das Cloud-Infrastrukturgeschäft wuchs um 121 Prozent, während der Auftragsbestand 664 Milliarden US-Dollar erreichte.

Marktanalyse & Details

Kursziel sinkt trotz starker Cloud-Zahlen

Die Oracle-Aktie gerät trotz überzeugender Quartalszahlen unter Druck. Der Kurs lag am 11. September 2026 bei 130,20 Euro und damit 6,81 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortags. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 21,62 Prozent zu Buche.

RBC reduziert das Kursziel für Oracle von 190 auf 165 US-Dollar. Die Einstufung „Sector Perform“ signalisiert, dass die Analysten kurzfristig kein deutlich überdurchschnittliches Kurspotenzial gegenüber dem Technologiesektor sehen. Das neue Kursziel liegt damit zwar über dem aktuellen US-Dollar-Kursniveau der Aktie, fällt aber deutlich zurück.

Cloud-Infrastruktur treibt Umsatz und Auftragsbestand

Oracle steigerte den Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 29,6 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf der Konzern die Markterwartungen. Besonders dynamisch entwickelte sich das Cloud-Infrastrukturgeschäft, das um 121 Prozent zulegte. Die gesamten Cloud-Erlöse wuchsen den vorliegenden Angaben zufolge um 62 Prozent.

Die Nachfrage nach Rechenkapazität für Anwendungen der künstlichen Intelligenz sorgt zugleich für einen außergewöhnlich hohen Auftragsbestand von 664 Milliarden US-Dollar. Oracle brachte außerdem rund 850 Megawatt zusätzliche Kapazität online. Für das Geschäftsjahr 2027 stellte der Konzern einen Umsatz von mindestens 90 Milliarden US-Dollar in Aussicht.

Analysten-Einordnung: Wachstum allein reicht nicht

Dies deutet darauf hin, dass der Markt inzwischen nicht mehr nur das Cloud-Wachstum bewertet, sondern stärker auf die Wirtschaftlichkeit der KI-Expansion schaut. Oracle gewinnt zwar neue Großaufträge und steigert die Infrastrukturumsätze deutlich. Der Ausbau von Rechenzentren erfordert jedoch hohe Investitionen, bevor sich die erwarteten Erlöse vollständig in freien Cashflow und Rendite übersetzen lassen.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Auftragsbestand nicht mit bereits verbuchtem Umsatz gleichzusetzen ist. Entscheidend wird sein, wie schnell Oracle die Kapazitäten auslastet, welche Margen das Infrastrukturgeschäft erzielt und ob der Konzern den Übergang zu positivem freien Cashflow schafft. Auch die Finanzierung des weiteren Ausbaus bleibt ein wichtiger Bewertungsfaktor.

Der bevorstehende Financial Analyst Day dürfte daher besonders relevant werden. Dort muss Oracle konkreter darlegen, welche Renditen aus den KI-Investitionen zu erwarten sind und wie der Konzern den hohen Kapitalbedarf kontrollieren will. Die Senkung des RBC-Kursziels zeigt, dass starke Wachstumsraten allein die Bedenken hinsichtlich Investitionsrisiken und Cashflow noch nicht ausräumen.

Fazit & Ausblick

Oracle verbindet derzeit außergewöhnliches Cloud- und KI-Wachstum mit einer kapitalintensiven Expansionsstrategie. Die nächsten entscheidenden Signale kommen aus der Entwicklung des freien Cashflows, der Auslastung der neuen Rechenzentrumskapazitäten und den Aussagen am Financial Analyst Day. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen der Aussicht auf weiter steigende Cloud-Umsätze und der Sorge um Finanzierung sowie Rendite der KI-Investitionen schwanken.

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