NVIDIA übertrifft Quartalsprognose: 108 Mrd. Dollar Umsatz und 70 % Wachstum erwartet
Kurzüberblick
- NVIDIA erzielte im zweiten Quartal 2027 einen Umsatz von 96,22 Milliarden US-Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,22 US-Dollar.
- Für das dritte Quartal stellt der Chipkonzern 108 Milliarden US-Dollar Umsatz mit einer Bandbreite von plus/minus 2 Prozent in Aussicht.
- Für das Geschäftsjahr 2028 erwartet NVIDIA ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent und liegt damit deutlich über den bisherigen Markterwartungen.
- Hohe Speicherkosten und knappe Komponenten setzen die Bruttomarge unter Druck, während neue Großaufträge die KI-Nachfrage untermauern.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen übertreffen die Erwartungen
NVIDIA hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 26. Juli endete, die Prognosen deutlich übertroffen. Der Umsatz stieg auf 96,22 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Markterwartung von 92,17 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,22 US-Dollar, erwartet worden waren 2,10 US-Dollar.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Rechenzentren. Der Umsatz dieser Sparte mehr als verdoppelte sich auf 89 Milliarden US-Dollar und lag über der Prognose von 85,08 Milliarden US-Dollar. Für das laufende dritte Quartal erwartet NVIDIA 108 Milliarden US-Dollar Umsatz, während die durchschnittliche Marktschätzung bei 104,19 Milliarden US-Dollar lag.
70-Prozent-Prognose signalisiert anhaltenden KI-Boom
Ungewöhnlich früh legte das Management außerdem einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2028 vor, das im Januar 2028 endet. NVIDIA rechnet mit einem Umsatzwachstum von rund 70 Prozent. Die bisherige Markterwartung lag bei etwa 44 Prozent. Das Unternehmen begründet die Zuversicht mit einer breiter werdenden Nachfrage: Neben großen Cloud-Anbietern investieren zunehmend KI-Labore, Unternehmen, staatliche Abnehmer und industrielle Kunden in Rechenkapazität.
Die Vera-Rubin-Plattform hat inzwischen mit der Auslieferung an Kunden begonnen und soll im laufenden Quartal rund ein Fünftel des gesamten Rechenzentrumsumsatzes ausmachen. Zudem will Amazon Web Services 2027 und 2028 weitere zwei Millionen NVIDIA-GPUs in seine globale Infrastruktur integrieren. Auch die Zusammenarbeit mit SpaceX beim Einsatz von Vera-CPUs für die Starmind-KI-Satelliten zeigt, wie NVIDIA seine Plattform über klassische Rechenzentren hinaus positioniert.
Lieferengpässe und Margendruck bleiben die zentrale Gegenposition
Der starke Nachfrageausblick trifft auf begrenzte Produktionskapazitäten. NVIDIA bezeichnete das Wachstum als lieferseitig eingeschränkt. Steigende Preise für Speicherbausteine und höhere Komponentenkosten dürften die Bruttomarge im vierten Quartal auf etwa 71 bis 72 Prozent drücken. Im dritten Quartal werden noch ungefähr 74 Prozent erwartet; die Marktschätzung lag hierfür bei 74,77 Prozent.
Zusätzliche Unsicherheit besteht im China-Geschäft. NVIDIA hat die Erlöse aus chinesischen Rechenzentren nicht in die aktuelle Prognose einbezogen. Damit bleibt offen, welchen Beitrag mögliche Lieferungen leistungsfähiger KI-Chips an chinesische Kunden künftig leisten können.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die KI-Investitionswelle nach Einschätzung des Managements noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht automatisch eine gleich starke Gewinnsteigerung: Das Umsatzwachstum bleibt außergewöhnlich, wird aber durch Lieferengpässe, steigende Kosten und sinkende Margen teilweise aufgezehrt. Entscheidend wird außerdem, ob die neuen Großkunden tatsächlich nachhaltig eigene Nachfrage erzeugen oder ob im KI-Ökosystem zunehmend zirkuläre Abhängigkeiten entstehen. Die Prognose von 70 Prozent Wachstum stärkt zwar die langfristige Story, erhöht zugleich aber die Erwartungen an die Umsetzung.
Fazit & Ausblick
NVIDIA liefert mit starken Quartalszahlen und einer überraschend hohen Wachstumsprognose neue Argumente für die Fortsetzung des KI-Booms. Der nächste wichtige Prüfstein sind die Zahlen für das dritte Quartal und die Entwicklung der Bruttomarge. Bis dahin dürften Anleger besonders beobachten, ob NVIDIA die hohe Nachfrage trotz knapper Speicher- und Komponentenversorgung in profitables Wachstum umsetzen kann.
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