Macquarie stuft XPeng auf Outperform hoch: Aktie reagiert und May-Deliveries steigen leicht
Kurzüberblick
XPeng steht zum Wochenstart erneut im Fokus: Macquarie hat die Aktie (XPeng-W / NYSE: XPEV) von Neutral auf Outperform hochgestuft und das Kursziel bestätigt. Parallel lieferte der E-Autohersteller aktuelle Auslieferungszahlen für Mai nach – mit einem leichten Plus zum Vormonat, aber weiterhin spürbarem Gegenwind im Vorjahresvergleich.
Zum Zeitpunkt des Kursstands lag die XPeng-ADR Class A bei 14,66 EUR (01.06.2026, 07:54 Uhr) und damit +2,95% am Tag. Auf Sicht des laufenden Jahres bleibt die Aktie aber klar unter Druck: -18,1% YTD. Für Anleger entscheidet sich jetzt, ob die Kombination aus Margendynamik, Modell-Rampen und Nachfrageimpulsen die Schwäche bei den Volumina ausgleichen kann.
Marktanalyse & Details
Analystenreaktion: Macquarie setzt auf Margen- und Volumenwende
Macquarie begründet die Aufstufung vor allem mit einer über den Erwartungen liegenden Bruttomargen-Entwicklung im ersten Quartal: Die Bruttomarge erreichte 20,6%. Gestützt werde das Ergebnis insbesondere durch technische Serviceleistungen im Umfeld von Volkswagen, wodurch die Marge der Services und anderer Geschäftsteile bei 66,5% gehalten wurde.
- Rating: Upgrade auf Outperform
- Kursziel: HKD 73 bzw. US$ 19 (unverändert)
- Operative Logik: Bessere Mix- und Services-Margen statt nur reiner Absatzfokus
Analysten-Einordnung: Die entscheidende Aussage in der Macquarie-Argumentation ist weniger die kurzfristige Stabilisierung der Margen als der Hinweis, dass der Marktzyklus sich drehen könnte. Dies deutet darauf hin, dass XPeng nicht nur mit neuen Modellen Volumen aufbauen will, sondern dass das Unternehmen offenbar auch die Profitabilität entlang der Wertschöpfungskette besser steuert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Das Chance-Risiko-Verhältnis verbessert sich vor allem dann, wenn die Margen auch im zweiten Halbjahr nicht wieder unter Druck geraten und die Auslieferungsvolumen-Rückgänge (YoY) sich in ein nachhaltiges Wachstum umkehren lassen.
Auslieferungen Mai: Aufwärtsimpuls zum Vormonat, aber schwach im Jahresvergleich
Bei den Auslieferungen meldete XPeng für Mai 32.158 Fahrzeuge. Das entspricht einem Rückgang um 4,08% gegenüber dem Vorjahr, gleichzeitig bedeutet es einen Anstieg um 3,70% gegenüber dem Vormonat. Bereits hier wird ein gemischtes Bild sichtbar: kurzfristig stabilisiert sich die Nachfrage, strukturell bleibt der Vergleich zum starken Vorjahresniveau aber negativ.
- Mai: 32.158 Einheiten
- MoM: +4,0% (zum Vormonat)
- YoY: -4,08% (zum Vorjahr)
- Jan–Mai kumuliert: 125.851 Einheiten, -22,59% YoY
Diese Zahlen passen in das Muster der jüngsten Unternehmenskommunikation: Trotz eines saisonalen bzw. zyklischen Umfelds versucht XPeng, die Modellpalette stärker zu durchdringen und über neue Produktwellen (u. a. GX sowie MONA-Varianten) Nachfrageimpulse zu erzeugen.
Q1 als Grundlage: Bruttomarge über 20% und Q2-Guidance mit klarer Wachstumsabsicht
Wichtiger Hintergrund für die Marktstimmung sind die Q1-Kennzahlen und der Ausblick: Im ersten Quartal lag die Bruttomarge bei 20,6%. Beim Ergebnis wird berichtet, dass die EPS im ersten Quartal bei +13 Cent lag, verglichen mit -3 Cent im Vorjahr.
Für das zweite Quartal skizzierte XPeng eine Zielspanne bei den Auslieferungen von 100.000 bis 106.000 Fahrzeugen sowie einen Umsatzkorridor von 19,6 bis 20,8 Milliarden Yuan. Zudem werden Nachfrageindikatoren rund um neue Modelle hervorgehoben, die im Ramp-up-Phase offenbar früh anziehen (u. a. beim GX und bei MONA-Varianten).
Für Anleger bedeutet das: Die Marktfrage lautet jetzt nicht mehr, ob XPeng überhaupt Margen stabilisieren kann, sondern ob das Unternehmen diese Profitabilitätslogik mit echten Volumenfortschritten koppelt. Genau hier setzen Upgrades an: Wenn die nächste Produktwelle wie geplant skaliert und die Bruttomarge im Zielkorridor bleibt, könnte sich der Rückgang bei den Jahresvergleichen schrittweise relativieren.
Fazit & Ausblick
XPeng liefert im Mai zwar ein leicht verbessertes Bild zum Vormonat, die Jahresbasis bleibt jedoch deutlich negativ. Gleichzeitig sorgt Macquaries Aufstufung für Rückenwind – getragen von der Aussage, dass die Bruttomargenperformance und der Mix (inklusive Services-Unterstützung) bislang besser funktionieren als befürchtet.
Als nächstes wird vor allem relevant, ob die Q2-Guidance bei 100.000 bis 106.000 Auslieferungen durchgehend in Reichweite bleibt und ob XPeng die Margendynamik verteidigen kann. Spätestens mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen für Q2 dürfte sich zeigen, ob der Markt die Hoffnungen auf eine Volumen- und Ergebniswende nachhaltig einpreist.
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