Lululemon kappt Umsatzprognose erneut: Aktie fällt zeitweise 18 %, Kursziel sinkt auf 95 Dollar
Kurzüberblick
- Lululemon senkt die Umsatzprognose für 2026 erneut auf 10,35 bis 10,50 Mrd. US-Dollar.
- Der Leggings-Umsatz fiel im zweiten Quartal um rund 20 %, während China und Kanada die Nachfrage belasteten.
- Die Aktie verlor im vorbörslichen Handel zeitweise rund 18 % und fiel unter 100 US-Dollar.
- Ein Analyst hält an Equal Weight fest und senkt das Kursziel von 105 auf 95 US-Dollar.
Marktanalyse & Details
Prognose und operative Signale
Lululemon hat seine Jahresprognose zum dritten Mal gesenkt. Die erwarteten Erlöse für 2026 liegen nun bei 10,35 bis 10,50 Mrd. US-Dollar. Auch die Gewinnziele wurden deutlich zurückgenommen. Zwar übertraf der Gewinn je Aktie im zweiten Quartal die Markterwartungen, doch der Umsatz blieb hinter den Prognosen zurück.
Besonders problematisch ist die Entwicklung im Kerngeschäft: Der Umsatz mit Leggings sank im zweiten Quartal um etwa 20 %. In China verfehlten die Verkäufe die Erwartungen deutlich, im Heimatmarkt Kanada ging der Umsatz um 11 % zurück. Zudem reagierten Kunden verhaltener auf neue Produkte.
Margenrisiken nehmen zu
Das Unternehmen will die Vermarktung verstärken und saisonale Ware stärker über Preisnachlässe abverkaufen. Diese Maßnahmen können kurzfristig den Absatz stützen, erhöhen aber zugleich den Druck auf die Bruttomarge. Bei schwächerem Umsatz wirkt außerdem der fixe Kostenblock stärker auf das Ergebnis, weil sich die Kosten auf weniger Umsatz verteilen.
Zusätzliche Belastungen drohen im kommenden Jahr durch den Wegfall beziehungsweise das Auslaufen positiver Basiseffekte aus Zollerstattungen. Gleichzeitig müssen die höheren Abschriften und Marketingausgaben erst durch eine nachhaltige Nachfragebelebung kompensiert werden.
Analysten-Einordnung
Analysten-Einordnung: Ein Analyst hält trotz der verschärften Risiken am Rating Equal Weight fest und reduziert das Kursziel von 105 auf 95 US-Dollar. Als Begründung werden die nachlassende Nachfrage, die fehlende operative Hebelwirkung bei den Fixkosten, anhaltende Preisnachlässe und schwierigere Vergleichswerte im kommenden Jahr genannt. In einem vorsichtigen Szenario könnte das Ergebnis je Aktie 2027 bei etwa 6 US-Dollar liegen – weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts.
Dies deutet darauf hin, dass der Markt nicht nur eine vorübergehende Wachstumspause einpreist, sondern Zweifel an der Ertragskraft des bisherigen Geschäftsmodells bekommt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass eine günstige Bewertung allein kein ausreichendes Kaufsignal darstellt: Entscheidend sind die Stabilisierung des Leggings-Geschäfts, die Entwicklung der China-Umsätze und der Umgang der neuen Führung mit Preisnachlässen und Produktinnovationen.
Der Lululemon-Kurs lag am 4. September 2026 um 11:42 Uhr bei 85,40 Euro; seit Jahresbeginn summierte sich der Rückgang auf 52,74 %. Damit hat sich die Neubewertung der Aktie deutlich verschärft.
Fazit & Ausblick
Der zentrale Test für Lululemon ist nun, ob das Unternehmen aus dem Nachfrageproblem im Kerngeschäft herauskommt, ohne die Margen weiter zu opfern. Die strategische Antwort der neuen Führung dürfte sich erst im kommenden Jahr vollständig abzeichnen. Bis dahin bleiben Prognosestabilität, Lagerabbau und eine Erholung der Leggings-Verkäufe die wichtigsten Signale für eine nachhaltige Trendwende.
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