Lufthansa aktiviert 20 Boeing-737-MAX-10-Optionen – Boeing-Aktie bleibt unter Druck
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Der Lufthansa-Aufsichtsrat hat die Ausübung von 20 Kaufoptionen für Boeing 737 MAX 10 freigegeben.
- Der Auftrag stärkt Boeings 737-MAX-Auftragsbestand, kommt jedoch während anhaltender Produktionsprobleme.
- Boeing-Chef Kelly Ortberg zufolge dauert die Stabilisierung der Fertigung bei 47 Jets pro Monat länger als erwartet.
- Die Boeing-Aktie notiert bei 173,52 Euro und liegt am 17. September 2026 rund 1,38 Prozent im Minus.
Marktanalyse & Details
Lufthansa erweitert Boeing-Flotte
Der Lufthansa-Aufsichtsrat hat grünes Licht für die Ausübung von 20 Kaufoptionen für Flugzeuge des Typs Boeing 737 MAX 10 gegeben. Für Boeing ist die Entscheidung ein positives Signal, weil sie die Nachfrage nach dem volumenstarken Mittelstreckenmodell bestätigt und die langfristige Sichtbarkeit im Auftragsbuch erhöht.
Die 737 MAX 10 muss allerdings noch vollständig zertifiziert werden. Boeing stellte bei einer Branchenkonferenz eine Zulassung „sehr bald“ in Aussicht. Der Konzern hatte zuvor erklärt, dass die größte MAX-Variante rund 30 Prozent der 737-Aufträge ausmacht. Eine pünktliche Zertifizierung ist deshalb nicht nur für Lufthansa, sondern für die gesamte Liefer- und Produktionsplanung entscheidend.
Produktionshochlauf bleibt der zentrale Belastungsfaktor
Die Nachricht trifft auf einen angespannten Kapitalmarkt. Boeing-Chef Kelly Ortberg erklärte, die Fertigung der 737 MAX laufe zwar mit einer Zielrate von 47 Flugzeugen monatlich, sei dort aber noch nicht stabil. Als wesentliche Engstelle nannte er die Flügelproduktion. Die erwarteten Verbesserungen im Produktionsfluss hätten mehr Zeit benötigt als geplant.
Auch beim 787-Dreamliner verläuft der Hochlauf langsamer. Lieferengpässe bei Triebwerken und Verzögerungen bei der Zertifizierung von Premium-Sitzen erschweren den Übergang zu einer monatlichen Fertigung von zehn Flugzeugen. Boeing produziert derzeit acht 787 pro Monat und rechnet deshalb mit schwankenden Auslieferungen.
Cashflow-Ziel bleibt bestehen, oberes Ende wird schwieriger
Das Management hält an der Free-Cashflow-Prognose von 1 bis 3 Milliarden US-Dollar für 2026 fest. Als realistische Orientierung gilt weiterhin der Mittelpunkt von rund 2 Milliarden US-Dollar. Das obere Ende der Spanne wird durch den langsameren Hochlauf bei 737 und 787 jedoch weniger wahrscheinlich.
Für 2027 erwartet Boeing grundsätzlich eine Verbesserung des Cashflows. Belastungen aus Preisnachteilen, früheren Kundenanzahlungen und weiteren Programmverpflichtungen müssen jedoch zunächst abgebaut werden. Zusätzlich besteht bei einzelnen Verteidigungsprogrammen weiterhin ein begrenztes Risiko weiterer Belastungen.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Lufthansa-Schritt die Nachfrage- und Auftragsseite Boeings stützt, kurzfristig aber nicht das entscheidende Problem löst: die zuverlässige Umwandlung bestehender Aufträge in ausgelieferte Flugzeuge und freien Cashflow. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der operative Produktionsfortschritt derzeit wichtiger ist als einzelne Neubestellungen. Solange Boeing die 737-MAX-Rate nicht stabilisiert und die Zertifizierung der MAX 10 nicht abschließt, dürfte die Aktie empfindlich auf Verzögerungen reagieren. Der Kurs liegt zudem 6,78 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau.
Fazit & Ausblick
Die 20 Lufthansa-Optionen verbessern Boeings mittelfristige Auftragsvisibilität und unterstreichen die Bedeutung der 737 MAX im europäischen Flottenmarkt. Im Fokus bleiben nun die Zertifizierung der 737 MAX 10, die Stabilisierung der Fertigung über 47 Flugzeuge monatlich und die tatsächliche Entwicklung des Free Cashflows. Entscheidend wird sein, ob Boeing im weiteren Jahresverlauf die Auslieferungen steigern kann, ohne neue Produktions- oder Kostenprobleme zu erzeugen.
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