Lockheed Martin liefert ersten deutschen F-35A aus – 35 Jets für 10 Milliarden Euro

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Lockheed Martin hat am 18. September 2026 in Fort Worth den ersten von Deutschland bestellten F-35A ausgeliefert.
  2. Deutschland beschafft 35 F-35A für rund 10 Milliarden Euro zur Ablösung der Tornado-Flotte und für die nukleare Teilhabe.
  3. Die USA genehmigten zudem den geplanten Verkauf von 48 F-35 an Saudi-Arabien im Wert von rund 24,3 Milliarden US-Dollar.
  4. Weitere US-Aufträge über 234,46 Millionen und 1,21 Milliarden US-Dollar stärken Lockheed Martins Raketen- und Hubschraubergeschäft.

Marktanalyse & Details

Erster deutscher F-35A markiert wichtigen Programmmeilenstein

Lockheed Martin hat im texanischen Fort Worth den ersten F-35A-Kampfjet für Deutschland ausgeliefert. Die Bundeswehr ersetzt mit insgesamt 35 Maschinen schrittweise die überalterte Tornado-Flotte. Die übrigen Jets sollen nach den vorliegenden Planungen bis 2029 folgen.

Die F-35A ist für Deutschland insbesondere wegen der nuklearen Teilhabe innerhalb der NATO relevant. Darüber hinaus soll das Flugzeug mit Tarnkappeneigenschaften, leistungsfähiger Sensorik und digitaler Vernetzung verschiedene Einsatzrollen abdecken. Dazu zählen der Kampf gegen gegnerische Luftverteidigung, präzise Angriffe auf Ziele am Boden und auf See sowie weitreichende Präzisionsschläge.

Saudi-Arabien: Genehmigung schafft Potenzial, ist aber noch keine Lieferung

Die US-Regierung hat den geplanten Verkauf von 48 F-35-Kampfjets an Saudi-Arabien genehmigt. Das Gesamtpaket einschließlich Zubehör und Ausbildung hat einen Wert von rund 24,3 Milliarden US-Dollar beziehungsweise etwa 21,2 Milliarden Euro. Wann die Flugzeuge tatsächlich geliefert werden, bleibt offen. Derartige Rüstungsgeschäfte erstrecken sich häufig über mehrere Jahre und unterliegen politischen sowie vertraglichen Bedingungen.

Für Lockheed Martin ist die Genehmigung strategisch bedeutsam, weil sie die internationale Verbreitung der F-35 und damit die langfristige industrielle Basis des Programms unterstützen könnte. Der Schritt ist jedoch nicht mit einem sofort verbuchten Umsatz in Höhe des gesamten Paketwerts gleichzusetzen.

Zusätzliche US-Aufträge verbreitern die Auftragsbasis

  • Eine Vertragsänderung über 234,46 Millionen US-Dollar finanziert die Beschaffung von 16 UH-60M-Black-Hawk-Hubschraubern. Der kumulierte Vertragswert steigt damit auf 356,25 Millionen US-Dollar; der Abschluss der Arbeiten ist für den 30. Juni 2028 vorgesehen.
  • Ein Rahmenabkommen mit dem US-Verteidigungsressort soll die Produktion und Auslieferung der AIM-260 beziehungsweise Joint Advanced Tactical Missile beschleunigen. Ein mehrjähriger Beschaffungsvertrag steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des US-Kongresses.
  • Für die Precision Strike Missile Increment 2 wurde ein Auftrag über 1,21 Milliarden US-Dollar mit einer geschätzten Laufzeit bis zum 13. September 2031 vergeben.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Lockheed Martin weiterhin von einer breiten und langfristig angelegten Nachfrage nach modernen Kampfflugzeugen, Raketen und Militärhubschraubern profitiert. Der deutsche F-35-Meilenstein bestätigt die Auslieferungsfähigkeit des Programms, stellt aber keinen neuen Auftrag dar. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine verbesserte Visibilität der Auftragslage, während Umsatzrealisierung, Margen und Cashflow vom tatsächlichen Produktions- und Liefertempo abhängen. Risiken bleiben der hohe Wartungsaufwand der komplexen F-35-Systeme, mögliche Verzögerungen bei Genehmigungen sowie die politische Abhängigkeit von US-Rüstungsexporten.

Die vorliegenden Marktdaten zeigen die Lockheed-Martin-Aktie am 17. September bei 467,50 Euro unverändert. Seit Jahresbeginn liegt sie 12,75 Prozent im Plus. Die fehlende Tagesreaktion kann darauf hindeuten, dass der Markt die Nachrichten überwiegend als Bestätigung einer bereits erwarteten starken Verteidigungsnachfrage einstuft und nicht als völlig neue Überraschung.

Fazit & Ausblick

Mit der ersten deutschen F-35A-Auslieferung erreicht Lockheed Martin einen sichtbaren Meilenstein in Europa. Für die weitere Bewertung der Aktie sind nun vor allem die Auslieferungsrate der deutschen Maschinen, die konkrete Umsetzung des Saudi-Arabien-Geschäfts und die Kongressfreigabe für den mehrjährigen AIM-260-Vertrag entscheidend. Die laufenden Hubschrauber- und Raketenprogramme sorgen dabei für zusätzliche Auftragsreichweite bis in das nächste Jahrzehnt.

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