Lockheed Martin liefert ersten deutschen F-35-Jet und erhält neue US-Aufträge
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Lockheed Martin hat am 18. September in Fort Worth den ersten von 35 deutschen F-35A-Kampfjets ausgeliefert.
- Deutschland investiert rund 10 Milliarden Euro in die F-35-Flotte, deren Auslieferung bis 2029 abgeschlossen werden soll.
- Die US Navy erhöhte den Vertragsrahmen für F-35-Unterstützungsausrüstung und Sustainment um 871,24 Millionen US-Dollar.
- Zusätzliche Impulse liefern ein möglicher Verkauf von 48 F-35 an Saudi-Arabien sowie neue Aufträge für PAC-3, Black-Hawk-Hubschrauber und AIM-260-Raketen.
Marktanalyse & Details
Erster deutscher F-35A-Jet ausgeliefert
Lockheed Martin hat in Fort Worth den ersten F-35A-Kampfjet an Deutschland übergeben. Die Bundeswehr beschafft insgesamt 35 Maschinen für rund 10 Milliarden Euro. Die F-35 soll die veraltete Tornado-Flotte ersetzen und im Rahmen der nuklearen Teilhabe einen zentralen Beitrag zur Abschreckung der NATO leisten. Die weiteren Flugzeuge sollen schrittweise bis 2029 ausgeliefert werden.
Verteidigungsminister Boris Pistorius wies zugleich Bedenken zurück, Deutschland mache sich durch den Kauf von US-Kampfflugzeugen abhängig. Nach seiner Einschätzung brauche Europa die Zusammenarbeit mit den USA weiterhin bei Systemen, die in Europa bislang nicht oder noch nicht verfügbar seien. Wartung, Ausbildung und Instandhaltung der wachsenden europäischen F-35-Flotte könnten zudem neue Aufträge für europäische Unternehmen schaffen.
F-35-Geschäft erhält zusätzliche Unterstützung
Für das F-35-Programm erhöhte die US Navy den Vertragsrahmen um 871,24 Millionen US-Dollar. Die Mittel dienen zusätzlicher Unterstützungsausrüstung für die Aktivierung von F-35-Standorten sowie einmaligen Arbeiten zur Vorbereitung der späteren Instandhaltung. Der Auftrag ist als Vertrag mit Kosten- und Anreizkomponente strukturiert und erhöht die Kapazität des bestehenden Programms.
Darüber hinaus genehmigten die USA den geplanten Verkauf von 48 F-35 an Saudi-Arabien im Gesamtwert von rund 24,3 Milliarden US-Dollar einschließlich Zubehör und Ausbildung. Die Genehmigung ist noch kein vollständiger Zahlungseingang für Lockheed Martin, verbessert aber die langfristige Nachfrageperspektive für das wichtigste Kampfflugzeugprogramm des Konzerns. Der tatsächliche Lieferzeitpunkt bleibt offen.
Weitere Aufträge stärken die Breite des Portfolios
- Eine Vertragsänderung der US-Armee über 234,46 Millionen US-Dollar betrifft 16 UH-60M-Black-Hawk-Hubschrauber. Der kumulierte Vertragswert steigt damit auf 356,25 Millionen US-Dollar; der Abschluss der Arbeiten ist bis zum 30. Juni 2028 vorgesehen.
- Lockheed Martin und GM Defense haben die ersten kritischen Komponenten für PAC-3-MSE-Abfangraketen ausgeliefert. Die Kooperation soll die Produktion beschleunigen und Lieferzeiten verkürzen.
- Ein Rahmenabkommen mit dem US-Verteidigungsressort soll die Produktion der luftgestützten AIM-260-Rakete erhöhen. Ein mehrjähriger Beschaffungsvertrag steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des US-Kongresses.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Lockheed Martin derzeit von mehreren Nachfragequellen gleichzeitig profitiert: vom F-35-Flottenausbau, von der Raketenabwehr und von der Modernisierung der US-Streitkräfte. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine bessere Visibilität für künftige Umsätze und Auslastung, sie ist aber nicht automatisch gleichbedeutend mit einer proportionalen Gewinnsteigerung. Besonders bei kostenbasierten Verträgen können Margen und Cashflow hinter dem nominalen Auftragswert zurückbleiben. Zudem bleiben die hohe Wartungskomplexität der F-35, politische Genehmigungen und die Umsetzung internationaler Rüstungsgeschäfte wichtige Risiken.
Die Lockheed-Martin-Aktie notierte am 18. September an der Lang & Schwarz Exchange bei 462,30 Euro und bewegte sich an diesem Tag nicht. Seit Jahresbeginn lag die Aktie damit 11,49 Prozent im Plus. Die verhaltene Tagesreaktion zeigt, dass der Markt die aktuellen Meldungen bislang eher als Bestätigung der bestehenden Auftragsperspektive denn als kurzfristigen Ergebnisimpuls einordnet.
Fazit & Ausblick
Mit der ersten deutschen F-35-Auslieferung erreicht Lockheed Martin einen sichtbaren Meilenstein in Europa. Für die Aktie werden nun vor allem die Umsetzung der deutschen Lieferungen bis 2029, die mögliche Realisierung des Saudi-Arabien-Geschäfts und die parlamentarische Freigabe des AIM-260-Mehrjahresvertrags entscheidend. Zusätzlich dürfte die Entwicklung der PAC-3-Produktion zeigen, wie schnell neue Partnerschaften tatsächlich in höhere Stückzahlen und stabile Margen übersetzt werden können.
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