Kroger senkt Umsatzprognose: Aktie fällt trotz EPS-Überraschung um 3,46 %
Kurzüberblick
- Kroger übertrifft im zweiten Quartal die bereinigte EPS-Prognose mit 1,09 US-Dollar und steigert den Nettogewinn auf 641 Millionen US-Dollar.
- Der Umsatz erreicht 34,62 Milliarden US-Dollar, während vergleichbare Umsätze ohne Treibstoff nur um 0,2 Prozent zulegen.
- Kroger senkt die Prognose für das Jahreswachstum der vergleichbaren Umsätze auf 0,2 bis 0,8 Prozent nach zuvor 1,0 bis 2,0 Prozent.
- Die Jahresziele für bereinigtes EPS, freien Cashflow und Investitionen bleiben unverändert.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen zeigen Gewinnstärke, aber schwache Nachfrage
Kroger hat im zweiten Quartal 2026 beim bereinigten Gewinn je Aktie positiv überrascht. Das bereinigte EPS lag bei 1,09 US-Dollar und damit 3 Cent über der Markterwartung. Auf GAAP-Basis erzielte der US-Lebensmittelhändler 1,05 US-Dollar je Aktie.
Der Nettogewinn stieg von 609 Millionen auf 641 Millionen US-Dollar. Das operative Ergebnis verbesserte sich von 863 Millionen auf 971 Millionen US-Dollar. Der Umsatz belief sich auf 34,62 Milliarden US-Dollar und lag damit im Bereich der Erwartungen.
Weniger überzeugend entwickelte sich das Kerngeschäft: Die vergleichbaren Umsätze ohne Treibstoff wuchsen lediglich um 0,2 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte Kroger noch ein Plus von 3,4 Prozent erreicht. Der Konzern beobachtet nach eigenen Angaben ein vorsichtigeres Ausgabeverhalten der Verbraucher, das inzwischen auch Basisprodukte erfasst.
Jahresprognose beim Umsatz deutlich nach unten korrigiert
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Kroger bei den vergleichbaren Umsätzen ohne Treibstoff nun ein Wachstum von 0,2 bis 0,8 Prozent. Zuvor hatte der Konzern eine Spanne von 1,0 bis 2,0 Prozent in Aussicht gestellt. Als zusätzlichen Belastungsfaktor nennt Kroger einen Gegenwind von rund 140 Basispunkten im Zusammenhang mit dem Inflation Reduction Act.
Die übrigen Finanzziele wurden bestätigt:
- Bereinigtes EPS: 5,10 bis 5,30 US-Dollar
- Freier Cashflow: 2,7 bis 2,9 Milliarden US-Dollar
- Investitionen: 3,8 bis 4,0 Milliarden US-Dollar
Analysten-Einordnung
Der Quartalsgewinn zeigt, dass Kroger Kosten, Margen und operative Abläufe derzeit besser kontrolliert als es die schwache Umsatzdynamik vermuten lässt. Die gesenkte Umsatzprognose ist jedoch das wichtigere Signal für die weitere Kursentwicklung, weil sie auf eine breitere Konsumzurückhaltung im Kerngeschäft hindeutet.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass Kroger kurzfristig vor allem über Produktivität und Margendisziplin liefern muss. Das bestätigte EPS-Ziel setzt voraus, dass die operative Stärke anhält, obwohl das Umsatzwachstum deutlich langsamer ausfällt. Der Kurs von 47,39 Euro lag am 11. September 2026 gegen 13:06 Uhr 3,46 Prozent im Minus. Damit reagiert der Markt stärker auf die schwächere Umsatzperspektive als auf den Gewinnsprung im Quartal. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 10,67 Prozent zurück.
Fazit & Ausblick
Kroger liefert ein solides Ergebnis mit einem Gewinn über den Erwartungen, muss aber die Nachfrageprognose spürbar zurücknehmen. Entscheidend wird sein, ob der Konzern die bestätigte EPS- und Cashflow-Prognose trotz des verhaltenen Umsatzumfelds einhalten kann. Im Fokus der nächsten Quartale stehen daher die vergleichbaren Umsätze ohne Treibstoff, die Margenentwicklung und die Umsetzung der Investitionen in Filialen und E-Commerce.
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