Kohl’s hebt FY26-EPS-Prognose an und startet Aktienrückkäufe – Aktie unter Druck
Kurzüberblick
- Kohl’s erzielte im zweiten Quartal ein verwässertes EPS von 1,28 USD und übertraf damit die Erwartung von 0,58 USD.
- Der vergleichbare Umsatz sank um 0,9 Prozent, während der Nettogewinn mit 151 Mio. USD nahezu auf Vorjahresniveau blieb.
- Für das Geschäftsjahr 2026 hebt Kohl’s die Prognose für das bereinigte EPS auf 1,80 bis 2,40 USD an.
- Der Einzelhändler nimmt Aktienrückkäufe von bis zu 100 Mio. USD wieder auf und will zugleich Dividende sowie opportunistische Schuldentilgungen fortsetzen.
Marktanalyse & Details
Gewinnprognose steigt trotz schwacher Umsatzdynamik
Kohl’s hat im zweiten Quartal beim Gewinn je Aktie deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Das verwässerte EPS lag bei 1,28 USD nach 1,35 USD im Vorjahreszeitraum und übertraf den Marktkonsens um 70 Cent. Der Nettogewinn ging nur leicht von 153 Mio. auf 151 Mio. USD zurück.
Beim Umsatz blieb das Bild verhalten. Der Quartalsumsatz wurde mit 3,515 Mrd. USD ausgewiesen, während die vergleichbaren Umsätze um 0,9 Prozent nachgaben. Für das Gesamtjahr erwartet Kohl’s weiterhin einen Rückgang bei Nettoumsatz und vergleichbaren Umsätzen zwischen 1,5 Prozent und einer unveränderten Entwicklung.
Die Prognose für das bereinigte EPS liegt nun bei 1,80 bis 2,40 USD. Zuvor hatte das Unternehmen lediglich 1,00 bis 1,60 USD in Aussicht gestellt. Ein Teil des starken Quartals-EPS profitierte allerdings von Zollrückerstattungen. Die höhere Jahresprognose sollte deshalb nicht ausschließlich als Beleg für eine nachhaltig steigende operative Ertragskraft gewertet werden.
Turnaround zeigt Fortschritte, aber nicht in allen Bereichen
CEO Michael Bender verwies auf Fortschritte bei der Bestandssteuerung und bei der saisonalen Planung. Die frühere Platzierung saisonaler Waren habe im Frühjahr für positive Umsätze gesorgt und im zweiten Quartal eine stabile Entwicklung unterstützt. Der Kohl’s-Kartenkundenbereich legte um 1 Prozent zu.
- Kleine Elektrogeräte profitierten von neuen Produkten und Innovationen bei Marken wie Shark und Ninja.
- Das Active-Segment entwickelte sich besser als die Kategorie insgesamt, getragen von Nike sowie den Eigenmarken Tek Gear und Flex.
- Sephora bei Kohl’s blieb ein Belastungsfaktor: Die Umsätze sanken um 4 Prozent, unter anderem wegen der größeren Verbreitung wichtiger Marken außerhalb des Kohl’s-Netzes.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die Ergebnisverbesserung derzeit stärker aus Bestandsdisziplin, Kostenkontrolle und einzelnen wachstumsstarken Kategorien kommt als aus einer breiten Erholung der Kundennachfrage. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die angehobene EPS-Prognose zwar ein positives Signal ist, ihre Qualität aber an der Entwicklung des vergleichbaren Umsatzes und an der Nachhaltigkeit der operativen Margen gemessen werden muss. Die anhaltende Inflation bei Ausgaben für Lebensmittel und Kraftstoff bleibt ein Risiko für das Kaufverhalten der Kunden.
Bilanz und Kapitalrückführung im Fokus
Kohl’s sieht die eigene Bilanz als wichtige Grundlage, um auch in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld investieren und zugleich Kapital an die Aktionäre zurückgeben zu können. Das Unternehmen nimmt 2026 Aktienrückkäufe von bis zu 100 Mio. USD unter der bestehenden Ermächtigung von 3 Mrd. USD wieder auf.
Zusätzlich will Kohl’s die Marktbedingungen für opportunistische Rückkäufe eigener Schuldtitel prüfen und an der Dividende festhalten. Diese Kombination kann die Aktie stützen, erhöht aber zugleich die Bedeutung einer soliden Liquiditätsentwicklung, wenn die Umsätze weiter unter Druck bleiben.
Neue Verantwortung für das Kundenerlebnis
Parallel zur Ergebnisvorlage schafft Kohl’s die Position des Chief Customer Officer. Arianne Parisi, bisher Chief Digital Officer, soll künftig Marketing, Marke, Kundenbindung, Personalisierung, Medien, digitalen Handel und das Omnichannel-Erlebnis koordinieren. Die bisherige Marketingchefin Christie Raymond verlässt das Unternehmen im September. Damit bündelt Kohl’s zentrale Maßnahmen zur Kundenbindung und Digitalisierung stärker in einer Funktion.
Aktienreaktion bleibt skeptisch
Trotz des Gewinnsprungs und der angehobenen Prognose geriet die Aktie vor dem US-Handelsstart zeitweise um mehr als 5 Prozent unter Druck. Der Kurs lag am 26. August 2026 um 16:24 Uhr bei 14,965 Euro und damit 1,45 Prozent unter dem Vortag; seit Jahresbeginn ergibt sich ein Minus von 14,63 Prozent. Der Kursrückgang zeigt, dass der Markt den negativen Umsatztrend, die Sephora-Schwäche und den Einmaleffekt aus Zollrückerstattungen derzeit höher gewichtet als den EPS-Überraschungseffekt.
Fazit & Ausblick
Kohl’s liefert beim Quartalsgewinn einen klaren positiven Impuls und verbessert den Ergebnisausblick deutlich. Der Turnaround ist jedoch noch nicht abgeschlossen: Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen den vergleichbaren Umsatz stabilisieren, die Sephora-Schwäche überwinden und die Ergebnisqualität ohne außergewöhnliche Zollrückerstattungen verbessern kann. Die kommenden Quartalszahlen werden daher vor allem an der Nachfrageentwicklung, den Margen und dem freien finanziellen Spielraum für Dividenden, Rückkäufe und Schuldentilgungen gemessen.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.